Corona-Krise in Olfen: Eine bewegende Aktion soll allen Menschen Mut machen

Corona-Krise

Kontaktverbot. Allein zuhause. Die Corona-Krise bringt so manchen an seine seelischen Grenzen. Eine Aktion von Flüchtlingen und Deutschen aus Olfen soll helfen, nicht den Mut zu verlieren.

Olfen

, 26.03.2020, 07:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gemeinsam sind wir nicht allein, lautet eine der Botschaften auf diesem Foto.

Gemeinsam sind wir nicht allein, lautet eine der Botschaften auf diesem Foto. © Asylkreis Olfen

Es sind zwei Fotos mit jeweils neun Einzelfotos, die derzeit von Olfen aus ihren Weg über soziale Medien in die Welt finden. Auf den Fotos halten Menschen Plakate mit Begriffen in der Hand. Auf dem ersten Foto sind folgende Botschaften zu lesen: „Zusammen halten“; „Zuhause bleiben“; „Gemeinsam sind wir nicht allein“. Auf dem zweiten Foto ist zu lesen: „Wir denken an euch von zuhause“; „Bleibt gesund“.

Wir denken an euch: Asylkreis und Flüchtlinge sind echte Mutmacher.

Wir denken an euch: Asylkreis und Flüchtlinge sind echte Mutmacher. © Asylkreis Olfen

Die Idee zu diesen Bildern hatten einige Mitglieder des ökumenischen Arbeitskreises Asyl Olfen um deutlich zu machen, dass die derzeitige Bedrohung durch den Corona-Virus auch ein großes Problem der Flüchtlinge in Deutschland ist. „Obwohl die aktuellen Auflagen in den beengten Wohnverhältnissen durch die Flüchtlinge nur sehr schwer zu erfüllen sind und sie durch die Einschränkungen des öffentlichen Lebens besonders betroffen sind, sorgen sie sich gemeinsam mit uns um die Gesundheit aller Menschen“, sagt Sprecher Heiner Dieckmann.

Die Gedanken der Flüchtlinge in Olfen seien natürlich auch bei ihren Verwandten und Freunden in den Herkunftsländern, die ebenfalls vom Coronavirus betroffen sind und nicht ausreichend medizinisch behandelt werden.

Gemeinsame Aktion von Deutschen und Flüchtlingen

Als der Asylkreis die Idee zu der Fotoaktion hat, die jetzt auch über die sozialen Medien in die Welt gebracht wird, hätten Flüchtlinge spontan mitmachen wollen, berichtet Dieckmann. So ist also eine gemeinsame Aktion von Deutschen und Flüchtlingen daraus geworden. Frauen, Männer, Kinder - egal welcher Nation: Ihre Gesichter auf den Einzelfotos strahlen Zuversicht aus. Echte Mutmacher in schweren Zeiten.

„Beide Aufrufe sollen dazu beitragen, dass trotz der räumlichen Trennung die emotionale Nähe durch Telefon, WhatsApp, Skype und das Internet weiter gelebt und intensiviert wird“, erklärt der Asylkreis Olfen. „Die Flüchtlinge wollen zudem dazu beitragen, dass wir die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen ergreifen“, sagt Heiner Dieckmann.

Kontakt zwischen Asylkreis und Flüchtlingen meist per Telefon

Wie sieht nun derzeit der Alltag in der wichtigen Arbeit des Asylkreises Olfen aus? Legt die Corona-Krise den Kontakt zwischen dem Asylkreis und den Flüchtlingen lahm? „Wir versuchen, alles telefonisch zu machen oder übers Internet“, berichtet der Sprecher des Asylkreises. Persönliche Kontakte seien möglichst zu vermeiden. „Im Moment läuft das noch ganz gut, weil wir auch viel Verständnis bei den Flüchtlingen für die Situation hier in Deutschland haben.“

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Normalerweise begleiten Mitglieder des Asylkreises Flüchtlinge auch zu Ämtern. Nun ist das Olfener Rathaus aber wegen der Corona-Krise geschlossen. Aber die Probleme der Flüchtlinge machen ja wegen der Corona-Krise keine Pause. „Solche Dinge werden, wenn es eben geht, auch telefonisch geregelt“, erklärt Heiner Dieckmann.

In der Flüchtlingsunterkunft ist Distanz zu wahren nicht einfach. Die Flüchtlinge tun laut Asylkreis alles, um das Kontaktverbot einzuhalten.

In der Flüchtlingsunterkunft ist Distanz zu wahren nicht einfach. Die Flüchtlinge tun laut Asylkreis alles, um das Kontaktverbot einzuhalten. © Arndt Brede

Die Flüchtlinge tun im Übrigen laut Heiner Dieckmann alles dafür, dass die Maßgabe des Kontaktverbots und des nötigen Abstands erfüllt werden. Das dürfte in der Flüchtlingsunterkunft am Vinnumer Landweg nicht einfach sein, oder? „Das ist dort, aber auch im Marienheim schwierig, wo ja auch Flüchtlinge wohnen. Sie bemühen sich, die Auflagen einzuhalten.“

Nun ist es ja nicht unwahrscheinlich, dass das eine oder andere Sprachproblem dazu führt, dass Flüchtlinge noch nicht so recht wissen, wie sie sich unter den neuen Auflagen zu verhalten haben. „Es gibt mehrsprachige Ausgaben von Verhaltensregeln, die von der Stadt und vom Kommunalen Integrationszentrum erstellt wurden. Diese Zettel sind verteilt worden.“

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