„Ein Brunnen rentiert sich schneller als eine Photovoltaik-Anlage“

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Fast 32 Grad im Schatten, dazu ein sandiger Boden. Was tun, um den schönen Garten zu retten - viel Geld in Trinkwasser investieren oder besser einen natürlichen Kreislauf in Gang setzen?

Olfen

, 30.06.2020, 12:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Sommer 2018 war Regen absolute Mangelware, 2019 sah es für Gartenfreunde und Landwirte nicht besser aus und auch in diesem Jahr ist der Sommer ausgesprochen trocken. Beste Voraussetzungen, um den heimischen Garten oder Balkon zu genießen. Wer aber die in der Coronakrise gepflanzten Blumen noch etwas genießen will, muss aktiv werden.

„Wir können uns vor Aufträgen nicht retten“, sagt Brunnenbohrer Michael Pollmüller und macht mit einem Satz deutlich, wohin der Trend gerade geht. Viele Menschen wollen kein Trinkwasser für ihre Sträucher und Bäume oder ihren Rasen nutzen. Natürlich geht es dabei ums Geld.

Brunnen können mindestens 50 Jahre genutzt werden

Wer sich eine zusätzliche Wasseruhr einbaut, muss zwar für das Wässern des Gartens keine Abwassergebühr bezahlen, doch in trockenen Sommern kommen auch so einige Kosten auf die Häuslebesitzer zu. „Ein Brunnen rentiert sich schneller als eine Photovoltaik-Anlage“, sagt der erfahrene Brunnenbohrer Pollmüller.

Bereits seit über 30 Jahren beschäftigt sich der Olfener beruflich mit sandigen und felsigen Böden, mit Wasseradern und Brunnen. „Fachmännisch gebohrte Brunnen haben eine Nutzungsdauer von mindestens 50 Jahren, teilweise sogar von 100 Jahren.“ Dazu komme, dass das Bohren nach Grundwasser und auch das Nutzen des Wassers vollkommen legal sei.

Auf einem Großteil der Grundstücke in unserer Region reichen sogenannte Saugbrunnen aus. Solche Bohrungen können ohne viel Dreck im fertig angelegten Garten ausgeführt werden. Die Pumpe wird dann im Keller oder in der Gartenhütte aufgestellt. Von dort wird das Wasser verteilt.

Auf einem Großteil der Grundstücke in unserer Region reichen sogenannte Saugbrunnen aus. Solche Bohrungen können ohne viel Dreck im fertig angelegten Garten ausgeführt werden. Die Pumpe wird dann im Keller oder in der Gartenhütte aufgestellt. Von dort wird das Wasser verteilt. © Pollmüller

„Wichtig ist allerdings, dass das Grundwasser wieder dem Erdreich zugeführt wird und nicht in die Kanalisation gelangt. „In diesem Fall muss eine Messeinrichtung installiert werden mit der die Wassermenge aufgezeichnet wird. Dafür fallen dann Abwassergebühren an“, nennt Pollmüller die Rahmenbedingungen für einen Brunnen auf dem eigenen Grundstück.

In Olfen gibt es große Grundwasser-Vorkommen

Doch der Fachmann warnt: Brunnen sei nicht Brunnen. Das hätten auch die offiziellen Stellen erkannt. „Seit zehn Jahren benötigt man einen Genehmigung der Handwerkskammer Münster“, bericht Pollmüller. Seinen Kunden gibt er eine zusätzliche Sicherung an die Hand. „Bei mir gibt es eine Wassergarantie. Wenn kein Wasser aus dem Bohrloch kommt, bezahlt der Kunde nichts.“

Eine allerdings sehr unwahrscheinliche Situation in Olfen und Umgebung. Gerade in der Steverstadt gebe es Grundwasser in einer „unvorstellbaren Menge“. Mit der entsprechenden Pumpe könne dann bis zu 3000 Liter in der Stunde aus dem Bohrloch gepumpt werden. Allerdings habe der Olfener Boden auch seine Herausforderungen. „Es gibt sehr viele Sandböden, hier ist eine bestimmte Technik notwendig“, sagt Pollmüller.

Was kostet ein Brunnen?
  • Wer sich für einen eigenen Brunnen interessiert, muss zunächst einmal investieren.
  • Michael Pollmüller berechnet pauschal 1200 Euro - unabhängig davon, wie lange er bohren muss.
  • Findet der Olfener Unternehmer kein Wasser, muss der Kunde nichts bezahlen.
  • Für das Wasser aus dem eigenen Brunnen fallen anschließend nur geringe Kosten an - die Stromkosten für die Pumpe.
  • Abwasserkosten oder Abgaben an die Kommune werden nicht fällig - wenn das Wasser auf dem eigenen Grundstück versickert.

Nur wenige Kilometer von Olfen entfernt ist die Situation eine ganz andere. In Seppenrade gebe es an vielen Stellen einen Granit ähnlichen Stein. Weil er so hart ist, benötigt der Brunnenbohrer viel mehr Zeit für ein Bohrloch als in Olfen. Doch der Aufwand lohne sich. Die Wasserqualität sei ausgesprochen gut im Rosendorf.

Auch Michael Pollmüller setzt bei Wassersuche auf Wünschelrute

Bleibt die alles entscheidende Frage, wie ein Brunnenbohrer den besten Platz für ein Bohrloch im Garten findet? Wie schon sein Vater setzt Michael Pollmüller auf eine Wünschelrute, die allerdings bei ihm aus Edelstahl und nicht aus Holz ist. „Deshalb gibt es bei uns auch immer vor dem Bohren einen Vor-Ort-Termin.“ Dabei schlägt er dem Auftraggeber den besten Standort für ein Bohrloch vor. „Wir haben dabei eine Erfolgsquote von 99 Prozent.“ Natürlich müsse der Hauseigentümer diesem Vorschlag nicht folgen. „Wir bohren auch an anderen Stellen im Garten, dann übernehmen wir aber keine Wassergarantie.“

Eine andere Sorge kann Pollmüller den Interessierten nehmen: Wer in seinem bereits schön gestalteten Garten in trockenen Sommern nach Wasser bohrt, muss im Nachgang keinen Gärtner holen. Er verfügt auch über kleine tragbare Bohrgeräte.

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