Was passiert, wenn in Olfen die Afrikanische Schweinepest ausbricht?

dzJagdtag Vinnum

Der Jagdtag Vinnum endete am vergangenen Samstag, dem 5. Januar, rundum erfolgreich. Die Drückjagd dient auch zum Schutz vor der Afrikanischen Schweinepest. Doch was passiert beim Ausbruch?

von Günther Goldstein

Vinnum

, 06.01.2019, 14:31 Uhr / Lesedauer: 3 min

Es war Jagdtag in Vinnum. Am Ende des Tages dankte Moritz Graf vom Hagen-Plettenberg der Jagdgesellschaft angesichts des erlegten Wildes für ihren Einsatz und das umsichtige Handeln während der Drückjagd.

50 Schützen und 50 Treiber

50 Schützen und fast eben so viele Treiber und Hundeführer waren an der Jagd beteiligt. Sie versammelten sich zum Abschluss um die gelegte Strecke am Wirtschaftshof, um sich das Ergebnis anzusehen.

Was passiert, wenn in Olfen die Afrikanische Schweinepest ausbricht?

Nach der Jagd begutachteten die Beteiligten das Ergebnis. © Günther Goldstein

Wenig Schwarzwild ansässig

Dass nur zwei Sauen erlegt worden seien, sei ein gutes Zeichen dafür, dass in die beiden Revieren Nord- und Süd-Sandfort nicht so viel Schwarzwild ansässig ist, sagte vom Hagen-Plettenberg.

Er mahnte aber auch, dass dem ansässigen Schwarzwild wegen der Afrikanischen Schweinepest die ganze Aufmerksamkeit gelte, um die hiesigen Schweinezüchter vor der gefährlichen Seuche zu schützen.

Zuvor hatte es für alle Beteiligten und Helfer ein Schüsseltreiben in einem Wirtschaftsgebäude gegeben. Anschließend wurden die erfolgreichen Schützen mit einem frischen Tannenbruch ausgezeichnet.

Was passiert, wenn in Olfen die Afrikanische Schweinepest ausbricht?

Während der Treibjagd rund um Schloss Sandfort begaben sich die Jäger mit Hunden in die Wälder. Straßen mussten dafür gesperrt werden. © Günther Goldstein

Sperrungen waren notwendig

Die ganze Aktion hatte am Morgen begonnen, als sich ab 9 Uhr die Schützen, Treiber und Hundeführer an ihre geplanten Einsatzstellen im Revier begaben.

Dann wurde die Sandforter Straße (K14) zwischen Einmündung Borker Landweg (K7) und Einmündung Lehmkamp (Ziegelwerk Hüning) sowie der Borker Landweg (K14) von der Kreuzung mit dem Vinnumer Landweg an der Reithalle Lützow bis zur Einmündung in die Sandforter Str. (K14) an der Alten Rentei des Schloss Sandfort durch Kräfte der Feuerwehr gesperrt.

Das war notwendig, weil durch die Art der Jagd sowohl die Hunde als auch das Wild unerwartet die Fahrbahnen überqueren konnten und somit den Verkehr erheblich gefährden würden.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

So lief die Treibjagd in Vinnum

50 Jäger und nochmal so viele Treiber und Hundeführer waren am Samstag, 5. Januar, rund um Schloss Sandfort unterwegs. Wir waren dabei und haben Fotos mitgebracht.
06.01.2019
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Während der Treibjagd rund um Schloss Sandfort begaben sich die Jäger mit Hunden in die Wälder. Straßen mussten dafür gesperrt werden.© Günther Goldstein
Während der Treibjagd rund um Schloss Sandfort begaben sich die Jäger mit Hunden in die Wälder. Straßen mussten dafür gesperrt werden.© Günther Goldstein
Während der Treibjagd rund um Schloss Sandfort begaben sich die Jäger mit Hunden in die Wälder. Straßen mussten dafür gesperrt werden.© Günther Goldstein
Während der Treibjagd rund um Schloss Sandfort begaben sich die Jäger mit Hunden in die Wälder. Straßen mussten dafür gesperrt werden.© Günther Goldstein
Während der Treibjagd rund um Schloss Sandfort begaben sich die Jäger mit Hunden in die Wälder. Straßen mussten dafür gesperrt werden.© Günther Goldstein
Während der Treibjagd rund um Schloss Sandfort begaben sich die Jäger mit Hunden in die Wälder. Straßen mussten dafür gesperrt werden.© Günther Goldstein
Während der Treibjagd rund um Schloss Sandfort begaben sich die Jäger mit Hunden in die Wälder. Straßen mussten dafür gesperrt werden.© Günther Goldstein
Während der Treibjagd rund um Schloss Sandfort begaben sich die Jäger mit Hunden in die Wälder. Straßen mussten dafür gesperrt werden.© Günther Goldstein
Nach der Treibjagd versammelten sich die Jäger um die erlegten Tiere. Jagdhornbläser begleiteten die Szenerie musikalisch.© Günther Goldstein
Nach der Treibjagd versammelten sich die Jäger um die erlegten Tiere. Jagdhornbläser begleiteten die Szenerie musikalisch.© Günther Goldstein
Nach der Treibjagd versammelten sich die Jäger um die erlegten Tiere. Jagdhornbläser begleiteten die Szenerie musikalisch.© Günther Goldstein
Nach der Treibjagd versammelten sich die Jäger um die erlegten Tiere. Jagdhornbläser begleiteten die Szenerie musikalisch.© Günther Goldstein
Nach der Treibjagd versammelten sich die Jäger um die erlegten Tiere. Jagdhornbläser begleiteten die Szenerie musikalisch.© Günther Goldstein
Nach der Treibjagd versammelten sich die Jäger um die erlegten Tiere. Jagdhornbläser begleiteten die Szenerie musikalisch.© Günther Goldstein
Nach der Treibjagd versammelten sich die Jäger um die erlegten Tiere. Jagdhornbläser begleiteten die Szenerie musikalisch.© Günther Goldstein

Keine Zwischenfälle gemeldet

Die gute Nachricht: Zum Abschluss stellte sich bei der Bilanz heraus, dass es zu keinen Zwischenfällen gekommen war.

Was passiert, wenn in Olfen die Afrikanische Schweinepest ausbricht?

Gut getarnt, warteten die Jäger auf Wild. © Günther Goldstein

Veterinäramt hat einen Notfallplan

Die Jagd ist nur eine Maßnahme, um die Region vor der Afrikanischen Schweinepest zu schützen. Falls die Afrikanische Schweinepest wirklich ausbrechen sollte, hat das Veterinäramt des Kreises Coesfeld einen Notfallplan.

„So eine Pest zu bekämpfen ist nämlich gar nicht so einfach“, sagt Dr. Bernd Altepost, Leiter des Veterinäramtes vom Kreis Coesfeld.

Notfallpläne habe es schon immer gegeben, aber für die Afrikanische Schweinepest wurden diese nochmals verstärkt.

Denn sobald ein Tier positiv auf die Krankheit getestet wurde, wird ein Krisenstab einberufen, mit dem das gesamte Gebiet gesichert und weitere Schritte eingeleitet werden. „Mit ortskundigen Jägern oder Förstern würden wir dann gucken, ob man weitere Kadaver in dem Gebiet findet“, erklärt Altepost.

Dabei werde ganz systematisch vorgegangen: „Natürlich ist es wichtig zu verhindert, dass sich die Pest weiter ausbreitet“, erklärt Bernd Altepost. Doch noch wichtiger sei es aufzupassen, dass sich die Krankheit nicht auch noch auf Hausschweine ausbreitet.

Landwirte wegen Afrikanischer Schweinepest nervös

Bernhard Brüse, Vorsitzender des landwirtschaftlichen Ortsverbands in Olfen, hat zwar selbst keine Hausschweine mehr, weiß aber, wie es den Landwirten gehen wird: „Natürlich sind die nervös.“

Generell seien Schweinebauern sowieso schon vorsichtig, was Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen betreffe. „Auch wegen anderen Krankheiten natürlich, aber seit der Afrikanischen Schweinepest sind alle noch vorsichtiger“, so Brüse.

So lassen die Landwirte zum Beispiel keine fremden Personen in ihre Ställe oder haben Desinfektionsmatten vor den Eingängen, über die Besucher laufen müssen., bevor sie den Stall betreten.

Oft bekäme auch der Tierarzt in jedem Betrieb neue Kleidung, damit keine Krankheiten angeschleppt würden. Draußen sind die Schweine weitläufig abgezäunt, damit sie keinesfalls mit Wildschweinen in Kontakt kommen.

Bei Ausbruch gäbe es drei Zonen

Um die Seuche dann bei den Wildschweinen endgültig zu bekämpfen, gibt es einen systematischen Plan des Kreisveterinäramtes, der die betroffene Region in drei Zonen einteilt:

  • Die erste Zone ist die Kernzone. Die befindet sich unmittelbar 20 Quadratkilometer um den Kadaver herum. Dieser wird so weit wie möglich abgezäunt und alle Wildschweine in diesem Bereich getötet. Die Ländereien, die in diesem Gebiet sind, darf dann keiner mehr betreten.
  • Die zweite Zone darum heißt gefährdete Zone und hat einen ungefähren Radius von zehn Kilometern. Hier herrscht - anders als in der Kernzone - ein absolutes Jagdverbot um zu ermitteln, wie sich die Seuche weiter ausbreiten könnte.
  • Die dritte Zone ist das Beobachtungsgebiet. Das ist noch einmal doppelt so groß wie die gefährdete Zone. Hier werden Wildschweine wieder verstärkt gejagt.

Zusätzlich gibt es aber auch strenge Auflagen für Hausschweine. Dazu gehört ein Transportverbot, das nur unter ganz bestimmten Umständen gelockert werden darf. Frühestens ein halbes Jahr, nachdem das letzte Schwein positiv getestet wurde, werden all diese Zonen wieder aufgehoben.

Von Erfahrungen in Tschechien profitieren

In Tschechien haben diese Maßnahmen so auch funktioniert - seit dem Frühjahr 2018 ist die Afrikanische Schweinepest dort nämlich nicht mehr aufgetreten.

„Wir können von diesen Erfahrungen dann natürlich profitieren“, so Altepost. Doch eines weiß er bestimmt: Das Veterinäramt kann all das nicht alleine schaffen. „Deswegen rufen wir am Anfang nämlich auch einen Krisenstab aus“, erklärt Altepost.

Zum einen sind da dann Polizei und Feuerwehr, die unterstützen. Ordnungsbehörden würden Betretungsverbote kontrollieren und eine Gesellschaft zur Vorbeugung von Wildseuchen, die aktuell in der Gründung sei, werde dann dafür sorgen, dass es genügend Zäune und Material zur Bekämpfung gibt.

„Wir müssen einfach alles Vermeidbare tun, damit sich die Pest hier erst gar nicht ausbreitet“, so Altepost.

Was passiert, wenn in Olfen die Afrikanische Schweinepest ausbricht?

Die Afrikanische Schweinepest ist auf dem Vormarsch. Jagd auf Wildschweine soll vorbeugen. © dpa

Wahrscheinlichkeit des Ausbruchs ist hoch

In allen umliegenden Kreisen sähen die Notfallpläne ähnlich aus. „Ich bin ein Optimist, noch habe ich die Hoffnung nicht aufgegeben“, sagt Bernd Altepost.

Doch er gebe auch zu: Die Wahrscheinlichkeit, dass die Schweinepest auch in Deutschland oder im Kreis Coesfeld ausbricht sei hoch.

Eine Prognose wagt er aber nicht. Auch Bernhard Brüse will nicht hoffen, dass es soweit kommt: „Dann wäre hier bei uns in Olfen wirklich für alle Alarmstufe rot!“

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