Der Ternscher See ist ein beliebtes Ausflugsziel. Aktuell gelten dort aber noch die Regeln für eine Inzidenz über 100. © Günther Goldstein

Seepark-Ternsche hofft auf Pfingstgäste – und schaut auf die Inzidenz

Wenn der Kreis Unna weiterhin Inzidenzzahlen unter 100 hat, dann könnte der Seepark Ternsche zu Pfingsten Urlaubsgäste empfangen. Vorher gilt es aber noch einige Fragen zu klären.

Allein 200 Anrufe hatte Philip Grasekamp, der Betriebsleiter vom Seepark Ternsche in Selm schon am Montagmorgen auf seinem Telefon. Gäste, die im Voraus ihren Campingurlaub im Seepark gebucht haben, möchten gerne wissen, ob sie nun anreisen können, oder nicht.

„Das wissen wir tatsächlich selber noch nicht“, sagt Philip Grasekamp. Der Kreis Unna hält sich seit dem Samstag konstant unter einer Inzidenzgrenze von 100. Am Montag, 17. Mai liegt die sieben-Tages-Inzidenz im Kreis bei 94,7. Wird dieser Wert an sieben aufeinanderfolgenden Werktagen nicht überschritten, dann gelten ab dem übernächsten Tag die Regeln für Inzidenzen unter 100. Das könnte für den Kreis am Samstag der Fall sein. Perfekt also für die Pfingsttage, auf die viele Urlauberinnen und Urlauber gehofft hatten. Der Seepark hat aber noch nichts Schriftliches vorliegen und kann auch nur darauf hoffen, dass die Inzidenz weiterhin stabil bleibt. „Da hoffen wir jetzt drauf“, sagt Grasekamp.

Eine Inzidenz von unter 100, das würde dem Seepark – so wie jetzt schon im Kreis Coesfeld möglich – erlauben, wieder Campinggäste zu empfangen. Aktuell können nur Dauercamper auf dem Gelände übernachten. Denn sie befinden sich ja auf ihrem Eigentum. Außerdem könnte auch die Außengastronomie wieder geöffnet werden. Der Kiosk am Seepark ist aktuell geöffnet, dort können aber Speisen und Getränke nur im Umkreis von 50 Metern verzehrt werden. Wenn die Außengastronomie am Samstag öffnen könnte, dann seien sie bereit, sagt Grasekamp. Der Seepark habe in der Corona-Krise auch investiert. Die Außengastronomie-Fläche sei neu gestaltet worden, es gab neue Möbel, neue Sonnenschirme.

„Eine logistische Herausforderung“

Ein paar wichtige Fragen müsste der Seepark aber noch klären, bevor er öffnen kann, sagt Grasekamp. „Wir sind ja keine Verweilgastronomie“, erklärt er. Die Gäste holen kurz einen Kaffee und wollen dann schnell weiter. Der Seepark muss aber sicherstellen, dass die Gäste, die Speisen im Kioskbereich verzehren, bereits geimpft, genesen oder getestet sind – außerdem müssen die Kontaktdaten erfasst werden. „Das wird eine logistische Herausforderung“, sagt Grasekamp. Spannend werde es wohl auch, wie Gäste reagieren, die dann weitergeschickt werden müssen, weil sie zum Beispiel keinen Test haben. „Hier gibt es ja in der Nähe keine Möglichkeit sich zu testen“, sagt Grasekamp.

Trotz des Stresses auf den letzten Metern. Grasekamp freut sich sehr darauf, wenn er wieder Gäste empfangen kann. Jetzt müssen nur noch die Corona-Zahlen mitspielen. Und das Wetter.

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Redakteurin
Ich bin neugierig. Auf Menschen und ihre Geschichten. Deshalb bin ich Journalistin geworden und habe zuvor Kulturwissenschaften, Journalistik und Soziologie studiert. Ich selbst bin Exil-Sauerländerin, Dortmund-Wohnerin und Münsterland-Kennenlernerin.
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Sabine Geschwinder