Rik Amann durfte endlich wieder in den Wurfring steigen. © SuS Olfen
Leichtathletik

Öffnung der Sportplätze: Wie Rik Amann das erste Training erlebt hat

Die ersten Sportler können auf die Plätze zurück. Einer davon ist Rik Amann vom SuS Olfen. Trotz körperlicher Strapazen freut er sich über die Öffnung – zeigt für einige Maßnahmen aber Unverständnis.

Seit nun knapp einem Jahr beschäftigt uns die Corona-Pandemie in allen Lebenslagen – so auch im Sport. Ende Oktober konnten wir Sportler unsere letzten Trainingseinheiten absolvieren, bevor durch den Lockdown alle Sportplätze, Sporthallen und sonstige Sportstätten geschlossen werden mussten. Seit dem 22. Februar gibt es nun einige Lockerungen, welche zumindest einen eingeschränkten Trainingsbetrieb wieder möglich machen.

Schon bei der ersten Trainingseinheit war jedoch zu merken, was vier Monate kein Sport bedeuten. Man kommt sich ein wenig so vor, als würde man zum ersten Mal in seinem Leben Sport machen. Läufe, die früher selbstverständlich waren, Würfe, die man früher am laufenden Band absolviert hat, das alles ist um einiges anstrengender geworden.

Muskelkater im ganzen Körper

Auch in den Tagen nach dem Training merkt man, was man von seiner aktuellen Form verloren hat. Jeder Schritt, jede Bewegung tut weh, Muskelkater im ganzen Körper. Ich habe mich gefühlt, als hätte ich ein zweiwöchiges Trainingslager hinter mir und das nur nach einem Training.

Doch man sollte nicht zu viel jammern, denn insgeheim freut man sich, endlich wieder etwas machen zu dürfen. Endlich wieder auf dem Platz stehen, ein paar Trainingskameraden sehen und auch wenn es wehtut, Spaß an dem haben, was wir machen. Das ist doch das, auf das wir vier lange Monate warten mussten.

Wer jetzt aber denkt, dass wir wieder alle so wie früher zusammen Sport machen, den muss ich enttäuschen. So weit sind wir leider noch nicht. Für die Möglichkeit, wieder Sport machen zu dürfen, gibt es natürlich einige Regeln, die wir alle beachten müssen. Sporthallen bleiben für uns weiterhin geschlossen, sodass nur Training auf dem Sportplatz möglich ist.

Die „Trainingsgruppen“, wenn man sie so nennen kann, dürfen maximal aus einer oder zwei Personen bestehen. Bis wir mit unserem Training beginnen, müssen wir auf dem Sportplatz Masken tragen und Abstand zwischen den Athleten sowohl innerhalb, aber auch zwischen den verschiedenen Gruppen ist selbstverständlich. Was für uns Werfer noch hinzukommt, ist, dass wir immer nur unsere eigenen Wurfgeräte benutzen, das heißt, niemand wirft mit dem Gerät, mit dem zuvor schon jemand anderes geworfen hat.

Freude über Rückkehr ins Training

Doch auch wenn man sich über die Möglichkeit freut, endlich wieder ein wenig trainieren zu dürfen, gibt es einige Dinge, die man nicht so recht verstehen kann. So zum Beispiel ist es mir ein Rätsel, wie Schulklassen mit teilweise 20 Schülern auf dem Sportplatz oder in der Halle Sportunterricht haben dürfen und im Freizeitsport eine Trainingsgruppe von drei Personen bereits zu groß ist.

Außerdem verstehe ich nicht, warum ein Trainer nicht zwei Einzelsportler trainieren darf, welche natürlich Abstand halten und beispielsweise andere Übungen ausführen. Wenn der Abstand eingehalten wird und der Trainer immer seine Maske trägt, dann sollte das Risiko einer Ansteckung nicht größer sein, als wenn man Einkaufen geht, denn da ist man auch nicht alleine.

Trotz dieser Unklarheiten möchte ich gar nicht mit dem Zeigefinger auf die Verantwortlichen dieser Maßnahmen zeigen und sagen, dass sie ihre Arbeit nicht richtig machen. Ich würde mir einfach wünschen, dass man sich diese Maßnahmen noch mal anguckt und gegebenenfalls überarbeitet. Denn ich denke, es sollte nicht in erster Linie darum gehen, wieder Leistungssport zu ermöglichen, sondern mehr darum, möglichst vielen Personen wieder ihren Freizeitsport zu ermöglichen. Was die Saison der Leichtathleten angeht, kann man dieses Jahr meiner Meinung nach sowieso nur abschreiben.

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