Der Garten des Hauses Heiermann in Südkirchen: Das Grundstück umfasst rund 5000 Quadratmeter. Die Politik hat jetzt den Weg für eine Wohnbebauung - ein Mehrfamilienhaus und drei Doppelhäuser - frei gemacht. © Tobias Weckenbrock (A)
Bauprojekt

Rat macht Weg frei für zwei Baureihen im früheren Ärztehaus-Garten

Ein seit Jahren teils heftig umstrittenes Bauprojekt in Südkirchen hat der Rat der Gemeinde jetzt auf den Weg gebracht. Ob und wenn ja, wann es realisiert wird, ist damit nicht entschieden.

Was passiert mit dem riesigen Garten hinter dem früheren Ärztehaus und der heutigen Tagespflege an der Unterstraße 25 in Südkirchen? Diese Frage hat wiederholt die Gemeindeverwaltung und die Kommunalpolitiker beschäftigt. Vor allem auch deshalb, weil sich die Pläne für das Areal, das bis zum Ahornweg reicht, immer wieder geändert haben. Ein Bebauungsplan von 1980 sieht beispielsweise vor, den Bau von drei Einfamilienhäusern am Ahornweg zu ermöglichen. Jahre später gab es das Bestreben, zwei sehr massive Baureihen zu errichten.

Ein Vorhaben, das auf erheblichen Widerstand in der Nachbarschaft stieß und auch von der Politik als nicht wünschenswert erachtet wurde. Mittlerweile ist das Grundstück verkauft, zudem liegen neue Pläne auf dem Tisch. Danach gibt es zwischen Unterstraße und Ahornweg drei Baureihen. Die erste Baureihe an der Unterstraße ist das vor vielen Jahren errichtete Gebäude. In einer zweiten Reihe soll nach den neuen Plänen ein zweigeschossiges Mehrfamilienhaus entstehen.

Die dritte Baureihe (am Ahornweg) ist für Doppelhäuser reserviert. Ein ebenfalls nicht unumstrittenes Projekt, wie Josef Klaas (Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters und Fachbereichsleiter) in der Ratssitzung am Donnerstagabend einräumte. „In Teilen gibt es weiter unterschiedliche Meinungen.“

Verwaltung betont: Hochwasserschutz „ist geprüft und belegt“

„Auf diesem relativ ortszentral liegenden Grundstück bietet sich eine leicht verdichtete Bauweise an, nachdem auch auf Wunsch der Grundstückseigentümer die bisher reine Gartennutzung aufgegeben werden soll“, schreibt die Gemeindeverwaltung in der Vorlage. Sie sieht einen Bedarf für kleinere Wohnungen in Mehrfamilienhäusern, entweder als Eigentums- oder auch als Mietwohnungen.

Gleichzeitig räumt die Verwaltung ein, dass sich Nachbarn „gegen eine aus ihrer Sicht zu dichte Bebauung an dieser Stelle aussprechen.“ Mit der Folge, dass in der seit 2016 laufenden Diskussion eine Einigung nicht in Sicht ist. So kritisierte ein Anwohner in der Ratssitzung einen nicht ausreichenden Hochwasserschutz. Das sieht die Gemeinde anders. „Er ist geprüft und belegt“, sagt Josef Klaas. Einen Schutz gegen ein Jahrhunderthochwasser gebe es aber natürlich nicht.

In der Diskussion sprachen sich die Grünen für einen Verzicht auf das geplante Mehrfamilienhaus aus. Stattdessen sollte ein Einfamilienhaus errichtet werden, „um Konflikte zu vermeiden“. Ein Ansatz, der vor allem bei der CDU auf Kritik stieß. Die Grünen seien es doch immer, die den Flächenverbrauch kritisieren würden. Aus Sicht der CDU ist die Gemeinde mit dem neuen Konzept „auf dem richtigen Weg.“ Die SPD sprach sogar von einem „optimalen Konzept“.

Ob das verwirklicht wird, ist nicht entschieden. „Es gibt“, so Josef Klaas, „keine Bauverpflichtung“

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Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer

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