Neben vielen Bewohnern ließen sich auch zahlreiche Mitarbeiterinnen - wie hier Pflegefachkraft Belen Schneider - und Mitarbeiter impfen. © Vitus-Stift
Kampf gegen Corona

Große Freude am St.-Vitus-Stift Olfen nach gut angenommener Impfaktion

Auf diesen Moment haben sich viele Bewohner und Mitarbeiter des St.-Vitus-Stift Olfen gefreut - ein kleiner Piks und der Körper baut einen Schutz vor einer möglichen Covid-19-Erkrankung auf.

„Wir haben es geschafft“, verkündete Mitte Dezember Einrichtungsleiter Ingo Knüver. Das Virus hatte in den Wochen zuvor das Haus nach eigener Aussage „überrumpelt. Von „jetzt auf gleich“ musste das Stift nach mehreren Corona-Fällen für die Außenwelt geschlossen werden. Die Zeit ist zum Glück überstanden. Doch die Gefahr neuer Fälle bleibt natürlich trotz aller Regeln und Vorschriften. Als einzige wirksame Lösung sehen Experte eine Impfung an.

Am Mittwochnachmittag war es im Vitus-Stift soweit. Der Speiseraum war in eine „Impfstation“ umgewandelt worden. Dazu war eine „Einbahnstraßen-Regelung“ vorbereitet worden, damit es zu keinen direkten Begegnungen zwischen noch wartenden und bereits geimpften Personen kommen konnte. „Es war alles super vorbereitet“, sagt Ingo Knüver.

Sein besonderer Dank ging dabei an die Mitarbeiter, die drei impfenden Ärzte und den weiteren Helfern, die „einen super Job gemacht haben.“ Und sie waren viel schneller als erwartet. Fünf Stunden hatten die Verantwortlichen eingeplant, nach zwei Stunden und wenigen Minuten waren sie bereits fertig. „Nichts merkt man“, sagt Ingo Knüver am Donnerstag (14.) auf die Frage, wie er die Impfung verträgt.

Das gelte ausnahmslos auch für die Mitarbeiter und Bewohner. „Alle waren so glücklich und haben gut geschlafen.“ Knüver berichtet nur von einer „kleinen Reaktion“ auf die Impfung. Ähnlich wie bei Grippeschutzimpfungen habe er – wie auch Bewohner und Mitarbeiter – einen „kleinen Druckschmerz“ im Arm. Es fühle sich wie ein Muskelkater an.

Einrichtungsleiter nimmt mögliche Angst vor Impfung

„Man muss vor der Impfung keine Angst haben“, sagt der Einrichtungsleiter und macht damit allen Mut, die sich Sorgen machen. Im Vitus-Stift hatte es vor dem Impftermin neben der allgemeinen Information eine besondere „Werbeaktion“ für die Impfung gegeben. Seit Mai vergangenen Jahres arbeitet ein junger Mann auf 450 Euro-Basis im Stift. Knüver räumt ein, dass der Student zunächst „hin- und hergerissen war, ob er sich impfen lassen sollte.“

Doch als er in Biochemie eine Arbeit über den Impfstoff schreiben musste und sich deshalb intensiv damit beschäftigte, sei er überzeugt gewesen. Die positive Einschätzung des Impfstoffes hat er dann auch Mitarbeitern und Bewohner mit Erfolg vermittelt. Die Impfquote im Olfener Vitus-Stift war erfreulich hoch.

Der Speisesaal des Vitus-Stifts wurde kurzerhand in ein Impfzentrum umgewandelt.
Der Speisesaal des Vitus-Stifts wurde kurzerhand in ein Impfzentrum umgewandelt. © Vitus-Stift © Vitus-Stift

69 der aktuell 79 Bewohnerinnen und Bewohner haben sich impfen lassen. Darunter auch Menschen, die bereits an Corona erkrankt waren. Ingo Knüver berichtet dabei von einer Entwicklung in den vergangenen Wochen. Sollten zunächst die Menschen, die bereits positiv auf das Virus getestet wurden, nicht geimpft werden, so gab es jetzt eine Kehrtwende.

Aktuell besteht erst ein geringer Schutz vor Erkrankung

Die drei anwesenden Ärztinnen und Ärzte haben zudem 75 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geimpft. Es hätten sogar noch mehr sein können. „Einige konnten aus gesundheitlichen Gründen nicht dabei sein. In zehn Fällen hätten Ärzte zu einer Verschiebung geraten. Um allen Beschäftigten und Bewohnern die Möglichkeit zur Impfung zu geben, gibt es am Vitus-Stift zwei weitere Impftermine.

Bei allen Impfungen gelten dabei die neuen Regeln bei der Nutzung des Biontech-Impfstoffes. Denn nun dürfen sechs statt der ursprünglichen fünf Impfdosen aus einer Ampulle gezogen werden. „Bei uns ist ausschließlich dieser Impfstoff zum Einsatz gekommen“, sagt Einrichtungsleiter Knüver. Jetzt beginnt am Stift wie auch an anderen Einrichtungen das Warten.

Nach Aussage von Experten besteht nach der ersten Impfung lediglich ein geringer Schutz vor einer möglichen Covid-19-Erkrankung. Frühestens sieben Tage nach der ersten Impfung bestehe ein Teilschutz, sagt Prof. Alexander Dalpke vom Universitätsklinikum Dresden. Ein 95-prozentiger Schutz vor der Erkrankung bestehe erst sieben Tage nach der zweiten Impfdosis.

Über den Autor
Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer

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