Jan Altenbockum arbeitet mit Freude im DRK-Testzentrum Nordkirchen. Gleichzeitig hofft er, ab Herbst wieder auf der Bühne stehen zu dürfen. © Thomas Aschwer
Test- und Impfzentren

Testzentren schließen: Viele Menschen verlieren Job beim DRK

Die Schließung aller Testzentren im Kreis Coesfeld ist für DRK-Vorstand Christoph Schlütermann „logisch und konsequent“. Weil auch das Impfzentrum schließt, verlieren viele Menschen ihren Job.

Die Testzentren des DRK im Kreis Coesfeld sind ein „Sammelbecken“ von Quereinsteigern. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben vorher in anderen Berufen gearbeitet – oft auch in nicht medizinischen. Zu den öffentlich bekanntesten Mitarbeitern gehörte dabei sicherlich Musicalstar Jan Altenbockum, der den Weg von den großen Showbühnen der Welt ins beschauliche DRK-Testzentrum Nordkirchen ganz bewusst gegangen war.

„In Hochzeiten hatten wir über 120 zusätzliche Beschäftigte, vor allem 450 Euro-Kräfte“, sagt DRK-Vorstand Christoph Schlütermann. Dazu kamen weitere rund 130 bis 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Impfzentrum des Kreises Coesfeld in Dülmen. Unter dem Strich also rund 250 Frauen und Männer, deren Verträge in den nächsten Tagen auslaufen. Bereits am 30. September schließt das Impfzentrum, der 10. Oktober ist der letzte Öffnungstag der DRK-Testzentren.

Rotes Kreuz hat die Personalstärke bereits heruntergefahren

Die Personalstärke ist in den Testzentren sowie im Impfzentrum bereits deutlich heruntergefahren worden auf insgesamt rund 100 Personen. Eine Folge des Bürgerverhaltens. „Wir haben aktuell nur noch rund ein Drittel der Tests im Vergleich zu den Spitzenzeiten“, sagt Christoph Schlütermann. Und obwohl weniger Personal im Einsatz war, sei die Besetzung der Stellen „zum Schluss schwierig geworden.“ Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien – so die Feststellung des DRK – in ihre alten Berufe zurückgekehrt. Wer noch im Einsatz ist, muss sich jetzt aber einen neuen Job suchen. Das sei den Beschäftigten aber bewusst gewesen, so Schlütermann.

Er verweist auf die mit den Beschäftigten geschlossenen Verträge, richtet den Blick aber vor allem auf die fest angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beim Roten Kreuz. Die Personalbesetzung für Impfzentrum und Testzentren sei für das DRK ein „Kraftakt“ und eine zusätzliche Belastung für die Geschäftsstelle gewesen.

Mitarbeiter beim Roten Kreuz waren „stark belastet“

Der DRK-Vorstand spricht von „vielen langen Dienst- und Arbeitstagen“. Die rund 250 zusätzlichen Stellen seien mehr „als viele Unternehmen im Kreis Coesfeld haben.“ Mit dem Ende von Testzentren und Impfzentrum könne das DRK wieder „durchatmen“. Aus seiner Sicht werde das Rote Kreuz aktuell bei Tests und Impfungen „nicht zwingend gebraucht“.

Das DRK als nationale Hilfsorganisation habe den vom Gesundheitsamt des Kreises Coesfeld erteilten Auftrag zum Aufbau und zur Unterhaltung einer Grundversorgung für Bürgertestungen erfüllt. Zugleich versichert Christoph Schlütermann, dass sich bei einer stark veränderten Lage das DRK wieder zur Verfügung steht. Aktuell ruft er dazu auf, sich impfen zu lassen. „Wer das nicht macht, geht ein großes Risiko ein.“

Über den Autor
Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer

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