Viele Zahnputzbecher im DRK-Kindergarten Löwenzahn in Nordkirchen bleiben aktuell ungenutzt. Nach Coronafällen kann das Rote Kreuz nur noch eine Notbetreuung anbieten. © picture alliance/dpa
Dritte Einrichtung

Wieder Corona-Fall an Nordkirchener Kita – DRK denkt über neue Ansätze nach

Das Corona-Problem an den Nordkirchener Kindergärten weitet sich aus. Jetzt ist auch die DRK-Kita Löwenzahn betroffen. Der Träger denkt deshalb intensiv über neue Ansätze nach.

Von Ascheberg bis Rosendahl, von Billerbeck bis Lüdinghausen. Die gemeinnützige GmbH des DRK bietet aktuell in neun Städten und Gemeinden des Kreises Coesfeld insgesamt mehr als 2000 Kindergartenplätze an. Für alle Einrichtungen – und damit auch für die Nordkirchener Kita Löwenzahn – gilt nach Aussage von DRK-Vorstand Christoph Schlütermann ein „hohes Schutzkonzept“.

Die Maßnahmen konnten allerdings nicht verhindern, dass die Nordkirchener Kita ein Corona-Problem hat. Nachdem in der Ü3-Gruppe ein Kind positiv getestet worden war, mussten sich 28 Mädchen und Jungen sowie vier Mitarbeiterinnen am späten Freitagnachmittag (20.11.) in Quarantäne begeben. Damit nicht genug. Eine weitere Mitarbeiterin der anderen Kita-Gruppe befindet sich unabhängig von dem Kita-Fall ebenfalls in Quarantäne.

„Die größte Not von Familien lindern“

Diese Situation hat erhebliche Auswirkungen auf die Einrichtung. „Auch die zweite Gruppe in der Einrichtung haben wir deutlich reduzieren müssen“, sagt der DRK-Vorstand und verweist auf die Personalsituation. „Wir können in der Nordkirchener Einrichtung nur eine Not-Betreuung anbieten.“ Es gehe darum, „die größte Not der Familien zu lindern.“

Bereits vor den Coronafällen hatte in den Kindergärten erhebliche Einschnitte gegeben. „In erster Linie betreuen wir die Kinder, die pädagogische Ansätze müssen hinten an stehen“, sagt Christoph Schlütermann. Ganz konkret stellt sich das so dar, dass in der Regel die Gruppen getrennt sind.

Auch die sonst sehr intensive Kommunikation mit den Elternhäusern der Kinder ist in der Coronakrise nicht mehr so möglich wie früher üblich. Persönliche Kontakte gebe es fast gar nicht mehr. Dazu müssen die Einrichtungen teilweise mit weniger Personal auskommen, Erzieherinnen aus Risikogruppen stehen nicht zur Verfügung. Schlütermann spricht deshalb von „zusätzlichen Belastungen“ in der Corona-Pandemie für Erzieher und Eltern.

DRK muss erstmals komplette Gruppe schließen

Wenige Tage nachdem das DRK zum ersten Mal in der Coronakrise eine komplette Gruppe schließen musste, hat der Träger im Nordkreis Coesfeld einen Versuch gestartet. Die erste Einrichtung ist mit Luftreinigungs-Geräten ausgestattet worden. Kein ganz neuer Ansatz für das Rote Kreuz. Alle DRK-Rettungswachen im Kreis verfügen bereits über mobile Luftreiniger, die auch Corona- und andere Viren sowie Bakterien neutralisieren.

Jetzt überlegt das Rote Kreuz auch die Kitas flächendeckend mit den Geräten auszustatten. „Das wäre allerdings eine Investition im mittleren fünfstelligen Bereich“, sagt Christoph Schlütermann. Wie es aber zum Coronafall in Nordkirchen kommen konnte, kann er nicht sagen. Auch der Kreis Coesfeld hat keine Erklärung für die besondere Situation in Nordkirchener Kindergärten.

In einer früheren Fassung des Berichtes hatte wir berichtet, dass auch eine Erzieherin positiv getestet worden ist. Dies stimmt nach Aussage der Kita-Leitung nicht. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

Über den Autor
Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer

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