Corona und Vogelgrippe - doppelte Gefahr für Olfener Geflügelzüchter

dzHof Pennekamp

Ein Weihnachtsfest im Familienkreis ohne Gans? Kaum vorstellbar für viele Olfener und Menschen in der Region! Doch in diesem Jahr scheint wenig sicher. Das hat vor allem zwei Gründe.

Olfen

, 03.11.2020, 13:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Nachricht ist noch ziemlich frisch: In Norddeutschland grassiert aktuell die Vogelgrippe. Nachdem auf Rügen ein toter infizierter Mäusebussard gefunden wurde, hat der Landkreis Vorpommern-Rügen eine Aufstallung von Geflügel angeordnet. Eine Situation, die auch Horst Pennekamp vor vier Jahren erlebt hat.

Seinerzeit hatte er kurzfristig die Halle in einen großen Gänsestall umfunktioniert, um seine Tiere zu schützen. Die Vogelgrippe ist hochansteckend. Mittlerweile ist sie auch bei Wildvögeln in Nordfriesland und Hamburg nachgewiesen. Noch sieht der Olfener Züchter keine konkrete Gefahr für seine Tiere, ist aber sensibilisiert.

Dass es in diesem Jahr auf dem Hof an der Selmer Straße 79 überhaupt noch Gänse gibt, war längst nicht sicher. Die Familie hatte im vergangenen Jahr überlegt, keine jungen Tiere mehr aufzustallen. Am Ende hat sich Horst Pennekamp (66) fürs Weitermachen entschieden. Weihnachten mit einer Gans von Pennekamp bleibt möglich.

Olfener Geflügelzüchter hat weniger Gänse als in früheren Jahren

Allerdings hat der Geflügelzüchter in diesem Jahr weniger Tiere als früher. „Wir hatten schon mal 350 Gänse“, heißt es aus dem Familienbetrieb. Aktuell genießen rund 200 Gänse das Wetter und die Freiheit auf der Wiese. „Wir sind angesichts der Corona-Pandemie schon etwas besorgt, ob es Weihnachten so läuft wie sonst üblich“, betont die Familie Pennekamp.

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Das sonst übliche Treffen der gesamten Familie zu den Feiertagen könnte ausfallen - und damit die Nachfrage nach dem Geflügel sinken. Für das Martinsfest gab es wenige Vorbestellungen. Allerdings ist für den Olfener Geflügelhof immer Weihnachten das Hauptgeschäft.

Schon im September sind dafür erste Vorbestellungen eingegangen. Auch der Oktober lief gut. „Wir haben fast täglich Nachfragen“, hieß es am Dienstag (3. November) aus dem Betrieb. Die Gründe liegen auf der Hand. In den vergangenen Jahren musste der Geflügelhof Interessenten absagen, weil bereits alle Gänse verkauft waren.

Bei den Gänsen ist der Druck längst nicht so groß wie bei Schweinen

Dass die Gastronomie jetzt im zweiten Lockdown für vier Wochen schließen muss, hat keinen Einfluss auf das Geschäft des Olfener Geflügelhofes. „Wir verkaufen an Privatkunden“, sagt die Familie. Sie steht mit ihren Gänsen auch nicht unter dem zeitlichen Druck der Schweinezüchter.

Während sie Probleme bekommen, wenn ihre Schweine nur eine Woche länger als geplant im Stall stehen, kann der Geflügelzüchter viel flexibler reagieren. Falls die Beschränkungen doch über Ende November hinaus gehen und beispielsweise größere Familientreffen zu Weihnachten untersagt sind, hat die Familie Pennekamp bereits eine Lösung. „Dann lassen wir die Gänse leben.“

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