Gewerbegebiet Ost II: Nach vorübergehendem Baustopp fühlen Rebhühner sich dort wohl

Gewerbegebiet

Mehr als zwei oder drei Brutpaare waren sonst im Gewerbegebiet Ost II selten zu beobachten. Das hat sich jetzt allerdings geändert, wie der Jagdpächter vor Ort beobachtet hat.

Olfen

30.08.2020, 15:43 Uhr / Lesedauer: 2 min
Eine der Rebhühnergruppen im Olfener Gewerbegebiet: Von einem Hügel aus beobachteten sie das Treiben auf einer Baustelle.

Eine der Rebhühnergruppen im Olfener Gewerbegebiet: Von einem Hügel aus beobachteten sie das Treiben auf einer Baustelle. © Homann

Eine besondere Beobachtung hat der Jäger Klaus Homann im Olfener Gewerbegebiet gemacht: Rebhühner fühlen sich dort im Moment ziemlich wohl. Keine Selbstverständlichkeit, wie er erklärt.

Folgendes hat er beobachtet:

„Seit fast dreißig Jahren bin ich zusammen mit dem Olfener Landwirt Heinz Kiekebusch Jagdpächter des Niederwildreviers Sülsen I in dem auch das neue Gewerbegebiet Olfen Ost II liegt. Zusammen mit einigen weiteren Olfener Jägerinnen und Jägern galten unsere Hege-Bemühungen immer schon besonders den vom Aussterben bedrohten und auf der Roten Liste gelandeten Rebhühnern. Mehr als drei oder vier Brutpaare waren aber nie zu beobachten“, schreibt er in einer Mail an die Redaktion.

Schlagartige Veränderung bei Baustopp

Weiter heißt es: „Mangelnde Deckung, wenig Insekten und die zahlreichen natürlich vorkommenden und unnatürlichen Beutegreifer sind sicherlich einige der wichtigsten Gründe für diese Misere. Der rasante Flächenverbrauch für immer neue Gewerbeansiedlungen ließ ebenfalls so manche Bemühung ins Leere laufen und auch hier nichts Gutes für die Zukunft dieser eher anspruchsvollen Art ahnen. Die Situation veränderte sich aber schlagartig mit dem vorübergehenden Baustopp des Gewerbegebietes Olfen Ost II. Hase und Fasan haben sich dort immer wohlgefühlt, kommen jedoch auch in der benachbarten Feldflur ganz gut zurecht. Die stets leicht vernässte Fläche jedoch war schon zu Zeiten landwirtschaftlicher Nutzung ein bevorzugtes Brutgebiet bedrohter Vogelarten wie Kiebitz, Feldlerche und eben auch Rebhuhn. In dem im Sommer völlig dem Wildkräuterwuchs überlassenen Streifen fühlten sich die Rebhühner nun allerdings besonders wohl, sodass der Nachwuchs beste Aufwuchsbedingungen vorfand.“

Jäger beobachtet mehrere Rebhuhnketten

„Auch wenn die Fläche nun schon wieder abgeschlegelt und zum Teil auch schon für die Bebauung vorbereitet wurde, kann man dort mehrere Rebhuhnketten, wie der Jäger die bis zum nächsten Frühjahr noch zusammenhaltenden Familienverbände nennt, beobachten.

Die wirklich niedlichen Hühnchen sind durch ihr Federkleid bestens getarnt, lassen sich aber mit einem halbwegs guten Feldstecher auch vom Wegesrand sehr schön beobachten. An manchen Tagen haben wir dort bis zu 60 Hühner zählen können, was bei den meisten Naturfreunden und Vogelkundigen begeistertet - wenn auch ungläubiges Staunen hervorruft. Eigentlich ist Artenschutz ganz einfach.“

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