Gefangener aus Olfen kehrt nach Weihnachtsurlaub nicht zurück in den Knast

dzPolizei

Die Polizei hält die Augen in Olfen gerade besonders intensiv offen: Sie sucht einen Mann, der nach einem Hafturlaub zu Weihnachten seine Strafe nicht wieder angetreten hat.

Olfen

, 17.01.2020, 14:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Kreispolizeibehörde in Coesfeld räumt den Fall ein, hält sich aber mit Angaben zur Person und den Straftaten zurück. Keine Angaben zur Person, keine Aussagen über die begangenen Straftaten. Nur so viel. Ja, es werde ein verurteilter Mann gesucht. Verantwortlich sei das Justizministerium des Landes NRW.

Doch welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden, damit Gefangene Weihnachten/Neujahr außerhalb der Gefängniszellen verbringen können? „Die nordrhein-westfälischen Vollzugsgesetze sehen verschiedene Maßnahmen vor, die zu einer Öffnung des Vollzuges nach außen führen.“

Ministerium nennt Voraussetzung für „vollzugsöffnende Maßnahmen“

“So können Strafgefangenen vollzugsöffnende Maßnahmen gewährt werden, wenn verantwortet werden kann zu erproben, dass die Gefangenen sich dem Vollzug der Freiheitsstrafe nicht entziehen (keine Fluchtgefahr) oder die vollzugsöffnenden Maßnahmen nicht zur Begehung von Straftaten missbraucht werden (keine Missbrauchsgefahr)“, schreibt Dr. Marcus Strunk, Referatsleiter Justizvollzugskommunikation.

Aus Sicht des Ministeriums zählen „Vollzugsöffnende Maßnahmen zu den wichtigsten Behandlungsmaßnahmen. Sie dienen der Aufrechterhaltung sozialer Kontakte und sind notwendig, um Gefangene, gerade auch solche mit langer Vollzugsdauer, auf den Übergang in die Freiheit vorzubereiten.

Lockerungen bilden darüber hinaus eine wesentliche Beurteilungsgrundlage für vollstreckungsrechtliche Entscheidungen der Strafvollstreckungskammern im Hinblick auf eine vorzeitige Entlassung der inhaftierten Straftäterinnen und Straftäter.“

Ministerium nennt Zahlen über Langzeitausgänge von Gefangenen

Ein Fall wie gerade in Olfen ist nach Einschätzung des Ministeriums absolut die Ausnahme. Schriftlich nennt Referatsleiter Strunk folgende Zahlen: „Bei einer Jahresdurchschnittsbelegung von 15.646 Gefangenen (Offener und geschlossener Männer- und Frauenvollzug NRW) sind im Jahre 2018 bei insgesamt 67.638 gewährten Langzeitausgängen 117 Gefangene nicht oder nicht freiwillig in die Anstalt zurückgekehrt.

Damit wurden lediglich 0,17 Prozent der gewährten Langzeitausgänge nicht regelkonform beendet. Bei den weiteren Lockerungsmaßnahmen Begleitausgang, Ausgang und Freigang ist das Ergebnis noch deutlicher: Lediglich 0,09 Prozent, nämlich 223 Gefangene von insgesamt 257.364 gewährten Begleitgängen bzw. Aus- oder Freigängen, sind nicht oder nicht freiwillig zurückgekehrt.“

Einer dieser seltenen Fälle ist jedoch gerade in Olfen passiert. Nach Informationen dieser Redaktion soll es sich dabei um einen Mann handeln, der „einiges auf dem Kerbholz“ haben soll. Näheres zu den Taten - es soll sich um etliche handeln - ist allerdings nicht bekannt.

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