Olfener Gastronomen bereiten sich auf Corona-Winter vor

dzGastronomie in Olfen

Gut gelüftet statt Heizung im Freien: Olfener Gastronomen sprechen sich gegen Außensitzplätze im Winter aus. Aber: Sie bereiten sich auf andere Weise auf den Corona-Winter vor.

Olfen

, 03.10.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Biergartensaison ist vorbei: Bei frischen 15 Grad genießen die Olfener ihr Schnitzel und das kühle Blonde lieber im warmen Wirtshaus. Aufgrund der Corona-Richtlinien gibt es dort jedoch weniger Sitzplätze. Wärmelampen, Heizpilze und Zelte könnten das Platzangebot vergrößern - doch lohnen würde sich das nicht, glaubt Kamil Puzio, Chef der Ratsschänke: „Seit vier Wochen haben wir schon keine Nachfrage mehr nach Außensitzplätzen. Heizpilze würden mehr Strom verballern als hereinspülen. Das rentiert sich absolut nicht.“

In seinem Lokal gibt es 45 Plätze - Im Sommer stehen 15 Tische im Außenbereich. Diese zusätzlichen Gäste fallen nun weg, auch aus Ambiente-Gründen: „Wir wollen unsere Gäste nicht vor die Tür abschieben. Wer bei uns einen Tisch bucht, möchte wohl kaum im Zelt sitzen. Bevor wir unsere Gäste vergraulen, bewirten wir sie lieber drinnen.“

Um den Verlust etwas zu minimieren, bietet die Ratsschänke nun Zwei-Stunden-Zeitfenster an. „Größere Gesellschaften bleiben normalerweise länger. Bei Paaren fragen wir freundlich nach, ob zwei Stunden reichen, um die Tische an dem Abend mehrfach vergeben zu können. Die Meisten sind da verständnisvoll“, sagt Puzio.

Doch manche Gäste reservieren gar nicht erst, weil sie davon ausgehen, dass das Lokal ohnehin voll ist. „Für Pärchen oder kleine Familien ist auch spontan noch ein Platz frei, da konnten wir die Tische bisher immer so rücken, dass es gepasst hat“, betont Puzio.

Sorge um die Gesundheit der Mitarbeiter

Auch Annemarie Berding-Möritz, Chefin des Landhauses Füchtelner Mühle, spürt den Wetterumschwung in der Kasse: „Seitdem es draußen kalt ist, ist es unter der Woche sehr ruhig geworden. Manche Gäste fühlen sich im Außenbereich sicherer.“ Nach den Plätzen auf der Terrasse habe dennoch schon länger niemand mehr gefragt - statt sich warm einzupacken, bleiben die Gäste offenbar lieber daheim.

„Wichtig ist, dass die Gäste sich sicher fühlen. Deshalb nehmen wir die Richtlinien sehr ernst“, betont Berding-Möritz und fügt hinzu: Alle, sowohl Gäste als auch Mitarbeiter, sollen gesund kommen, gesund gehen und gesund wiederkommen.“

Deshalb käme die Bewirtung in Außenbereich in der kalten Jahreszeit nicht in Frage. „Wenn die Mitarbeiter immer rein und raus laufen müssen, erkälten sie sich nachher noch. Selbst, wenn es nur ein Schnupfen ist, fehlen sie uns.“ Weil gut gelüftet werden muss, tragen die Mitarbeiterinnen in diesem Winter ausnahmsweise kein Dirndl. Auch die Gäste müsse man im Winter darauf hinweisen, dass sie nicht im dünnen Kleidchen kommen, weil die Fenster offen bleiben müssen.

Weihnachtsplanung und uneinsichtige Gäste

„Wir warten auf neue Richtlinien. Man traut sich kaum, Reservierungen anzunehmen, weil sich von jetzt auf gleich alles wieder ändern kann. Wir überlegen jeden Tag aufs Neue, wie wir weitermachen“, sagt Berding-Möritz.

Schon jetzt gebe es Anfragen für Weihnachten. Möglicherweise gebe es zu Weihnachten sogar Einlasskontrollen, sodass nur die rein dürfen, die mit ihren Kontaktdaten reserviert haben. Eine Weihnachtsausstellung, bei der man von Raum zu Raum geht, wird es in diesem Jahr nicht geben können.

Obwohl die Corona-Regeln schon lange bestehen, gebe es noch immer uneinsichtige Gäste:

„Manche kommen einfach rein und setzen sich an Tische, die noch gar nicht geputzt und desinfiziert sind. Manchmal wird der Kontaktzettel nicht ausgefüllt und die Maske auf dem Weg zur Toilette nicht getragen. Das ärgert uns immens. Da müssen wir an den Verstand appellieren.“ Die Mitarbeiter erklären die Regeln dann nochmal ganz geduldig. Bisher wurde noch niemand rausgeworfen, aber wer auf die freundliche Erklärung nicht reagiert, müsse gehen.

In einem Punkt ist sich die Wirtin ganz sicher: „Wir geben nicht auf, auch wenn es schwierig ist.“

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