Reittrainerin und Pferdebesitzerin Karolin Otto (31) fürchtet um die Gesundheit ihrer Tiere. Der Grund: Viele Spaziergänger füttern die Pferde. Das kann für die Tiere schnell zur Gefahr werden. © Karim Laouari
Bauerschaft Berger

Spaziergänger füttern ungefragt Pferde: Große Gefahr für Mensch und Tier

Immer mehr Spaziergänger füttern in der Bauerschaft Berger die Pferde auf den Koppeln. Das kann allerdings nicht nur für die Tiere sehr gefährlich werden, sondern auch für die Menschen.

Acht Pferde stehen auf den Koppeln von Karolin Otto (31). Viele Spaziergänger und Radfahrer erfreuen sich gerade an den Wochenenden an den Tieren, die in der Nordkirchener Bauerschaft Berger teils direkt an den Fußwegen stehen. Quasi in Streichel-Abstand. Was für die Besucher aber eine schöne Begegnung ist, wird für Karolin Otto und andere Pferdeeigentümer in der Bauerschaft zunehmend zu einer Belastung.

Die Eigentümer der Pferde in der Bauerschaft haben bereits Hinweisschilder an die Zäune gehängt.
Die Eigentümer der Pferde in der Bauerschaft haben bereits Hinweisschilder an die Zäune gehängt. © Karim Laouari © Karim Laouari

Es häufe sich, so Otto, dass Besucher nicht nur den Pferden sehr nahe kommen, sondern auch immer wieder gezielt die Tiere füttern. Für die Pferde kann das mitunter lebensgefährlich werden. Aber auch für Menschen können die gut gemeinten Besuche gefährliche Konsequenzen haben – was sich in der Vergangenheit schon gezeigt hat.

Grundsätzlich hat die Nordkirchenerin, die Pferdetrainerin und 1. Vorsitzende des Reitvereins „Working Equitation Goes Münsterland“ ist, nichts dagegen, wenn Menschen an den Zäunen stehenbleiben und sich die Tiere ansehen. Gerade die beiden Ponys hätten viele Fans, so Otto. „Wenn die Leute vorher fragen, gerne auch bei uns klingeln, können Kinder mit uns zusammen auch die Pferde streicheln“, macht die 31-Jährige deutlich.

Besitzer bitten: Tiere nicht füttern

Denn auch wenn die beiden Ponys klein und niedlich aussehen würden: Vor allem zu kleineren Kindern seien die beiden nicht nett, wenn beispielsweise jemand einfach die Koppel betritt. Genau das sei bereits vorgekommen. Nicht bei den Ponys, sondern bei einem Pferd eines Nachbarn, erinnert sich Karolin Otto an eine potenziell lebensgefährliche Situation. So sei ein kleines Mädchen – etwa im Grundschulalter – durch den Zaun zum Pferd geklettert und habe schon auf das Tier aufsteigen wollen, ehe der Eigentümer den Vorfall bemerkt hat.

Karolin Otto wird dabei immer noch Angst und Bange, denn ein ausgewachsenes Pferd wiege bis zu 600 Kilogramm. „Wenn das jemanden – gerade ein Kind – umrennt, dann kann es sehr gefährlich werden“, macht sie deutlich.

Gefährlich wiederum für die Tiere sei das unkontrollierte Füttern. Von Brot, über Möhren, Äpfel, aber auch Rasenschnitt und Gras würden einige Spaziergänger Dinge verfüttern, die die empfindliche Verdauung der Tiere durcheinanderbringen und zu Aufblähungen, Koliken und im schlimmsten Fall zu Darmverlagerungen führen können. Was der Mensch gut meint, kann für das Tier tödlich enden.

Die Pferdeeigentümer in der Bauerschaft haben bereits Schilder aufgehängt mit dem Hinweis, die Tiere nicht zu füttern.

Trotzdem ignorieren weiterhin viele Menschen diese dringende Bitte. Karolin Otto und die anderen Pferdeeigentümer in der Bauerschaft Berger hoffen jetzt darauf, dass sich doch herumspricht, dass es den Tieren am besten mit dem Futter geht, das sie von ihren Besitzern bekommen. Und im Zweifelsfall wäre der beste Weg, vorher zu fragen, so die 31-Jährige.

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Redaktion Selm
Jahrgang 1985, fasziniert von digitalen, technischen und lokalen Themen.
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Karim Laouari
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