Mit dem Mountainbike abzuheben und dabei Kunststücke zu machen, ist gerade bei vielen Menschen angesagt. Jetzt beschäftigt das Thema auch die Olfener Politik. © picture alliance/dpa
Antrag

CDU in Olfen macht sich stark für einen besonderen Fahrradparcours

Kurz mit dem Mountainbike abheben, mit kleinen Tricks andere begeistern, die frische Luft genießen - sogenannte Dirtparks und Bikeparks sind gerade groß in Mode. Ein Thema auch für Olfen?

Die Zeiten haben sich längst geändert: Sport im Verein genießt zwar weiter einen hohen Stellenwert bei den Menschen in der Region. Es gibt aber auch eine wachsende Zahl von Bürgern, die bei der Freizeitgestaltung unabhängiger sein wollen. Ein klassisches Beispiel ist dafür der Skatepark zwischen Friedhof und Steverauen. Innerhalb kürzester Zeit hat sich das lange umstrittene Projekt zu einem Treffpunkt entwickelt – für Olfener und Gäste, für sehr junge Bürger und auch Erwachsene.

Wenn es nach dem Willen der CDU-Fraktion geht, könnte es künftig in Olfen ein Angebot geben, das auf den ersten Blick ähnlich ausgerichtet ist und doch eine andere Zielgruppe anspricht – ein Dirtpark. Was ist das aber eigentlich genau? Durch die Aufschüttung von Erde entsteht eine hügelige Geländestrecke. Sie ermöglicht den etwas erfahreneren Fahrern sehr hohe Sprünge, die oft auch mit Tricks verbunden werden. Für Einsteiger und jüngere Fahrer gibt es meistens kleinere Übungssprünge.

Mittlerweile ist das Interesse an dem Sport so groß geworden, dass teilweise schon die „Notbremse“ gezogen wird. Viele Jahre lang ein illegaler Offroad-Parcours in den Börnster Alpen bei Dülmen ein Geheimtipp für alle, die mit ihrem Mountainbike nicht einfach nur auf der Straße oder durch den Wald fahren wollten. In den Jahren wurde der Parcours immer weiter ausgebaut, war zuletzt auch ein beliebter Treffpunkt für Cross-Motorräder und Quads.

Anregungen im Internet für den einfachen Bau von Strecken

Vielen Nutzer interessierte es dabei nicht, dass Rampen, Hürden und Steilkurven nie genehmigt waren. Der zuständige Förster beklagte zudem, dass der Wald an der Stelle immer mehr vermüllt war. Vor wenigen Wochen war „Schluss mit lustig“. Was teilweise von Menschhand geschaffen war, verschwand auch wieder von Menschenhand. Geblieben sind jedoch die Sportbegeisterten.

Die Olfener CDU-Fraktion macht sich für einen legalen Parcours stark. Sie verweist in einem Antrag an die Stadtverwaltung darauf, dass „viele Menschen mit ihrem Mountainbike ihr Geschick und ihr fahrerisches Können unter Beweis stellen wollen.“ Sie möchte deshalb wissen, welche Stelle sich für einen Bikepark oder Dirtpark in Olfen am besten eignet, mit welchen Kosten der Bau verbunden wäre und ob es Fördermöglichkeiten gibt.

Im Internet gibt es bereits verschiedenste Videos, die den recht geringen Aufwand für den Bau einer derartigen Strecke dokumentieren. Denn das Gelände bleibt weitgehend unangetastet. Die Hindernisse entstehen dadurch, dass vornehmlich lehmige Erde aufgeschüttet und anschließend modelliert wird. „Als Maschinen werden hauptsächlich Minibagger und Radlader eingesetzt“, heißt es in einer Bauanleitung.

CDU will „sichere und professionelle Möglichkeit“ schaffen

Dabei gibt es gleich die Anregung, interessierte Bürger in den Bau einer entsprechenden Strecke einzubinden. Das scheint gerade vor dem Hintergrund recht sinnvoll, weil der Parcours gepflegt werden muss. Absprung- und Landehügel nutzen sich im Laufe der Zeit ab. Um diesen Prozess zu verlangsamen, dürfen viele Anlagen nur im trockenen Zustand befahren werden. „Die zu erwartende Lärmimmission ist gering“, heißt auf verschiedenen Internetseiten.

Die CDU-Fraktion betont in ihrem Antrag, dass bereits heute viele Menschen diesen Sport im Bereich des Sternbuschs ausüben. Jetzt gehe es darum, „für diese Sportart sichere und professionelle Möglichkeiten zu schaffen“. Ein Ansatz, den es übrigens auch in anderen Städten und Gemeinde gibt. In der Nachbarstadt Lüdinghausen ist ein Grundsatzbeschluss für den Bau einer derartigen Strecke bereits vor etlichen Wochen gefallen, mit den Arbeiten ist allerdings noch nicht begonnen worden. Auch in anderen Nachbarorten diskutieren gerade Politiker intensiv über das Thema.

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Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer

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