Für den SuS Olfen ist die Nachwuchsarbeit von entscheidender Bedeutung. Das kann gut gehen, muss es aber nicht. © Sebastian Reith
Meinung

Der Weg des SuS Olfen birgt eine Menge Risiken – aber auch Chancen

Der SuS Olfen will seinen Weg, vor allem auf die Jugend setzen zu wollen, weitergehen. Das ist riskant. Andererseits wird es so oder so Kritik geben, meint unser Autor.

Die vergangenen Wochen waren sicher nicht die einfachsten für Fußball-Bezirksligist SuS Olfen. Vieles ist an der Hoddenstraße in Bewegung – und zwar nicht erst, seit der Verein entschied, die Zusammenarbeit mit Trainer Jupp Ovelhey im Sommer zu beenden.

Zurück Richtung Winter zu schauen, als der SuS drei Spieler verpflichtete, die im Abstiegskampf helfen sollten, ist sicher etwas zu weit zurückgriffen. Alle drei sind oder waren mit Olfen verbunden, sodass sich der Verein hier in seiner Philosophie, auf Spieler mit Ortsbezug zu setzen, treu blieb.

Christian Brüse unterstützt Norbert Sander

Dann, im März, war der SuS Olfen etwas zu ändern. Der Sportliche Leiter, Norbert Sander, hatte intern angekündigt, kürzertreten zu wollen. Die Verantwortlichen an der Hoddenstraße reagierten souverän und aufgeregt und stellten Sander Christian Brüse als gleichberechtigten Partner zur Seite.

Offen war, wie das Duo harmonieren würde. Mit dem Abstand von fast zwei Monaten lässt sich feststellen: offenbar sehr gut. Gleich zu Beginn der Zusammenarbeit wurde bekannt, dass ein Quartett von SuS-Spielern zur SG Selm abwandert. Sander und Brüse blieben gelassen und betonten, weiter den Olfener Weg gehen zu wollen – mit allen möglichen Konsequenzen.

Norbert Sander arbeitet eng mit Christian Brüse zusammen.
Norbert Sander arbeitet eng mit Christian Brüse zusammen. © Sebastian Reith © Sebastian Reith

Trainer Ovelhey hingegen war anderer Auffassung, weswegen sich die sportliche Führung zur Trennung entschloss und in Patrick Linnemann einen Coach holte, der den Olfener Weg, viel auf die eigene, exzellente Jugendarbeit zu setzen, mitträgt.

Frei von Risiko ist das nicht. Die nun annullierte Saison hat gezeigt, dass der Olfener Weg, läuft es einmal nicht, in den Keller der Bezirksliga führt. Prinzipien muss man sich leisten können. Dass der SuS bereit ist, unter Umständen einen hohen Preis zu zahlen, ist zwar aller Ehren wert, allerdings wäre er sehr schade, wenn einer der größten Vereine der Region wegen des knallharten Durchziehens dieses Prinzips nicht mehr überkreislich spielen würde.

Hoffnungen liegen bei SuS Olfen auf starker Jugendarbeit

Erschwerend kommt hinzu, dass einige Konkurrenten in der Bezirksliga ordentlich aufgerüstet haben. Für den SuS Olfen macht es das nicht einfacher. Viele Hoffnungen dürften auf dem neuen A-Junioren-Altjahrgang liegen, der in den vergangenen Jahren einen Aufstieg nach dem anderen schaffte. Allerdings kommen diese talentierten Spieler eigentlich erst nach der neuen in den Seniorenbereich. Ob der SuS dann noch in der Bezirksliga spielt, steht in den Sternen. Geht es also vielleicht nicht ohne externe Neuzugänge, um weiter überkreislich zu spielen?

Gäbe der SuS hier nach, könnten Kritiker vorwerfen, dass der Verein in einer sportlich schwierigen Situation sofort seine Prinzipien über Bord werfen würde. Für alle sportlich Verantwortlichen beim SuS Olfen bleibt es so eine Gratwanderung. Der SuS tut gut daran, weiter hinter den Kulissen zu arbeiten und sich nicht allzu sehr von äußerem Druck beeinflussen zu lassen – so wie das bisher auch der Fall war.

Anmerkung: In einer früheren Version hieß es, der nächste A-Junioren-Jungjahrgang schaffte einen Aufstieg nach dem anderen. Tatsächlich ist es aber der nächste Altjahrgang der A-Jugend. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Über den Autor
Redakteur
Ist zum Studium ins Ruhrgebiet immigriert - und geblieben. Vielseitig interessiert mit einer Schwäche für Geschichten aus dem Sport, von vor Ort und mit historischem Bezug.
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Matthias Henkel

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