Dreigestirn aus Olfen auf Tournee: 75 Termine pro Session - einer in der Redaktion Selm

Karneval in Olfen

Was haben ein Nilpferd und der Prinz gemeinsam? Warum gibt es im Karneval Leibeigenschaft? Und was ist in Olfen ganz anders als in Köln? Das verriet das Dreigestirn beim Redaktionsbesuch.

Selm, Olfen

, 10.02.2020, 11:11 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dreigestirn aus Olfen auf Tournee: 75 Termine pro Session - einer in der Redaktion Selm

Johann Marc Möller und Funkenmariechen Pia Schlinger in der RN-Redaktion. © Marie Rademacher

Dass 2020 „ein schönes Jahr“ sein würde, wusste Johannes Leushacke schon lange. Genau genommen seit fünf Jahren. So lange ist klar, dass er, Marc Möller und Pia Schlinger in dieser Session an der Spitze des Olfener Karnevals stehen würden. Inzwischen ist das Jahr bereits rund 40 Tage alt - und 2020 hält, was es versprochen hat, wie das Dreigestirn bei seinem Besuch in der Redaktion versichert.

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„Jetzt geht es Schlag auf Schlag“, sagt Leushacke (34). Und sein Johann, Marc Möller (26) sowie Funkenmariechen Pia Schlinger (19) nicken. Der Terminkalender bis zum Nelkendienstag, wenn der große Umzug durch Olfen rollt, ist vollgepackt: hier feiern, da repräsentieren, dort tanzen - rund 75 Termine in der Session. Der Karneval stehe jetzt im Mittelpunkt, sagen sie und lächeln. Sie haben es eben nicht anders gewollt.

Dreigestirn aus Olfen auf Tournee: 75 Termine pro Session - einer in der Redaktion Selm

Die Gäste aus Olfen (Prinz Johannes Leushacke, Funkenmariechen Pia Schlinger und Johann Marc Möller) mit (v. l.) Redaktionsleiterin Sylvia vom Hofe und den Redakteurinnen Marie Rademacher und Sabine Geschwinder. Dazwischen: das cyanblaue Maskottchen Leni Lensing. © Antje Pflips

Nein, seine Schüler hätten ihn noch nicht auf sein Prinzenamt angesprochen, sagt Leushacke. Er ist Gymnasiallehrer in Ibbenbüren: Religion und Geschichte. „Ich glaube, viele wissen es auch gar nicht.“ Ibbenbüren sei in Sachen Karneval nicht besonders interessiert - ganz anders als Olfen, seine Heimatstadt.

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Seitdem er denken kann, stand er dort am Zug. „Ich weiß noch, wie ich als kleiner Junge als Old Shatterhand ging“, sagt Leushacke: in einem maßgeschneiderten Anzug. Für den Karl-May-Fan unvergesslich. 2019 war sein Kostüm noch ausgefallener: Nilpferd.

In diesem Jahr trägt er Strumpfhose und festliches Ornat mit fellbesetztem Kragen, breiten Schulterpartien und dem rot-goldenen Wappen der Stadt auf der Brust: WO für Wigbold Olfen. Nicht minder elegant: das Funkenmariechen und der Johann.

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Was ist eigentlich ein Johann?

Johann, was ist das eigentlich? Er stehe dem Prinzen zur Seite, unterstütze ihn währen der ganzen Session, sagt Möller. Leushacke macht es noch genauer. Mit dem Johann sei ursprünglich der Leibeigene gemeint. So sei es nachzulesen. Tatsächlich sieht das aber anders aus. Freunde seien sie, alle drei. Und was sie verbinde, sei der „Riesenspaß am Karneval“.

Was Olfen von Köln unterscheidet

Während in der Olfener Nachbarschaft Prinzenpaare im Karneval regieren, gibt es ein Dreigestirn auch noch in der närrischen Hochburg Köln: für die Olfener aber kein Vorbild - nicht nur, weil die Drei dort Prinz, Bauer und Jungfrau heißen, und besagte Jungfrau immer ein Mann ist.

Dreigestirn aus Olfen auf Tournee: 75 Termine pro Session - einer in der Redaktion Selm

Die Gäste aus Olfen (Prinz Johannes Leushacke, Funkenmariechen Pia Schlinger und Johann Marc Möller) mit (v. l.) Redaktionsleiterin Sylvia vom Hofe und den Redakteurinnen Marie Rademacher und Sabine Geschwinder. Dazwischen: das cyanblaue Maskottchen Leni Lensing. © Antje Pflips

Dort könnten nur wenige diese Ämter anstreben, da damit immense Ausgaben verbunden seien. „Hier kann dagegen jeder Prinz werden, der gerne möchte“, versichert Prinzregent Jürgen Kötter. Dafür sorge die 1834 gegründete Karnevalsgesellschaft KITT: ein Markenname für bodenständigen Karneval.

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