Die Massenschlägerei vom September 2019 hatte eine großen Polizeieinsatz zur Folge. © Sebastian Reith
Skandal-Spiel

Prozess um Massenschlägerei zwischen Vinnum und Recklinghausen: Zeugen belasten Angeklagte

Jagdszenen, Knochenbrüche, acht Verletzte - so lautet die traurige Bilanz des Skandal-Spiels zwischen Vinnum und Recklinghausen im Jahr 2019. Nun begann der Prozess wegen schwerer Körperverletzung.

Im September 2019 kam es nach dem Spiel in der Fußball-Kreisliga A zwischen Westfalia Vinnum und SV Herta Recklinghausen zu einer Massenschlägerei, in dessen Zuge acht Personen teils schwer verletzt wurden. Am Donnerstag mussten sich deswegen ein 27- und ein 28-Jähriger vor dem Amtsgericht Lüdinghausen wegen schwerer Körperverletzung verantworten.

Auch Angeklagter trug laut Attest Verletzungen davon

Gleich zu Beginn des Prozesses machte der Verteidiger von Halil E. darauf aufmerksam, dass auch sein Mandant Verletzungen erlitten habe. Zum Beweis legte er Fotos und ein ärztliches Attest vor.

Insgesamt wurden am Donnerstag neun Zeugen vernommen, die allesamt von Jagdszenen und gewalttätigen Angriffen berichteten. Demnach hätten sich teils mehrere Angreifer gleichzeitig auf ein Opfer gestürzt.

Vinnums Geschäftsführer Asemann berichtet von tumultartigen Szenen

Zunächst trat Westfalia-Geschäftsführer Michael Asemann in den Zeugenstand. „Eigentlich war es ein normales Spiel“, so Asemann. Nach dem Abpfiff sei es dann aber zu tumultartigen Szenen gekommen. Der 34-Jährige konnte keine bestimmte Person als Täter identifizieren, berichtete aber von schweren tätlichen Angriffen – auch gegen sich selbst. Asemann berichtete, dass er selbst zu Boden gerissen und anschließend weiter attackiert wurde. Andere Zeugen bestätigten diese Version.

Ein Zeuge wurde vernommen, der beim Vorfall im September 2019 schwer verletzt worden war. Der Betreuer von Westfalia Vinnum trug bei der Schlägerei eine Gehirnerschütterung und eine Jochbeinfraktur davon und verlor wegen der erlittenen Verletzungen das Bewusstsein. Wegen der Schwellungen im Gesicht konnte der 39-Jährige eine Zeit lang keine feste Nahrung zu sich nehmen und musste zudem zwei Nächte im Krankenhaus bleiben.

Mehrere Zeugen wollen Halil E. als Täter erkannt haben

Ein weiterer Zeuge, ein Spieler von Westfalia Vinnum, identifizierte ebenfalls E. als einen der Angreifer. Der Spieler selbst hatte versucht E. davon abzubringen, den am Boden liegenden Asemann weiter zu attackieren. Einer seiner Teamkollegen stütze die Version und identifizierte E. ebenfalls als Angreifer. Zudem hätte er auch zu denjenigen gehört, die den Betreuer schwer verletzt hätten. Diese Version wurde von mehreren anderen Vorgeladenen bestätigt.

Damit belasteten gleich mehrere Zeugen E.. Der Mitangeklagte Burak C. hingegen wurde nicht so eindeutig als einer der mutmaßlichen Angreifer identifiziert. Immerhin zwei Zeugen belasteten ihn vor Gericht. Einer von ihnen gab an, C. anhand von Fotos in den sozialen Netzwerken erkannt zu haben.

Der Prozess wird in einer Woche fortgesetzt. Dann werden weitere Zeugen vor dem Amtsgericht vorgeladen und auch ein Urteil erwartet.

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Ist zum Studium ins Ruhrgebiet immigriert - und geblieben. Vielseitig interessiert mit einer Schwäche für Geschichten aus dem Sport, von vor Ort und mit historischem Bezug.
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Matthias Henkel

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