Brütende Kiebitze verzögern in Olfen Baustart für Millionen-Investition

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Kiebitze brüten mit Vorliebe in Marschwiesen. Wenn sie sich aber stattdessen für die Fläche des neuen Olfener Gewerbegebietes entscheiden, hat das Folgen für einen Millioneninvestition.

Olfen

, 23.06.2020, 20:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Haupterschließungsstraße im Olfener Gewerbegebiet ist fertig, der Anschluss an den Kreisverkehr hergestellt. Aber welche Firma soll in der Coronakrise in einen Neubau investieren? Das Ziel ist ambitioniert: 500 Jobs sollen im neuen Gewerbegebiet Olfen Ost 2 geschaffen werden. Platz genug dafür ist da.

Die für gewerbliche Belange zur Verfügung stehende Fläche beträgt rund 16 Hektar - und ist damit größer als 22 Fußballfelder. Bebaut ist allerdings bislang nur wenig. Eine Situation, die sich nach Auskunft von Wirtschaftsförderer Christopher Schmalenbeck in den nächsten Wochen und Monaten gravierend ändern wird.

„Annähernd 10 Hektar sind bereits verkauft. Für eine Fläche von insgesamt 30.000 Quadratmetern sind wir von der Stadt Olfen in Verhandlungen mit verschiedenen Interessenten.“ Allerdings muss Schmalenbeck einräumen, dass es zu Beginn der Coronakrise eine „Flaute“ gegeben habe.

Zu Beginn der Coronakrise gab es kaum Grundstücks-Anfragen

„Drei bis vier Wochen hatten wir kaum Nachfragen.“ Diese Phase sei längst überstanden, längst würden sich wieder verschiedenste Unternehmen für ein Grundstück an der Umgehungsstraße interessieren. In der ersten Reihe ist ein großes Grundstück allerdings bereits seit Monaten vergeben. Auf einer Fläche von rund 12.000 Quadratmetern entsteht ein Mercedes-Autohaus der neuesten Generation.

Der Anschluss an den Kreisverkehr haben die Bauarbeiter bereits hergestellt, allerdings ist die Erschließungsstraße noch nicht freigegeben.

Der Anschluss an den Kreisverkehr haben die Bauarbeiter bereits hergestellt, allerdings ist die Erschließungsstraße noch nicht freigegeben. © Thomas Aschwer

„Die Firma Schopp steht in den Startlöchern“, sagt dazu Christopher Schmalenbeck und kündigt einen Baubeginn noch in diesem Jahr an. Eigentlich sollten längst die Bagger angerollt sein, im Frühjahr wollte der Mercedes-Händler mit den Arbeiten beginnen. Bis brütende Kiebitze und Rebhühner entdeckt wurden.

„Wir warten täglich auf die Freigabe“, sagt Kai Mitteldorf aus der Geschäftsleitung des Unternehmens mit Autohäusern in Lüdinghausen, Datteln und Haltern. Die Pläne jedenfalls für die Millioneninvestition - eine genaue Summe nennen die Verantwortlichen nicht - seien fertig. „Erste Gewerke sind vertreten“, berichtet Mitteldorf.

Bauarbeiten werden voraussichtlich rund ein Jahr dauern

Der Geschäftsführer geht aktuell davon aus, dass „Mitte Juli, spätestens Anfang August die Arbeiten beginnen.“ Bis die Mitarbeiter Kunden im neuen Betrieb begrüßen können, wird es „im Idealfall ein Jahr dauern“. Aber Kai Mitteldorf ist vorsichtig nach der überraschenden Verzögerung des Baustarts.

Der hat übrigens weitreichende Konsequenzen für die beiden gemieteten Altstandorte in Datteln. Weil bislang nicht verlässlich gesagt werden konnte, wann Mercedes Schopp die beiden Betriebe in Olfen zusammenführen wird, hat es nach Aussage von Mitteldorf auch noch keine Entscheidung über die künftige Nutzung der Grundstücke gegeben.

Mercedes Schopp wird in Olfen ein „reiner Mercedes-Betrieb“ sein. Die Konzern-Tochter Smart wird in der Steverstadt nicht vertrieben. Der Servicebereich konzentriert sich auf Autos, Transporter und LKW bis 7,5 Tonnen. Für größere LKW bietet Schopp einen Service am Standort Haltern an. Mit dem neuen Haus in Olfen will sich das Unternehmen Schopp fit machen für die automobile Zukunft.

Schopp ist bereits seit 1951 Vertragspartner von Mercedes

Schopp ist eines der bekanntesten Autohäuser in der Region, das bereits seit 1951 Vertragspartner der Mercedes-Benz AG ist. Angesichts neuer Hersteller-Vorgaben und weitreichenden Veränderungen in der Automobilbranche stellt sich Schopp jetzt neu auf.

Ähnlich die Situation beim bereits in Olfen ansässigen Spezial-Maschinenbauer Olko. Auch er plant nach Aussage des städtischen Wirtschaftsförders noch in diesem Jahr den Startschuss für den großzügigen Neubau. Noch „in der Planungsphase“ sei hingegen die Firma Kordel. Ein Baubeginn in 2020 erscheint damit eher unrealistisch.

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