Nordkirchener sehen Windenergieanlagen bislang nur aus der Ferne in den Nachbarkommunen, wie hier in Selm. Das soll sich allerdings bald ändern. © Karim Laouari (A)
Windenergieanlagen

Plan zeigt, welche Gebiete in Nordkirchen geeignet sind für Windkraft

Die Planung für Windkraftgebiete in Nordkirchen geht weiter. Der Politik wurde jetzt ein aktualisierter Plan vorgestellt, wo in der Gemeinde geeignete Gebiete für Windkraftanlagen liegen.

Das Thema Windenergie und die Frage, wo in Nordkirchen Windkraftanlagen gebaut werden dürfen und wo nicht, beschäftigt die Gemeinde und die politischen Vertreter seit Jahren. Auch angetrieben von einem rechtlichen Handlungsdruck nimmt die Windkraftplanung jetzt aber wieder konkretere Formen an. Die Ausschüsse für … haben jetzt erneut über das Thema diskutiert. Vorgestellt wurde dabei außerdem eine aktualisierte Karte von möglichen Windvorrangzonen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Wo könnten Windkraftwerke in der Schlossgemeinde errichtet werden?

In der Sitzung des Ausschusses für Klima, Umwelt und gemeindliche Entwicklung (20.4.) stellte Thomas Aufleger vom Planungsbüro NWP aus Oldenburg aktualisierte Pläne vor, welche Gebiete in Nordkirchen für Windkraftanlagen in Frage kommen würden. Die Standorte muss man sich am besten als einzelne größere und kleinere Flecken auf dem Gemeindegebiet vorstellen. Insgesamt sieben Teilbereiche hat das Planungsbüro ermittelt, wobei beispielsweise der Teilbereich 1 im Norden des Ortsteils Nordkirchen in der Bauerschaft Piekenbrock alleine aus vier kleineren Einzelgebieten besteht. Auf einem dieser Gebiete – am Golfplatz – gibt es auch bereits fortgeschrittene Planungen für Windkraftanlagen. Das Unternehmen Enertrag hat hier vor, Anlagen zu errichten.Ein weiterer größerer Teilbereich liegt in der Osterbauerschaft zwischen Südkirchen und Capelle. Insgesamt sei in der Schlossgemeinde, so Thomas Aufleger, eine Gesamtfläche von 364 Hektar geeignet für Windenergie – nach Abzug der harten Tabukriterien. Zehn Prozent davon – also rund 37 Hektar – muss die Gemeinde mindestens für den Bau von Windkraftanlagen ausweisen. Damit wäre genügend substantieller Raum geschaffen.

Sind die ermittelten Gebiete also schon definitiv als Windkraftzonen gesetzt?

Nein. Sowohl Aufleger als auch die Vertreter der Verwaltung betonten dabei, dass es sich um eine noch frühe und vorläufige Planung handelt. Das liegt alleine schon daran, dass harte Tabukriterien wie der Mindestabstand von Windenergie-Anlagen noch nicht in ein finales Gesetz gegossen ist. Für die aktuellen Pläne hat das Büro NWP einen Mindestabstand von 1000 Metern zu bebauten Flächen angelegt. Im Außenbereich betrifft der Abstand eine zusammenhängende Bebauung mit mindestens zehn Wohngebäuden.Ob und wie sich diese Vorgaben noch bis zum finalen Landesgesetz ändern, ist noch unklar.

Wie kann die Gemeinde jetzt weiter planen?

Die Verwaltung wird in den nächsten Monaten weiter an einem Flächennutzungsplan für Windenergie arbeiten. Welche Gebiete letztlich ausgewiesen werden und welche weichen Tabuzonen festgelegt werden sollen, darüber muss aber der Nordkirchener Rat entscheiden.Es sind aber auch noch weitere Faktoren nicht final geklärt. Was ist beispielsweise mit den Anlagen der Flugsicherung in Südkirchen, deren Wirkradius sich in der Vergangenheit ebenfalls auf die Windkraft-Planung ausgewirkt hat? Im Ausschuss für Bauen und Planung sagte dazu Bürgermeister Dietmar Bergmann, dass diese Kommunikationsanlagen mittlerweile lediglich für die Notfälle genutzt würden und damit auch für die Flugsicherung längst nicht mehr einen so hohen Stellenwert habe, wie noch vor einigen Jahren.Die Gemeinde werde das jetzt mit der Flugsicherung klären und den Einfluss auf einen Flächennutzungsplan für Windkraftanlagen prüfen, kündigte Bergmann an.

Was haben die Fachausschüsse entschieden?

Noch nichts. Beide Ausschüsse einigten sich angesichts der Komplexität der neuen Pläne darauf, eine Abstimmung über den nächsten Schritt auf die nächste Ausschussrunde im Juni zu verschieben. Erst dann könnte die Verwaltung den Auftrag bekommen, einen Flächennutzungsplan zu erarbeiten und eine frühzeitige Bürger- und Behördenbeteiligung durchzuführen.

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Redaktion Selm
Jahrgang 1985, fasziniert von digitalen, technischen und lokalen Themen.
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Karim Laouari
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