Michael Moll betreibt seit Juli 2016 den Wohnmobilstellplatz in Nordkirchen. Aktuell ist der Stellplatz aber - so will es die Corona-Schutzverordnung - geschlossen. © Marvin K. Hoffmann (Archiv)
Corona-Maßnahmen

Wohnmobilstellplatz in Nordkirchen geschlossen – Telefone schellen trotzdem

Über die Silvestertage würden viele gerne Urlaub auf dem Wohnmobilstellplatz in Nordkirchen machen. Der ist aber wegen der Coronaschutzverordnung geschlossen. Betreiber Michael Moll ist genervt.

Die Telefone schellen wieder, sagt Michael Moll. Was er damit meint: Dass sich Menschen bei ihm melden, die gerne einen Stellplatz auf dem Wohnmobilplatz in Nordkirchen buchen würden. In normalen Jahren nichts besonderes, da ist sein Platz durchaus über die Silvestertage beliebt. Im Corona-Jahr geht das allerdings nicht.

„Ich bin doch nicht die Vorzimmerdame vom Bundeskanzleramt“

Bereits seit November – als der sogenannte Lockdown light in Kraft getreten ist – ist der Wohnmobilstellplatz geschlossen. So will es die Corona-Schutzverordnung. Moll wundert sich auch darüber, dass immer noch Menschen das nicht wüssten. Erst neulich habe eine Nummer mit einer fränkischen Vorwahl bei ihm angerufen. Doch während er während des ersten Lockdowns im Frühling noch dran gegangen ist, geht er in der Regel jetzt nicht an sein Diensthandy. „Ich bin doch nicht die Vorzimmerdame vom Bundeskanzleramt“, sagt Moll. Dass sein Stellplatz geschlossen ist, das kommuniziere er schließlich auch bei Facebook, auf seiner Website und eigentlich hätten die Leute ja auch eine gewisse Eigenverantwortung sich zu informieren. „Wenn ein Campingplatz über den Winter geschlossen ist, geht auch keiner an das Telefon dort“, sagt er.

Wann es weitergeht, ist derzeit noch offen. Moll hatte schon im November im Gespräch mit unserer Redaktion vermutet, dass er länger als den zunächst angepeilten Monat zumachen müsste. Auch jetzt schätzt er die Lage angesichts der hohen Corona-Zahlen nicht so ein, dass eine baldige Öffnung infrage käme. „Über den 10. Januar müssen wir gar nicht reden“, sagt Moll. Das ist der Tag, bis zu dem die aktuellen Regelungen gelten. In den vergangenen Tagen haben immer mehr Politiker in den Raum gestellt, dass es eine Verlängerung des bisherigen Lockdowns geben sollte. Die Beratungen von Bund und Ländern sind dann in etwa einer Woche für den 5. Januar geplant.

Mögliche Öffnung im März?

„Wir gehen aktuell von März aus“, sagt Michael Moll. Februar wäre auch schön. Andererseits, so sagt er, kämen die Februar-Gäste sonst gern in Zusammenhang mit Karneval und der fällt 2021 schließlich aus. Dezember und auch der Januar seien ohnehin nicht die umsatzstärksten Monate sagt Moll. Aber klar: „Der Umsatz fehlt, die Kosten bleiben.“

Einen Teil des fehlenden Umsatzes versucht Moll mit der Tätigkeit wieder reinzuholen, die auch dafür sorgt, dass bei ihm aktuell trotz eines leeren Platzes keine Langeweile aufkommt: „Ich schreibe ein Buch nach dem anderen.“ Einen Wanderführer für das Ruhrgebiet, einen Überblick zu Wohnmobilstellplätzen im Münsterland. Manche Bücher sollen im Frühjahr erscheinen, ein anderes ist für 2022 geplant. „Gerade lokale Themen sind gerade sehr gefragt“, sagt Moll. Das Schreiben macht ihm gerade Spaß. Doch sicher freut er sich auch, wenn er wieder ans Telefon gehen kann und es gute Nachrichten für die Anrufer gibt.

Über die Autorin
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Ich bin neugierig. Auf Menschen und ihre Geschichten. Deshalb bin ich Journalistin geworden und habe zuvor Kulturwissenschaften, Journalistik und Soziologie studiert. Ich selbst bin Exil-Sauerländerin, Dortmund-Wohnerin und Münsterland-Kennenlernerin.
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Sabine Geschwinder

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