Arne Middelmann wird erst einmal nicht mehr vor den Ball treten. © Juergen Patzke
Fußball

Arne Middelmann zu seinem Karriereende: Im Moment „hat Fußball keine Priorität“

Statt in der Oberliga zu spielen entscheidet sich Arne Middelmann, mit dem Fußball aufzuhören. Dafür hat er gute Gründe. Gleichzeitig hält sich der 20-Jährige viele Optionen offen.

Eigentlich hätte die Fußballer-Karriere von Arne Middelmann jetzt so richtig losgehen können. Der ehemalige Jugendspieler des SuS Olfen absolvierte mit der Zweitvertretung des TuS Haltern am See in der Bezirksliga seine erste Senioren-Saison und wusste gleich zu überzeugen – so sehr, dass ihn sein Trainer Timo Ostdorf mit zur Ersten nehmen wollte, zu dessen Cheftrainer Ostdorf befördert wurde. „Ich hätte ihn gerne mal in der Oberliga getestet“, so der Trainer.

Doch daraus wurde nichts: Statt in der ersten Mannschaft des TuS Haltern aufzulaufen, entschied sich Middelmann, mit dem Fußballspielen aufzuhören. Der 20-Jährige will sich künftig auf seine Ausbildung konzentrieren. Bislang war es kein Problem, Arbeit und Fußball unter einen Hut zu bringen. Seit Middelmann aber eine Ausbildung im elterlichen Baubetrieb begonnen hat, hat sich das geändert.

Belastung beim TuS Haltern ist zu groß

„Bis zum Beginn habe ich den Aufwand für Fußball nicht als Belastung wahrgenommen“, sagt Middelmann. „Jetzt aber drei Mal die Woche zu trainieren und das nach der körperlichen Arbeit, da ist die Belastung einfach zu hoch. Deswegen nehme ich mir jetzt eine Auszeit vom Fußball.“

Middelmann berichtet aber auch, dass die Situation durchaus auch mental belastend geworden sei. „Es hat sich nicht mehr so angefühlt, dass mir Fußball guttut, dass ich beim Spielen den Kopf freibekomme. Es war eher eine zusätzliche Belastung“, sagt er. „Im Augenblick konzentriere ich mich auf meine Zukunftsplanung mit meiner Ausbildung, da hat Fußball keine Priorität.“

Vier Gegner? Kein Problem: Arne Middelmann behauptet sich auf engstem Raum.
Vier Gegner? Kein Problem: Arne Middelmann behauptet sich auf engstem Raum. © Juergen Patzke © Juergen Patzke

Auch bei einem anderen, niederklassigeren Klub, wo der Aufwand nicht so hoch gewesen wäre, den fußballerischen Weg fortzusetzen, war für Middelmann keine Option. „Ich habe mehrere Angebote bekommen“, berichtet Middelmann. Angenommen hat er keines davon.

Angefangen hat der Außenstürmer mit dem Fußball beim SuS Olfen. Schnell erkannten auch die Verantwortlichen, was sie für einen Rohdiamanten in Reihen hatten. „Arne ist eines der herausragendsten Talente, das wir über die Jahre herausgebracht haben“, sagte Norbert Sander, Sportlicher Leiter beim SuS, erst kürzlich.

Das blieb auch anderen Vereinen nicht verborgen. Der TuS Haltern am See klopfte bei Middelmann an, als dieser in der A-Jugend beim SuS spielte. „Ich war damals ziemlich überrascht und habe mich tierisch gefreut. Ich wollte zumindest mal in Haltern zum Training und dann habe ich sogar ein Angebot erhalten“, erzählt Middelmann.

SuS Olfen und TuS Haltern einigen sich auf eine Ablöse

Kurzzeitig droht der Wechsel zu scheitern. Die Vereine sind sich wegen der Ablöse uneinig. Am Ende aber kommt der Wechsel doch zustande, einerseits weil Middelmann um seine Freigabe bittet, andererseits weil der SuS betont, einem so aussichtsreichen Angebot nicht im Weg stehen zu wollen.

Über den TuS hat Middelmann auch nur Gutes zu berichten. „Ich wurde sehr freundlich aufgenommen, auch in der letzten Saison im Seniorenbereich. Es sind viele coole Leute dabei“, so der 20-Jährige. „Timo Ostdorf hat mir gegenüber Verständnis geäußert für die Pause, auch wenn er mir gesagt hat, er hätte gerne mit mir weitergemacht.“

Auch wenn der aktive Fußball in nächster Zeit keine Rolle im Leben von Arne Middelmann spielt, will er nicht ausschließen, dass das so bleibt. Im Moment könne er sich zwar nicht vorstellen, weiterzumachen, Middelmann sagt aber auch: „Mal schauen, was die Zukunft bringt. Vielleicht fange ich irgendwann wieder an, ich halte mir alle Optionen offen.“ Die Verantwortlichen in Haltern und Olfen dürften die Ohren gespitzt haben.

Über den Autor
Redakteur
Ist zum Studium ins Ruhrgebiet immigriert - und geblieben. Vielseitig interessiert mit einer Schwäche für Geschichten aus dem Sport, von vor Ort und mit historischem Bezug.
Zur Autorenseite
Matthias Henkel

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.