Michael Moll hofft auf die Wiedereröffnung - und hat für seine Gäste schon eine Überraschung in Vorbereitung. © (A) Hoffmann
Touristik

Wohnmobilstellplatz in Nordkirchen: „Jeder Supermarkt-Parkplatz wäre enger“

Michael Moll wartet darauf, seinen Wohnmobilstellplatz in Nordkirchen wieder öffnen zu dürfen. Für die Entscheidungen der Politik hat er wenig Verständnis - und hofft auf einen guten Sommer.

Viele Leute rufen Michael Moll trotz Lockdowns an. Sie fragen nach einer Übernachtung auf seinem Wohnmobilstellplatz in Nordkirchen. „Vor allem um Weihnachten herum habe ich viele Anrufe für Buchungen zu Silvester bekommen“, sagt Moll. Ab und an stünden auch Wohnmobile bei ihm vor der Tür. Von anderen Stellplätzen habe er gehört, dass sie Personen übernachten lassen. „Das finde ich bemerkenswert – denke mir aber, ich halte mich da an die Regeln.“

An die Regeln halten und abwarten ist die Devise. Mittlerweile prognostiziert Moll kein konkretes Öffnungsdatum mehr. Vorbereitungen auf die Saison seien zwar wichtig, aber derzeit nicht möglich. „Es kommt einfach nichts und man erfährt nicht, wie es weitergeht. Ich bin ungeduldig, ganz klar. Aber ich bin eben nur einer von vielen, der genervt von der Situation und der Politik ist.“ Denn diese biete einfach keine Perspektive für die Zukunft. Und waren im ersten Lockdown noch alle geschockt und verhielten sich solidarisch, tue das inzwischen niemand mehr, weil die Politik eine Alternativlosigkeit vermittle.

Perspektivlosigkeit über den Lockdown hinaus

Für Privatpersonen sei dieser Mangel an Lösungen für ein Leben mit Corona ein Ärgernis, für Unternehmer aber noch schlimmer. „Man hat sich so bemüht und ein Konzept erarbeitet, das gut funktioniert. Es ist frustrierend, dass man dann nicht öffnen darf.“ Und die Perspektivlosigkeit ist nicht vorbei, sobald der Lockdown endet. Denn dann öffnen zwar Geschäfte und auch Restaurants wieder, aber gerade der Tourismus werde noch immer leiden. „Wer Reisen plant, der wird derzeit als asozial bezeichnet“, sagt Moll.

Molls Prognose ist, dass Tourismus an letzter Stelle kommen wird, was die Normalität anbetrifft – was vor allem beim Camping nicht zielführend sei. „Auf den Stellplätzen haben die Menschen mindestens anderthalb Meter Abstand zueinander, haben ihre Ruhe und sind vor allem im Freien. Die Parzellen sind sehr großzügig gestaltet.“ Jeder Supermarkt-Parkplatz sei enger als ein Stellplatz. Mit hinein spielt für Moll auch das Unverständnis, weshalb Personen zwar einen Ort besuchen, aber nicht dort übernachten dürfen. „Ich könnte jetzt zur Nordsee fahren, dort meinen Spaziergang machen und am Abend dann wieder zurückfahren, dürfte mich aber nicht in ein Zimmer zurückziehen.“

Und im Bereich des Campings gebe es zudem eine riesige Grauzone: „Derzeit sind viele Wohnmobilfahrer unterwegs und suchen gezielt Plätze für ihre Übernachtungen, etwa kommunale Stellplätze.“ Und ein Verbot, sein Wohnmobil abzustellen, um die Fahrtüchtigkeit wiederzuerlangen gebe es auch nicht – womit ein Wohnmobilfahrer prinzipiell überall übernachten kann, obwohl es das Beherbergungsverbot gibt. „Diese Grauzone gibt es auch außerhalb von Corona, sie rückt jetzt aber stark in den Fokus.“

Hoffnung auf Normalität ab Mai oder Sommer

Unabhängig von alledem geht Moll aber davon aus, dass man ab Mai, spätestens aber im Sommer, wieder verreisen kann wie im letzten Jahr. „Ich habe die Hoffnung, dass es jetzt von Woche zu Woche besser wird. Auch durch die Impfungen, die jetzt in vollem Gange sind.“ Spontane Vorbereitungen für eine Öffnung des Stellplatzes sind schnell getan: Der Strom müsste angestellt und das Wasser aufgedreht sowie die Barrieren beseitigt werden. Alles andere wie die Bepflanzung ergebe sich dann.

Und für die Wiedereröffnung hat Michael Moll schon große Pläne. „Wenn wir wieder öffnen, wollen wir am ersten Tag oder am ersten Wochenende eine Aktion machen und unsere Gäste beschenken.“

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Obwohl nicht in Dortmund geboren, bin ich doch eng mit dieser Perle des Ruhrpotts verbunden. Eine Stadt durch die Augen eines Journalisten kennenzulernen, das fasziniert mich. Seit Oktober 2017 arbeite ich für die Ruhrnachrichten und bin seit April 2020 Volontärin.
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Denise Felsch

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