Zwei Windräder gehören zum Olfener Bürgerwindpark. Jetzt gibt es Überlegungen für ein drittes Windrad. Zuvor müssen aber grundlegende Fragen geklärt werden. © picture alliance/dpa
Roter Faden

An die Umwelt denken – wie Olfen sich im Klimawandel neu aufstellt

Radverkehr stärken, Ladesäulen errichten, ÖPNV ausbauen: Die Stadt Olfen will beim Thema Umwelt Vorbild sein. Wie die Bürger profitieren können, hat ein Fachbüro jetzt aufgezeigt.

Häufigere Starkregen und trockene Sommer in Serie sind ein untrügliche Beweise für den Klimawandel. Wie die Stadt Olfen und ihre Bürger gegensteuern können, hat jetzt eine Planungs- & Ingenieurgesellschaft aus Essen aufgezeigt. Im Bau- und Umweltausschuss stellte Ingenieurin Kim Wrede anhand verschiedenster Grafiken zunächst vor, was in den vergangenen Jahren erreicht worden ist. Auffällig ist dabei der deutlich gesunkene Energieverbrauch in der Stadt ab 2014 – das Jahr, in dem das Ziegelwerk Vinnum Konkurs angemeldet hat.

Aus Sicht von Kim Wrede müssen es aber nicht immer große Veränderungen sein, die gut für das Klima sind. Viele kleinere Veränderungen können am Ende einen großen Beitrag leisten. Die Möglichkeiten sind aus Sicht des Essener Büros vielfältig. Sie fangen an mit einem weitgehend papierlosen Rathaus, gehen weiter über Car-Sharing-Angebote, Mini-Solar-Projekte, Müllvermeidung bei Veranstaltungen bis hin zur Beratung von Firmen und der Absatz-Förderung lokaler Produkte.

Stadtverwaltung ruft Bürger zur Teilnahme auf

„Alle Bürger sind eingeladen, sich einzubringen“, sagt Bürgermeister Wilhelm Sendermann. Er kündigt noch in der Ausschuss-Sitzung an, den digitalen Sitzungsdienst als Thema aufgreifen zu wollen. „Da geht noch mehr.“ Er sieht aber auch Luft bei größeren Projekten, wie beim Ausbau des Bürgerwindparks. Doch bis sich das dritte Windrad dreht, sind noch einige Hürden zu nehmen. „Wir sind kein Grundstücks-Eigentümer“, sprach Sendermann einen Punkt konkret an.

Aus Sicht der Fach-Ingenieurin wäre ein weiteres Windrad eine gute Entscheidung. Sie lobte ausdrücklich den Ausbau erneuerbarer Energien in Olfen ebenso wie die Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen in Schulen, der Stadthalle oder anderen Einrichtungen. Olfen sei deutlich weiter als andere Städte in der Größenordnung, so ihre Einschätzung. Was sich die Bürger vorstellen können oder sich wünschen, soll eine Versammlung zeigen, die für April/Mai geplant ist – wenn es die Corona-Pandemie möglich macht.

Aus der Politik kamen in der Ausschuss-Sitzung bereits die ersten Vorschläge. Die Grünen machten sich beispielsweise dafür stark, „Konzepte für die Landwirtschaft zu entwickeln.“ Christian Burbank (CDU) richtete den Blick auf ältere Gebäude. In vielen Fällen gebe es noch viel zu tun. Er möchte insgesamt das Thema Nachhaltigkeit in den Vordergrund stellen. Sein Ziel dabei: „Alle müssen Vorteile haben.“

Geld in die Zertifizierung oder in Maßnahmen stecken

Ob dieser Ansatz mit einer Bewerbung um das Gütezertifikat European Energy Award erreicht werden kann, stellte zumindest Bürgermeister Wilhelm Sendermann infrage. „Sollen wir das Geld (rund 37.000 Euro plus Personalkosten; die Red.) in die Zertifizierung oder in Maßnahmen stecken?“ Eine Entscheidung ist noch nicht getroffen. Ganz anders sieht das bei einigen Maßnahmen aus.

In den nächsten Monaten ist die Aufstellung von vier neuen Ladesäulen im Stadtgebiet geplant. Standorte sollen sein das neue Naturparkhaus an der Füchtelner Mühle, der Bereich Sportzentrum/Schule, die Stadthalle sowie ein noch nicht final festgelegter Platz in Vinnum. Für die Osterferien 2021 ist auch der Bau der neuen Fahrradabstellanlagen mit Gründächern vorgesehen. Trocken und sicher stehen können danach Fahrräder an der Grund- und an der Gesamtschule sowie am Steversportpark. Die Kosten belaufen sich dabei auf rund 300.000 Euro.

Ebenfalls noch in diesem Jahr will die Stadt Olfen den Eckernkamp umgestalten. Planerisches Vorbild ist dabei die Bilholtstraße. Auch auf dem Eckernkamp will die Stadt den Radfahrern einen roten Teppich ausrollen. Es dürfte nicht der letzte Bereich sein, der dem ökologisch vorbildlichen Fortbewegungsmittel Vorrang gibt.

Über den Autor
Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer

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