Südlich der Kökelsumer Straße soll ein Neubaugebiet entstehen. © Arndt Brede (A)
Neubaugebiet

Bauwillige haben in Olfen eine Perspektive – Stadt erschließt Flächen

Die Nachfrage nach Baugrundstücken ist in Olfen und der Region riesig, das Angebot knapp. Jetzt eröffnet sich eine Perspektive für Menschen, die ihren Traum vom Haus verwirklichen wollen.

Die Suche nach einem Grundstück ist auf den meisten Portalen im Internet sowie auf den Internetseiten der Städte und Gemeinden in der Region schnell beendet. Grundstücke sind absolute Mangelware – trotz oder vielleicht auch gerade angesichts der Diskussion, ob der Bau von Einfamilienhäusern in einigen Jahren noch möglich ist oder verboten wird. Olfen macht da keine Ausnahme.

Die Plätze im Baugebiet Ächterheide sind seit Jahren vergeben, andere Möglichkeiten sind rar gesät. Und wenn Flächen auf den Markt kommen, sind sie wie beim kleinen Baugebiet an der Lüdinghauser Straße trotz hoher Preise von teilweise mehr als 300 Euro je Quadratmeter schnell vergeben. Zumindest in Olfen gibt es aktuell eine Perspektive für Bauwillige – allerdings nicht mehr in diesem Jahr. Denn mittlerweile stehen erste Rahmenbedingungen für das neue Baugebiet Olfener Heide fest.

Wenn die Sommerferien zu Ende sind und die Kinder wieder in die Schule gehen, sollen auf der Fläche zwischen Kökelsumer Straße, Springenkamp und Altem Postweg die ersten Bagger rollen – allerdings nicht für die privaten Baumaßnahmen. Mitte Augst beginnen die Erschließungsmaßnahmen für das Areal, das insgesamt rund 170 Baugrundstücke bieten wird. Eine genaue Zahl kann die Stadt nicht nennen, denn viele Flächen befinden sich im Besitz von 32 Grundstückseigentümern, die nach dem Willen der Stadt selbst entscheiden können, in welcher Größe sie Flächen verkaufen.

Stadt Olfen will sich mit der Grundstücksvergabe Zeit lassen

Fest steht allerdings, dass die Stadt sich mit der Vergabe ihrer Grundstücke Zeit lässt – und zwar im Sinne späterer Bauherren. „Wir wollen verhindern, dass schon nach kurzer Zeit alle städtischen Grundstücke vergeben sind und dann die Preise bei den privat verkauften Grundstücken weiter steigen“, sagt Bürgermeister Wilhelm Sendermann. Zu der Preisdämpfung beitragen soll dabei auch, dass das Neubaugebiet in zwei Abschnitten realisiert wird.

Wie viel die Menschen am Ende für ein städtisches Grundstück bezahlen müssen, ist noch nicht entschieden.

Für ihre Grundstücke im Baugebiet Lüdinghauser Straße hatte die Stadt Olfen einen Preis von 170 Euro je Quadratmeter aufgerufen – ein nach Einschätzung der Stadt „sehr maßvoller Preis“. In der Tat, bei privat verkauften Grundstücken sollen deutlich höhere Preise (gut 300 Euro) aufgerufen und gezahlt worden sein. Die Situation dürfte in der Olfener Heide ähnlich sein. Damit haben Interessenten also einen Anhaltspunkt für ihre Finanzierungskalkulation. Festlegen können sie auch, wann sie mit der Umsetzung ihrer Pläne beginnen können. Mitte April 2022 sollen die Erschließungsarbeiten soweit abgeschlossen sein, dass die neuen Grundstücksbesitzer zur Tat schreiten können.

Diskussion über eine „Nachverdichtung“ am Brinkplatz

Unklar ist aktuell, ob dann bereits ein sehr kleines Alternativangebot zur Verfügung steht. Wie die Stadtverwaltung in der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses mitteilte, ist am Brinkplatz eine Verdichtung geplant. Besitzer von sehr großen Grundstücken haben hier den Wunsch, sich kleiner zu setzen und neue Baumöglichkeiten zu eröffnen. Allerdings gibt es für den Bereich teilweise keinen Bebauungsplan.

Aktuell gibt es erst einen Vorentwurf für neue Bautätigkeiten. Vertreter der Stadtverwaltung machten in der Sitzung deutlich, dass es darum gehe, „ein angemessenes Maß für die Bebauung zu finden.“ Bevor die Rahmenbedingungen festgezurrt werden, soll die Öffentlichkeit beteiligt werden. Es bleibt also dabei, die Suche nach einem Grundstück in Olfen bleibt sehr schwierig, ganz besonders in den nächsten Wochen und Monaten.

Über den Autor
Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer

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