Jupp Ovelhey (v.l.) und Matthias Potthoff werden ihre erste Mannschaft umbauen müssen. © Sebastian Reith
Fußball

„War eine wunderschöne Zeit“: SuS Olfen verliert einen wichtigen Stammspieler an die Forschung

Ein Spieler, der eigentlich ohne jede Frage zur ersten Elf gehört, wird den SuS Olfen schon im März verlassen. Ob er jemals wieder an der Hoddenstraße auflaufen wird, ist ungewiss.

Dass es diese Saison für den Fußball-Bezirksligisten SuS Olfen schwierig werden würde, war von Beginn an klar. Mit vielen jungen Spielern und noch mehr Ligaabsteigern stand die Mannschaft von Jupp Ovelhey und Matthias Potthoff generell schon vor großen Herausforderungen. Nun wird ein wichtiger Stammspieler aber auch noch den SuS verlassen – vorerst für neun Monate.

Gordon Zyla kam im Sommer 2018 zu den Olfenern und wurde sofort goldwert. Schon im ersten Jahr hatte der lauf- und kampfstarke Mittelfeldspieler fast jedes Spiel absolviert und damit maßgeblichen Anteil am Bezirksligaaufstieg. Völlig verdient wurde Zyla in diesem Jahr auch von den Lesern dieser Zeitung zum „Spieler der Saison“ beim SuS gekürt. Doch in der Brust des Gordon Zyla schlagen nun mal zwei Herzen. „Es war wirklich eine wunderschöne Zeit hier in Olfen und ich habe mich immer wohl gefühlt, aber irgendwann muss man eben auch an seine Arbeit denken“, sagt er selbst.

Und so bewarb er sich im vergangenen Jahr für ein Stipendium der Universität Bochum für ein Forschungsjahr auf der griechischen Insel Kreta. Im Dezember 2020 wurde dies dem ehemaligen Maschinenbau-Studenten dann genehmigt. „Es ist natürlich eine unfassbare Chance und ich freue mich extrem auf die nächsten Monate“, so Zyla. Sein Stipendium läuft nämlich von Anfang März bis Ende Dezember 2021.

Ob er nach dieser Zeit jemals wieder im grünen Trikot an der Hoddenstraße auflaufen wird, steht bisher noch in den Sternen. „Mein Plan ist durchaus, dann wieder an die Uni zurückzukehren. Wie und wo es dann mit dem Fußball weiter geht, wird man sehen.“

Auf Kreta wird der Mittelfeldspieler an Geckos forschen und möchte herausfinden, wie man die Fähigkeit der Echsen, sich an rutschigen Gegenständen und Untergründen (Glas etc.) zu halten, auf den Alltag anwenden kann. In ganz ferner Zukunft kann sich Zyla sogar vorstellen, Uhren zu entwerfen, die ohne ein Lederband am Handgelenk halten. „Das ist alles noch ganz große Zukunftsmusik, aber diese Aufgabe reizt mich total. Ich möchte neue Dinge herausfinden“, so der Noch-Olfener zu seiner Aufgabe. Dass es für die Forschung auf die wunderschöne Mittelmeerinsel geht, macht den Plan natürlich umso attraktiver. „Ich verreise sehr gerne, aber war noch nie in Griechenland. Das macht es natürlich noch besser“, sagt Gordon Zyla.

Gordon Zyla reist für neun Monate nach Kreta

Seine Vorfreude wird allerdings ein wenig dadurch getrübt, dass er sich durch die aktuelle Situation nicht wirklich von seiner Mannschaft verabschieden kann. „Als ich das Stipendium sicher hatte, habe ich sofort mit Norbert Sander und unseren Trainern telefoniert. Den Teamkollegen habe ich es dann auf WhatsApp geschrieben. Das ist leider nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Aber wir warten mal ab, wie sich das ganze Geschehen aktuell entwickelt. Spätestens wenn ich wieder komme, holen wir das aber dann ganz sicher nach“, gibt sich der „Spieler der Saison 2018/19“ zuversichtlich.

Dass seine Noch-Kollegen den Klassenerhalt aber auch ohne Zylas Hilfe schaffen werden, ist sich der Führungsspieler sicher: „Der Start in die Saison war sehr gut, aber dann war irgendwie der Wurm drin. Generell ist diese Saison total schwierig, es ist einfach ein anderes Gefühl, nach den Lockdowns wieder anzufangen. Dann haben auch einige Spieler gemerkt, dass es durchaus auch andere, wichtige Dinge gibt, neben dem Fußball und so haben es Führungsspieler nicht mehr riskiert, aufzulaufen.“

Doch Zyla sieht darin auch durchaus eine Chance. „Es müssen nun eben jüngere Spieler Verantwortung übernehmen. Wenn du immer wieder Spiele verlierst, ist die Stimmung einfach nicht so positiv und dann muss ein Team wieder zusammen rücken. Wenn die Jungs wieder ein Kollektiv werden, bin ich mir sicher, dass sie den Klassenerhalt packen werden.“

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Gebürtig aus dem wunderschönen Ostwestfalen zog es mich studienbedingt ins Ruhrgebiet. Seit ich in den Kinderschuhen stand, drehte sich mein ganzes Leben um Sport, Sport und Sport. Mittlerweile bin ich hierzulande ansässig geworden und freue mich auf die neuen Herausforderungen in der neuen Umgebung.
Zur Autorenseite
Nico Ebmeier

Dorsten am Abend

Täglich um 19:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.