Hohe Coronazahlen in Olfen: So sehen die Pläne der Stadt aus

Corona

Die Stadt Olfen ist alarmiert: Weil sich vor allem jüngere Menschen mit dem Coronavirus infizieren, will die Verwaltung ihre Maßnahmen verstärken. Erste Ansätze sind formuliert.

Olfen

, 19.11.2020, 16:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ein Mitarbeiter des Gesundheitswesens zeigt ein positives Ergebnis eines Covid-19 Tests - ein Fall, den es in Olfen zu häufig gibt.

Ein Mitarbeiter des Gesundheitswesens zeigt ein positives Ergebnis eines Covid-19 Tests - ein Fall, den es in Olfen zu häufig gibt. © picture alliance/dpa

Die Situation ist seit geraumer Zeit unverändert: In Olfen gibt es fast so viele und teilweise sogar mehr mit Corona infizierte Menschen als in deutlich größere Städten des Kreises Coesfeld. „Wir sind klassisch rot, Olfen hat den höchsten Inzidenzwert im Kreis Coesfeld“, sagte Bürgermeister Wilhelm Sendermann am Dienstagabend (17.11.) in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses. Und dies sei keine Momentaufnahme.

Die am Mittwoch (18.11.) vom Kreis Coesfeld gemeldeten Zahlen bestätigen die besondere Situation in Olfen. Die Steverstadt war mit 32 infizierten Personen „Spitzenreiter“ im Kreis Coesfeld. Dülmen meldete 30 Infizierte, die Kreisstadt Coesfeld nur 16, die Nachbarstadt Lüdinghausen hingegen 26. Die mit Abstand niedrigsten Werte meldet Billerbeck mit zwei Infizierten.

In Olfen infizieren sich aktuell nur wenige Senioren

Grund genug für die Stadtverwaltung, sich die Zahlen der Infizierten genauer anzusehen. Fakt ist, dass Senioren ganz selten betroffen sind. Der Anteil der 60-jährigen und älteren Infizierten liegt in Olfen bei unter 2 Prozent. Ganz anders die Situation bei jüngeren Bürgern.

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Die Altersgruppe von 0 bis 20 Jahre macht 29 Prozent aus, die Altersgruppe der 20 bis 40 Jahre alten Olfener 43 Prozent und die Altersgruppe der 40 bis 60 Jahre alten betroffenen Olfener 25 Prozent.

Damit unterscheidet sich die Steverstadt erheblich von der Situation in Deutschland. „Seit Anfang September nimmt der Anteil älterer Personen unter den COVID-19-Fällen wieder zu. Die 7-Tage-Inzidenz bei Personen, die 60 Jahre und älter sind, liegt bei aktuell 104 Fällen je 100.000 Einwohner“, heißt es in dem Bericht des Robert-Koch-Institut (RKI) von Dienstag, 17. November.

Stadtverwaltung will Bürger stärker für Gefahren sensibilisieren

Das RKI äußert sich auch zu der Frage, wo sich die Menschen in erster Linie infizieren. Die ernüchternde Feststellung lautet: „Für einen großen Anteil der Fälle kann das Infektionsumfeld nicht ermittelt werden.“ Zugleich spricht das RKI von einem „diffusen Geschehen mit zahlreichen Häufungen in Haushalten.“ Es nennt außerdem Gemeinschaftseinrichtungen und Alten- und Pflegeheime, aber auch „berufliche Settings“.

Die Stadt Olfen zieht aus den Detailzahlen den Schluss, „genauer dort hinzusehen, wo sich Jugendliche und jüngere Erwachsene verstärkt aufhalten“. Aus Sicht von Bürgermeister Wilhelm Sendermann sei es Aufgabe der Stadt, junge Menschen stärker für das Thema zu sensibilisieren. Mitarbeiter der Stadtverwaltung sollen deshalb diese Orte in den nächsten Tagen und Wochen verstärkt aufsuchen. Das Ziel ist klar formuliert, Olfen will die Fallzahlen möglichst schnell und stark reduzieren.

Die Stadt schreckt auch vor konsequentem Verhalten nicht zurück. Als beim ersten Lockdown zwei junge Skater auf der Bahn erwischt wurden, war ein Bußgeld von jeweils 250 Euro fällig, das beide auf dem städtischen Bauhof abgearbeitet haben.

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