Flatterulme ist der Baum des Jahres: Ein Exemplar ist frisch in Olfen gepflanzt worden

dzBaum des Jahres

Sie hat Eiszeiten, Schädlinge und Krankheiten überwunden: Die Flatterulme ist ein widerstandsfähiger Baum. Und auch für warme Sommer hat sie einen besonderen Überlebens-Trick entwickelt.

Olfen

, 25.04.2019, 17:13 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bruno Oelmann freut sich: Gerade steht der 82-jährige Förster an einem Bachlauf und richtet das Bäumchen auf, für das sein Kollege Benedikt Heise bereits ein beachtliches Loch gebuddelt hat.

„Bäumchen“ ist dabei relativ: Die junge Flatterulme, frisch eingetroffen aus einer Olfener Baumschule, ist bereits zwischen drei und vier Meter hoch. Und entsprechend groß muss das Loch sein, damit der Wurzelballen auch gut hält.

Doch Oelmann und Heise sind Experten. Schließlich pflanzen sie den „Baum des Jahres“ nicht zum ersten Mal, sondern seit mehr als zehn Jahren. Und zwar im Auftrag von Moritz Graf vom Hagen-Plettenberg.

Ein widerstandsfähiger Baum: Die Flatterulme

„Ich finde es schön, dass man die Vielfalt der Pflanzen im Blick behält“, begründet Graf Hagen-Plettenberg die jährliche Aktion. Die Idee habe aber Bruno Oelmann gehabt. „Der Impuls ist von ihm ausgegangen, und das hat mir sehr gut gefallen.“ Gerade spezielle Bäume, die man nicht so gut kenne, könne man auf diese Weise neu kennenlernen.

Flatterulme ist der Baum des Jahres: Ein Exemplar ist frisch in Olfen gepflanzt worden

© Martina Niehaus

Mit dem Baum des Jahres 2019 wurde ein widerstandsfähiger, aber ebenso stark gebeutelter Kandidat gewählt. Denn die Flatterulme, weiß Oelmann, musste sich schon gegen viele Feinde durchsetzen. „Im letzten Jahrhundert gab es das große Ulmensterben“, berichtet er.

Die Ursache: der Ulmensplintkäfer. Dieser Käfer habe kleine Gänge in die Ulme gefressen. „Darin hat sich dann ein Pilz angesiedelt. Fast der gesamte Ulmenbestand in Deutschland ist damals eingegangen.“

„Das Schild gehört dazu“

Die Flatterulme sei allerdings ein besonders widerstandsfähiges Exemplar und habe - im Gegensatz zur Berg- und Feldulme - der Krankheit getrotzt. Und damit sie in trockenen Sommern auch genug Wasser bekommt, haben Oelmann und Heise sie direkt neben einem kleinen Wasserlauf gepflanzt. „Die Wurzeln gehen bis zu drei Meter tief, und da findet der Baum meist noch genug Wasser“, erklärt der 82-Jährige. Deshalb sei diese Baumart auch oft an Flusslandschaften zu finden.

Auf einem kleinen Hain in der Nähe des Hauses Sandfort ist die Flatterulme in guter Gesellschaft. Denn hier wachsen bereits mehrere „Bäume des Jahres“.

Nach dem Pflanzen ist die Arbeit noch nicht ganz getan: Drei große Pfosten werden neben dem Wurzelballen in den Boden gerammt, damit der Baum auch Halt bekommt. Hier übernimmt Benedikt Heise die schwere Arbeit, steigt auf die wackelige Leiter und hämmert die schweren Pfähle in den Boden.

Flatterulme ist der Baum des Jahres: Ein Exemplar ist frisch in Olfen gepflanzt worden

Alle Jahre wieder: Bruno Oelmann bringt ein Schild an, das den Baum des Jahres kennzeichnet. © Martina Niehaus

Bruno Oelmann ist es aber, der zum Schluss das kleine Schildchen aus Holz anbringt, das über die Flatterulme informiert. „Ganz klar: Das Schild gehört dazu“, sagt er und lacht.

Der internationale Tag des Baumes
  • Der internationale Tag des Baumes geht auf den amerikanischen Journalisten Julius Sterling Morton zurück, der bereits im ausgehenden 19. Jahrhundert per Resolution die Regierung von Nebraska aufforderte, einen „Tag des Baumes“ auszurufen. Per Gesetz wurde daraufhin ab 1885 der 25. April zum „Tag des Baumes“ erklärt und jährlich Millionen neuer Bäume gepflanzt.
  • In Deutschland wurde dieser symbolhafte Tag erstmals am 25. April 1952 begangen, als der Bundespräsident Theodor Heuss und der Präsident der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Bundesminister Robert Lehr, einen Ahorn im Bonner Hofgarten pflanzten.
  • Seither gibt es an diesem Datum in vielen Städten und Gemeinden öffentliche Feierstunden, in deren Mittelpunkt die feierliche Pflanzung von Bäumen steht. Damit soll auf die Bedeutung des Waldes für Mensch, Umwelt und Wirtschaft hingewiesen werden.
  • Mittlerweile entwickelte sich so eine der größten Mitmachaktionen im Naturschutz, mit der ein deutliches Zeichen für den Wald und die Zukunft gesetzt werden soll.
  • Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) unterstützt den Internationalen Tag des Baumes. Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, ist Schirmherrin für den Baum des Jahres 2019, die Flatterulme.
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