Der Versicherungsmakler Helmig & Partner hat ein großes Bürogebäude im Olfener Gewerbegebiet. Aktuell sind aber viele Mitarbeiter im Homeoffice. © Helmig & Partner
Neue Verordnung

Homeoffice: In der Pandemie auch in Olfen oft die Regel – nicht die Ausnahme

Mit der Corona-Arbeitsschutzverordnung gewinnt das Thema Homeoffice stark an Bedeutung. Bei Betrieben in Olfen und natürlich in der Stadtverwaltung. Die Weichen sind gestellt.

Die Ansage in der Olfener Stadtverwaltung ist eindeutig. Die in der Regel mit zwei Personen besetzten Büros wird es in dieser Form bis zu 15. März nicht mehr geben. Nicht in der Steverstadt – und auch nicht in anderen Gemeinde- und Stadtverwaltungen im Kreis Coesfeld. „Wir müssen eine gewisse Vorbildfunktion übernehmen“, sagt Wilhelm Sendermann nach einer Videokonferenz der Bürgermeister im Kreis Coesfeld am Freitag (22.).

Sendermann, zugleich Sprecher der Bürgermeister im Kreis Coesfeld, berichtete auch von weiteren Maßnahmen, die ab Montag (25.) gelten. So dürfen die Rathäuser im Kreis Coesfeld nur noch mit einer medizinischen Maske (OP-Maske oder FFP2-Maske) betreten werden. Ziel der Maßnahme sei, die Besucherinnen und Besucher sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bestmöglich zu schützen.

Mit der jetzt vom Bund beschlossenen Verordnung zum Homeoffice muss die Stadt Olfen übrigens kein Neuland betreten. Auch schon vor der Pandemie haben Mitarbeiter von zu Hause gearbeitet – vor allem, um Familie und Beruf besser vereinbaren zu können. Dieser Aspekt sei auch bei der Planung des neuen Rathauses berücksichtigt worden. Gleichwohl soll jeder Mitarbeiter auch künftig einen eigenen Schreibtisch haben.

„Wir hatten schon immer Mitarbeiter im Homeoffice“

Lange vorbereitet auf die neue Verordnung ist auch der Versicherungsmakler Helmig & Partner an der Rudolf-Diesel-Straße mit seinen mehr als 40 Beschäftigten. „Wir hatten schon immer Mitarbeiter im Homeoffice“, sagt Prokurist Christof Brüggemann. Bereits vor 20 Jahren habe eine Mitarbeiterin aus Emsdetten immer von zu Hause gearbeitet. „Damals war Homeoffice noch ein Fremdwort.“

Nach dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 ist der Versicherungsmakler das Thema aber noch einmal intensiver angegangen und hat im Sommer eine Homeoffice-Konzeption verschriftlicht. Dazu gehört das Recht, dass jeder in Vollzeit arbeitende Mitarbeiter an 5 Tagen im Monat von zu Hause aus arbeiten kann. Im aktuellen Shutdown ist Homeoffice aber nicht die Ausnahme sondern vielmehr wie schon beim ersten Shutdown die Regel.

„Wir haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Umsetzung unterstützt“, sagt Diplom-Kaufmann Brüggemann. Dazu gehören beispielsweise Monitore für das Homeoffice, Kopfhörer und andere technische Ausstattungsdetails. Dazu ist bei Helmig & Partner eine besondere Software im Einsatz. Wenn Mitarbeiter mit dem Diensthandy anrufen, sehen die Angerufenen die dienstliche Durchwahlnummer. „Unsere Kunden haben so keinen Serviceverlust“, sagt Brüggemann.

Strengere betriebliche Arbeitsschutzregelungen

Das einst in Lüdinghausen gegründete Unternehmen Helmig & Partner ist seit 2014 in Olfen ansässig. Seinerzeit hat der Versicherungsmakler das Gebäude an der Rudolf-Diesel-Straße gekauft. In den Folgejahren ist das große Bürogebäude umgebaut und modernisiert worden. Dazu gehörte auch die Umstellung auf Zweierbüros. Ein unschätzbarer Vorteil im Lockdown. So konnte ein Mitarbeiter im Büro bleiben und der andere Mitarbeiter ins Homeoffice wechseln.

Was in vielen Betrieben in den vergangenen Jahren ein freiwilliges Angebot war, ist jetzt für einige Wochen eine Pflichtaufgabe: In der Corona-Arbeitsschutzverordnung von Bundesarbeitsminister Heil (SPD) heißt es: „Der Arbeitgeber muss Beschäftigten im Falle von Büroarbeit oder vergleichbaren Tätigkeiten anbieten, diese Tätigkeiten in der eigenen Wohnung auszuführen, wenn keine zwingenden betriebsbedingten Gründe entgegenstehen.

Es gelten strengere betriebliche Arbeitsschutzregelungen für Abstände und das Tragen von Mund-Nasen-Schutz: Müssen mehrere Personen einen Raum nutzen, müssen pro Person mindestens 10 Quadratmeter zur Verfügung stehen. In Betrieben ab zehn Beschäftigten müssen diese in möglichst kleine, feste Arbeitsgruppen eingeteilt werden.“

Über den Autor
Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer

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