Das Gebäude in einem Lüdinghauser Gewerbegebiet steht zur Zwangsversteigerung an. © Aschwer
Betriebswohnung

Zwangsversteigerung: Ungewöhnliche Immobilie mit vielen Schlafzimmern

Eine sehr ungewöhnliche Immobilien steht beim Amtsgericht Lüdinghausen zur Zwangsversteigerung an. Auffällig ist die eher unüblich große Zahl der Schlafzimmer. Die gibt es nicht ohne Grund.

So mancher Immobilieninteressent dürften bei diesen Rahmendaten neugierig werden. Ein eingeschossiges Haus mit ausgebautem Dachgeschoss auf einem knapp 1200 Quadratmeter großen Grundstück soll einen neuen Besitzer oder eine neue Besitzerin bekommen. Zu den Besonderheiten des Objektes, das nicht direkt an der Straße liegt, gehört ein Außenpool. Und das Ganze zu einem Verkehrswert von 350.000 Euro an. Hört sich spannend an. Oder? Bei diesem gewerblich genutzten Objekt sind allerdings einige Besonderheiten zu beachten.

Ausdrücklich weist das Amtsgericht Lüdinghausen in seiner Veröffentlichung darauf hin, dass in diesem Gebäude ausschließlich Betriebswohnungen erlaubt sind. Diese Einschränkung überrascht nicht wirklich, befindet sich das 1985 gebaute Haus doch in einem Lüdinghauser Gewerbegebiet – umgeben von Hallen und anderen Geschäftsräumen. Wie das zusammen passt?

Es handelt sich, so das Amtsgericht in der Ankündigung zum Termin, um ein Bordellgebäude. Ein kleiner Anhänger nur wenige Meter von der Straße entfernt gibt allen Interessierten Aufschluss. In dem Gebäude hat der Club Evolet seine Heimat. Das mit zahlreichen Fotos unterlegte Gutachten zur Zwangsversteigerung bietet durchaus interessante Einblicke in ein Bordell – zumindest für in dieser Sicht unbedarfte Menschen.

Klassisches Ein- oder Zweifamilienhaus mit Pool

Der Blick von der Hans-Böckler-Straße vermittelt dabei den Eindruck eines „ganz normalen“ Ein- oder Zweifamilienhaus. Ähnlich die Situation auf der Rückseite mit einer großen überdachten Terrasse. Auch weitere Bilder vom Innenraum lassen nicht auf eine „besondere“ Nutzung schließen, hier findet sich in einem Anbau aus Holz ein Sofa mit einem Glastisch oder im Hauptteil ein Büro mit einem weiteren Glastisch und drei Sesseln.

Dieser Eindruck setzt sich bei den Außenanlagen fort, hier zeigt ein Foto einen kleinen Pool – daneben gibt es eine Holzhütte. Ein deutlicher Unterschied zu einem Wohnhaus wird erst im Gutachten an der Stelle sichtbar, wo Bilder der verschiedenen Schlafzimmer gezeigt werden. Andere Aspekte der Bordell-Nutzung hat der Betrieb auf seiner eigenen Homepage veröffentlicht. Dazu gehört beispielsweise eine Sauna und ein Whirlpool.

Dem Gutachten ist zu entnehmen, dass das Gebäude „ca. 1985 als Betriebsleiterwohnhaus errichtet wurde.“ 2002 erfolgte die baurechtlich genehmigte Nutzungsänderung zu einem Bordellgebäude. Im Kellergeschoss war übrigens früher eine Garage vorhanden, die über eine Rampe erschlossen

wurde. Später wurde der Garagenraum in die Bordellnutzung mit einbezogen.

Als Termin für die Zwangsversteigerung hat das Amtsgericht den Mittwoch, 29. September, 10 Uhr festgelegt. Der Ortstermin mit dem Sachverständigen liegt dann mehr als ein Jahr zurück.

Über den Autor
Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer

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