Corona-Pandemie verzögert jetzt auch Erschließung eines Baugebiets in Olfen

dzKeine Sitzungen

Schlechte Nachricht für Bauwillige in Olfen: Das neue Baugebiet südlich der Kökelsumer Straße kommt drei Monate später als geplant. Mindestens drei Monate. Eine Folge der Corona-Pandemie.

Olfen

, 21.03.2020, 09:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Nachfrage nach Baugrundstücken in Olfen ist groß, die Preise hoch. Und sie steigen immer weiter. Allein im vergangenen Jahr um vier bis sieben Prozent - wie der Gutachterausschuss errechnet hat. In der Steverstadt waren damit 200 Euro pro Quadratmeter fällig. Im Durchschnitt.

Zusammen mit Coesfeld (205 Euro im Durchschnitt) hat Olfen die höchsten Grundstückpreise im Kreis Coesfeld. Weniger als die Hälfte - im Durchschnitt sind es genau 90 Euro - kostet hingegen ein Grundstück in Rosendahl im Norden des Kreises.

Ähnlich dramatisch ist die Preisentwicklung für freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser. Wurde 2010 für ein Reihenhaus oder eine Doppelhaushälfte auf einem knapp 400 Quadratmeter großen Grundstück ein durchschnittlicher Kaufpreis von 165.490 Euro gezahlt, waren im vergangenen Jahr mehr als 270.199 Euro fällig.

Bezirksregierung empfiehlt die Absage von Sitzungen bis Ostern

Eine logische Folge von (geringem) Angebot und (hoher) Nachfrage. Um ein wenig Druck aus dem Markt zu nehmen, plant die Stadt Olfen eine 11 Hektar große Fläche südlich der Kökelsumer Straße in Bauland umzuwandeln. Doch das Baugebiet „Olfener Heide“ wird später als geplant kommen.

Die aktuellen Präventionsmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie mit dem Ziel, soziale Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren, haben auch Auswirkungen auf die Sitzungen der kommunalen Vertretungen. Die Bezirksregierung Münster empfiehlt den Kommunen, Sitzungen der Räte, der Kreistage, ihrer Ausschüsse und sonstiger Gremien zunächst bis Ostern auszusetzen.

Bauwillige finden keine Baugrundstücke in Olfen

Wo keine (Bürger-)Versammlungen stattfinden sollen, können natürlich auch keine Baulandpläne nach vorne gebracht werden. Dabei sind es gerade auch viele Olfener, die Interesse an einem Neubau auf der Fläche haben. Dazu kommen Interessenten aus dem Umland.

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Wie stark die Nachfrage und wie hoch die Kosten für Gebrauchtimmobilien sind, zeigt ein Blick auf bekannte Immobilienportale. Nicht ein einziges Grundstück findet sich beispielsweise bei Immobilienscout.

Die Zahl der Häuser ist „sehr überschaubar“. Und wenn eine Immobilie zum Verkauf steht, werden Summen von bis zu knapp 1 Million Euro aufgerufen - für ein Haus auf einem 630 Quadratmeter großen Grundstück.

Auch Preise für Ackerflächen und Wälder werden teurer

Neben den Bauwilligen müssen auch Landwirte tiefer in die Taschen greifen, wenn sie neue Ackerflächen kaufen wollen. „Hier steigen die Bodenrichtwerte im Mittel um sechs Prozent auf durchschnittlich 8,80 Euro je Quadratmeter.

Der Bodenrichtwert für forstwirtschaftliche Flächen beträgt samt Aufwuchs 2,40 Euro je Quadratmeter“, heißt es in der Mitteilung des Gutachterausschusses.

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