Der neue Wertstoffhof in Olfen ist am Mittwoch offiziell eröffnet worden. Es gab viel Lob, aber auch etwas Kritik. Oder ist alles nur ein Missverständnis?

Olfen

, 20.09.2018, 11:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auch wenn der neue Wertstoffhof noch ganz frisch in Betrieb ist, ließen sich am Mittwoch zahlreiche Olfener beobachten, die den Hof antesteten. Ob mit dem Rad oder mit dem Auto brachten sie ihre Abfälle weg.

So auch Jan Koliska, der in seinem Wagen mehrere große Tüten mit Gartenabfall dabei hatte. Er wohnt nicht weit vom Wertstoffhof entfernt und kennt auch den alten Hof gut. Der neue Wertstoffhof gefällt ihm: „Kein Vergleich zum Alten“, findet Koliska. Der neue Hof biete mehr Platz, beim alten Wertstoffhof sei es deshalb auch oft zu langen Wartezeiten gekommen. Auch der Olfener Franz Kortmann, der alte Möbel entsorgt, ist vom neuen Hof angetan: „Das Handling ist besser“, sagt er, „man muss nicht mehr die ganzen Treppen hoch, gerade für die Älteren ist es angenehmer.“

Rampe statt Treppen

Wer seinen Müll loswerden möchte, muss auf dem neuen Wertstoffhof nun keine Treppen mehr erklimmen, sondern kann eine Rampe hochfahren und dann direkt neben den Containern parken. Für Irritationen sorgte aber zunächst die Absperrung, die vor den Containern angebracht ist. Sie muss geschlossen sein, wenn die Container nicht feststehen, erklärt Stefan Bölte von den Wirtschaftsbetrieben im Kreis Coesfeld. Steht der Container fest, dann lässt das Absperrgitter sich zur Seite schieben. Über eine Stufe lässt sich der Abstand zum Container dann verringern.

Container zu hoch? Irritationen bei Eröffnung von neuem Wertstoffhof

Landrat Christian Schulze Pellengahr (links) und Wilhelm Sendermann gehen am Dienstag die Rampe zu den Containern hoch. Das Treppen steigen ist vorbei. © Sabine Geschwinder

Am Montag war das aber noch nicht der Fall. Friedhelm Streitbürger aus Olfen gehörte zu den ersten Kunden, die den Wertstoffhof besuchten. Er hievte seinen Grünabfall komplett über das die Absperrung und ärgerte sich. Ein Missverständnis, wie Bürgermeister Wilhelm Sendermann bei der offiziellen Eröffnung des Wertstoffhofs am Mittwoch sagt. Die Mitarbeiter hätten noch nicht jede Funktionsweise genau gekannt und die Absperrung sei noch nicht weggeschoben worden.

Container zu hoch? Irritationen bei Eröffnung von neuem Wertstoffhof

Das Absperrgitter an der Seite war am Montag noch geschlossen. Wenn der Container fest steht, können sie aber zur Seite geschoben werden und man tritt über eine Stufe auf den Container zu. © Sabine Geschwinder

Für die Container gebe es zudem eine Höhenvorschrift, so Stefan Bölte. Eine Mindestbrusthöhe von einem Meter sei laut Unfallvorschriften festgeschrieben. „Es kann schließlich sein, dass jemand mit seinen Abfällen stolpert und in den Container stürzen würde“, sagt er. Friedhelm Streitbürger akzeptiert die Erklärung, „die Container sind trotzdem zu hoch“, sagt er. Auch ein weiterer älterer Olfener schaut vor Ort eher kritisch auf die Höhe der Container, ansonsten begrüßt er allerdings den neuen Wertstoffhof.

Vorteile des neuen Wertstoffhofs

Wilhelm Sendermann betont in seiner Rede für die offizielle Eröffnung auch die Vorteile des neuen Wertstoffhofes (zweieinhalb mal so groß, mit dem Potenzial sich auf dem Gelände noch weiter vergrößern zu können, falls es in Zukunft noch weitere Bedürfnisse gibt). Insgesamt ist der neue Hof rund 4200 Quadratmeter groß. „Der alte Wertstoffhof hat 25 Jahre lang seinen Dienst getan“, so Sendermann, „ich glaube dass wir mit dem neuen Hof ein zukunftsorientiertes Konzept haben.“

Landrat Christian Schulze Pellengahr lobte die schnelle Genehmigungsphase von nur drei Monaten und schaute sich erfreut auf dem Wertstoffhof um: „Ist schön geworden“, sagte er. Zudem betonte er, wie wichtig ein Wertstoffhof für den Faktor Umweltschutz ist: „Das kann nur klappen, wenn es für den Bürger einfach praktikabel ist.“

Wilhelm Sendermann glaubt, mit dem neuen Wertstoffhof eine praktikablere Lösung gefunden zu haben. Er sagt: „Die Olfener müssen den Wertstoffhof nun erstmal kennenlernen.“

Die Öffnungszeiten: Montag 9 bis 12 Uhr, Mittwoch und Freitag von 15 bis 18 Uhr, Samstag 8 bis 14 Uhr.
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