Bernhard Bußmann engagiert sich seit Jahrzehnten für die Leichtathletik - als Trainer und als Funktionär. Seit fast 20 Jahren ist er zudem Gesamt-Vorsitzender des SuS Olfen. © Sebastian Reith (A)
Bernhard Bußmann

Bürgerpreis Olfen 2020: „Mr. Leichtathletik“ macht seine Ankündigung wahr

Wer an Olfen und die Leichtathletik denkt, kommt an Bernhard Bußmann nicht vorbei. Wie kaum ein anderer hat er sich als Trainer und Funktionär engagiert. Für 2021 steht aber ein Abschied an.

Die Corona-Krise hat viele Bereiche des Lebens in den vergangenen Monaten durcheinandergewirbelt. Mitten drin Olfens größter Verein – der SuS mit seinen knapp 1900 Mitgliedern. „Ganz schlimm“ sei der erste Lockdown gewesen, sagt Bernhard Bußmann, der seit fast 20 Jahren an der Spitze des Gesamtvereins steht. Bis tief in die Nacht habe er im Frühjahr die neuen Verordnungen gelesen, um Konzepte für die eigene Vereinsarbeit zu entwickeln.

Nicht alles, was der SuS Olfen bis dahin für die Menschen in der Steverstadt angeboten hatte, konnte er fortführen. „Seit März können wir mit Rücksicht auf die Eltern und ihren Nachwuchs kein Kinderturnen mehr anbieten“, sagt Bußmann. Auch in anderen Bereichen gab es zumindest temporäre Einschnitte. „Wir sind deshalb sehr froh, dass uns die Mitglieder die Treue halten.“

Ob Training und Wettkämpfe möglich sind oder nicht, die Verpflichtungen des Vereins laufen auch in der Coronakrise weiter. Der Vereinsvorsitzende nennt beispielhaft Beiträge an Verbände und Zahlungen an die Angestellten des Vereins. Denn ausschließlich ehrenamtlich sei ein so großer Verein absolut nicht zu führen. Auch nicht, wenn der Vorsitzende sehr viel Zeit investiert.

„Beim Hochleistungsverein LG Olympia Dortmund viel gelernt“

Als Halbtags-Job stuft Bernhard Bußmann den Zeitaufwand für den SuS ein – als Funktionär und als Trainer. Einen Aufwand und eine Verantwortung, die er in dieser Form nur noch wenige Monate übernehmen will. „Nach Ablauf der Amtsperiode im Jahre 2021 werde ich definitiv dieses Amt im SuS nicht mehr ausüben wollen“, sagt Bußmann. Auch die Leitung der Turn- und Leichtathletikabteilung (zu der auch Volleyball gehört) wird er abgeben.

Wer seine Nachfolge in den beiden Ämtern antritt, weiß er nicht. Bußmann verweist für das Amt des Gesamtvorsitzenden auf eine vor einem Jahr gegründete Findungskommission über deren Ergebnisse er nicht informiert sei. Er übt aber Selbstkritik: „Ich habe es in den Jahren nicht geschafft, einen Nachfolger aufzubauen.“

Man benötigt keine prophetische Gabe für eine Feststellung: Heute eine Person zu finden, die so viele Aufgaben wie Bernhard Bußmann inne hat, dürfte zum Scheitern verurteilt zu sein. Bußmann engagiert sich neben seinen Tätigkeiten im SuS Olfen im Leichtathletik-Verband auf Landes- und Bundesebene. Viele Jahre war er zudem als Trainer und Funktionär bei der LG Olympia Dortmund aktiv. Bei dem Hochleistungsverein habe er viel gelernt.

„Ich hätte das alles nicht leisten können, wenn meine Frau mir nicht immer den Rücken freigehalten hätte“, sagt Bernhard Bußmann. Ein zweiter Dank gilt der Stadt Olfen. Der Vorsitzende lobt die „hervorragende Zusammenarbeit.“ Nur dieser Doppelpass habe es möglich gemacht, ein Sportzentrum Stück für Stück zu entwickeln. Aus der Sicht Bußmanns ist diese Entwicklung auch mit dem Bau des Soccerplatzes und der Neugestaltung der Parkplätze nicht abgeschlossen.

Bernhard Bußmann will weiter im Verband aktiv bleiben

Wie fällt ein vorläufiges Fazit von Bernhard Bußmann aus, der bereits 1968 als 13-Jähriger zu den Leichtathleten kam? „Es war mir nie zu viel“, sagt Olfens „Mr. Leichtathletik“. Ob nun Corona-Schutzverordnung, die Entwicklung verschiedener Infrastrukturmaßnahmen oder vor einigen Jahren die Datenschutzgrundverordnung, die dem SuS Olfen „einige Monate viele Nerven gekostet hat.“

Bernhard Bußmann hat weiter viel Freude an der Leichtathletik. Auch nach der nächsten SuS-Jahreshauptversammlung wird man den Olfener weiter als Trainer oder Organisator von Sportfesten im Stadion treffen. Daneben kann der Verband noch einige Jahre weiter mit einem engagierte Bernhard Bußmann planen. Auf Funktionärsebene ist der Olfener ein Marathonläufer – auch wenn er im „wirklichen Leben“ aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr joggen darf.

Über den Autor
Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
Zur Autorenseite
Thomas Aschwer

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.