Die diesjährigen Abiturprüfungen könnten an der Gesamtschule Nordkirchen wie im vergangenen Jahr in der Turnhalle stattfinden. Unter Coronabedingungen. © Gesamtschule Nordkirchen
Abitur in Coronazeiten

So sieht es in Nordkirchen bei der Abiturvorbereitung in Coronazeiten aus

Die Corona-Pandemie hat den Präsenzunterricht an den Schulen lahm gelegt. Muss der jetzige Abiturjahrgang der Johann-Conrad-Schlaun-Gesamtschule fürchten, ein minderwertiges Zeugnis zu bekommen?

Es klingt so einfach: Präsenzunterricht wird durch Unterricht auf Distanz ersetzt. Aber ist es wirklich so einfach? Der aktuelle Abiturjahrgang ist besonders gefordert, denn alles, was prüfungsrelevant ist, muss bis zur Abiturprüfung sitzen. Mancher mag befürchten, dass sein Abiturzeugnis wegen der besonderen Corona-Umstände nicht die Qualität der Zeugnisse vorheriger Jahrgänge haben wird, die nicht von dem Aussetzen des Präsenzunterrichts betroffen waren. Es geistert schon der Begriff des „Puddingabiturs“ durch die Medien. Wir haben bei Ulrich Vomhof, dem Leiter der Johann-Conrad-Schlaun-Gesamtschule Nordkirchen, nachgefragt, wie er das sieht.

„Das Abitur liegt ja nicht in unserer Hand“, stellt Vomhof klar. „Das ist ein Zentralabitur. Die Landesregierung hat ja im Vorfeld schon einiges getan, um die Situation etwas zu entspannen. Die Schüler werden im diesjährigen Abitur mehr Aufgaben zur Auswahl haben, als es normalerweise der Fall ist. Damit möchte man erreichen, dass, wenn es ein Thema gibt, das aufgrund des Lockdowns nicht so behandelt worden ist, wie es wünschenswert gewesen wäre, die Schüler dieses Thema quasi abwählen können.“

Nach den Osterferien Zeit, um Stoff zu wiederholen

Das sei das eine. Das andere: „Normalerweise ist der letzte Schultag vor den Osterferien auch der letzte Schultag der Abiturienten und danach beginnen sofort die Klausuren. Das ist in diesem Jahr nicht so. Es wird nach den Osterferien noch mal 14 Tage Unterricht geben, wo man noch mal Dinge wiederholen oder zu Ende bringen kann.“ Er gehe davon aus, dass zu diesem Zeitpunkt die Abiturienten wieder in der Schule sein können. Wenn nicht, dann müsse man ganz neu überlegen. „Die jetzigen Überlegungen gehen, denke ich, ja davon aus, dass zumindest die Abiturienten nicht mehr allzu lange zu Hause bleiben.“

Wie bekommt die Schule es im Moment hin, den Schülern die Gewissheit zu geben, dass das, was sie lernen, der Stoff ist, mit dem sie auch gut und sicher und kompetent ins Abitur gehen können? „Letztendlich müssen sie uns da vertrauen. Ich unterrichte selbst einen Geschichtsleistungskurs, der demnächst ins Abitur geht. Ich bespreche beispielsweise mit ihnen Abiturklausuren aus den letzten Jahren, die verfügbar sind und auf die man zurückgreifen kann, so dass sie für sich das Gefühl haben, dass sie trotz allem gut vorbereitet sind.“

Gibt es denn Sorgen und Nöte, die die Schüler der Schule spiegeln? „Natürlich machen die sich Gedanken, wie das jetzt weiter geht“, erklärt Vomhof. „Sie hoffen auch, dass sie möglichst schnell wieder in die Schule dürfen. Ansonsten sind sie im Moment noch ganz entspannt, weil sie von den Sommerferien bis zur Woche vor den Weihnachtsferien ganz normalen Unterricht in der Schule. Aber je länger der Distanzunterricht anhält, desto größer werden natürlich die Sorgen.“ Mit seinem Geschichtsleistungskurs, der auch schon den Frühjahrslockdown erlebt habe, sei er jedenfalls stofflich genau so weit, wie er es mit seinen Kursen, die er unter normalen Umständen zum Abitur geführt habe, auch wäre.

Prüfungen auf zwei Metern Abstand

Wie sieht es dann mit den Abiturprüfungen selber aus? Werden es Präsenzprüfungen? „Auch im letzten Jahr haben die Abiturprüfungen stattgefunden, als die Schulen geschlossen waren“, sagt der Gesamtschulleiter. Das könne man an der Nordkirchener Gesamtschule auch gut organisieren.

„Wir haben letztes Jahr in der Sporthalle geschrieben. Da saßen die alle auf zwei Metern Abstand. Das Gebäude ist ja leer, es sind ja keine anderen Schüler da. Das kriegt man schon sehr gut organisiert.“

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Arndt Brede

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