Lichtdurchflutete Räume bietet der neue Kindergarten an der Füchteltner Mühle - inklusive Blick auf das künftige Naturparkhaus Steveraue. © Thomas Aschwer
Füchtelner Mühle

Füchtelner Mühle: Vieles ist anders als üblich in der neuen Olfener Kita

Bis zum Sommer soll der neue Kindergarten an der Füchtelner Mühle fertig sein. Wir haben uns auf der Baustelle umgesehen, denn die Einrichtung wird sich stark von anderen Kitas unterscheiden.

Die größte Hürde haben die Bauarbeiter im Westen der Stadt bereits gemeistert – die Arbeiten sind so weit fortgeschritten, dass die Firmen weitgehend wetterunabhängig sind. Möglich wurden die großen Fortschritte vor allem auch dadurch, dass die Stadt beim großzügigen Anbau an der Villa Ritter auf Steine weitgehend verzichtet und auf ein Holzständerwerk gesetzt hat.

Der Planung von Architekt Eckhard Scholz (Senden) bietet eine Vielzahl von Ansätzen, die bei Kitas alles andere als üblich sind. Wer zum ersten Mal in den Anbau kommt, wird immer wieder die Augen nach oben richten. Hier entsteht gerade kein Zweckbau, sondern ein lichtdurchflutetes Gebäude mit spannenden Ein- und Ausblicken. Dazu tragen die großen Fensterflächen bei. Dazu kommen Decken, die in vielen Bereichen deutlich höher als sonst üblich sind. Sie schaffen eine ungewohnte Weite.

Die Großzügigkeit setzt sich auch im Außenbereich fort. „Die Freiflächen sind mehr als doppelt so groß als sonst bei Kindergärten in dieser Größenordnung üblich“, sagt Melanie Elett, bei der Stadt Olfen zuständig für Hochbau und Gebäudemanagement. „Wir wollen das Thema Natur hier intensiv aufnehmen“, ergänzt Bürgermeister Wilhelm Sendermann. Dazu gehört aus Sicht der Stadt auch, im Herbst auf dem Gelände neue Bäume zu pflanzen.

Die Hülle steht, der Innenausbau der neuen Kita läuft auf Hochtouren.
Die Hülle steht, der Innenausbau der neuen Kita läuft auf Hochtouren. © Thomas Aschwer © Thomas Aschwer

Doch vor der „Kür“ sind die Handwerker massiv gefordert. Weit voran gekommen sind beispielsweise die Elektriker und Heizungsbauer. Bei ihnen fiel allerdings eine Standardarbeit weg. Die neue Kita bekommt keinen eigenen Heizkessel. „Wir bauen im Naturparkhaus Steveraue ein Blockheizkraftwerk ein, mit dem auch die Kita beheizt wird“, sagt Sendermann.

Zusammen mit Melanie Elett stellt er weitere besondere Ansätze bei dem Projekt heraus. Bewusst habe sich die Stadt zu einem Verzicht auf ein einheitliches Erscheinungsbild von alter Villa und Anbau entschieden. Der Anbau bekommt die gleiche äußere Struktur wie die Gebäude am Naturbad, die Villa behält ihre Klinkerfassade. Damit nicht genug. Sowie es möglich war, bleiben in der Villa die alten wertigen Bodenplatten. Und auch die leicht geschwungenen Holztüren erinnern nach ihrer Überarbeitung an den Charme der 50er-Jahre.

Spielgruppe kann in Kitagruppe umgewandelt werden

Wer künftig durch die frühere Eingangstür der Villa das Gebäude betritt, erreicht in wenigen Schritten das ehemalige Wohnzimmer, das künftig der Gruppenraum der Spielgruppe sein wird. Durch das bodentiefe große Fenster haben die Mädchen und Jungen einen herrlichen Blick auf die Stever. Die Spielgruppe verfügt zudem über verschiedene Nebenräume. Somit besteht die Möglichkeit, den Bereich in eine Kitagruppe umzuwandeln.

Der neue Kindergarten ist alles andere als ein Zweckbau, er überzeugt beispielsweise mit seinen hohen Decken und viel natürlichem Licht.
Der neue Kindergarten ist alles andere als ein Zweckbau, er überzeugt beispielsweise mit seinen hohen Decken und viel natürlichem Licht. © Thomas Aschwer © Thomas Aschwer

Ähnlich großzügig ist die Raumgestaltung bei den beiden Kitagruppen, die über einen eigenen Eingang mit anschließendem Windfang verfügen. Daran schließt sich das Büro der Kita-Leitung an. Die Gruppen- und ihre Nebenräume bieten herrliche Ausblicke ins Grün. Weil die Natur mit ihren vielfältigen Möglichkeiten bei diesem Kindergarten absolute Priorität hat, will die Stadt auch nur wenige Spielgeräte aufstellen.

Sie plant aber eine enge Verbindung zwischen dem Naturparkhaus Steveraue und der Kita. „Die Eltern können den neuen Parkplatz hinter dem Naturparkhaus nutzen und dann über einen noch zu bauenden Weg zum Kindergarten oder zur Spielgruppe gehen“, sagt Sendermann. Der Bürgermeister erwartet angesichts des besonderen Konzeptes eine hohe Nachfrage nach den Kitaplätzen im Westen der Stadt. Bei optimalem Baufortschritt können bereits zum neuen Kitajahr im Sommer die ersten Mädchen und Jungen die neue Einrichtung besuchen.

Über den Autor
Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer

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