Das Badezimmers eines Senioren sollte behindertengerecht umgebaut werden. Das Geld dafür überwies die Krankenkasse an den Mann - eine Pflegerin soll es sich allerdings in die eigenen Tasche gesteckt haben. © picture alliance/dpa/dpa-tmn
Gericht

Pflegerin (55) aus Selm unter Betrugsverdacht: Senior um Geld gebracht

Eine Frau aus Selm soll einen alten, pflegebedürftigen Mann ausgenutzt und betrogen haben. Das Geld, das eigentlich für den Umbau des Bads bestimmt war, steckte sie wohl in die eigene Tasche.

Das Vertrauen eines älteren, pflegebedürftigen Mannes soll eine Selmerin (55) auf schäbige Weise ausgenutzt und Geld, das für Umbau-Maßnahmen bestimmt war, in die eigene Tasche gesteckt haben.

Laut Anklageschrift pflegte die Frau aus Selm den Senioren. Im Sommer 2019, so der Vorwurf, beauftragte sie in seinem Namen einen Handwerksbetrieb mit dem behindertengerechten Umbau seines Badezimmers. Die Krankenkasse des Rentners überwies dafür 4000 Euro auf sein Konto. Dieses Geld soll die Pflegekraft, die augenscheinlich eine Kontovollmacht besaß, abgehoben und dann für eigene Zwecke verbraucht haben. Die Rechnung für die Bauarbeiten, so die Anklage, blieb offen.

Strafbefehl und hohe Geldstrafe

Wegen Betrugs hätte sich die Selmerin, die zuvor noch nie mit dem Gesetz in Konflikt geraten war, nun vor dem Amtsgericht in Lünen verantworten sollen. Doch bei Aufruf der Sache blieb die Anklagebank leer und nach der obligatorischen Viertelstunde tat sich immer noch nichts.

Die 55-Jährige fehlte unentschuldigt. Die Reaktion des Gerichts ließ indes nicht lange auf sich warten. Auf Antrag des Anklagevertreters erging ein Strafbefehl mit 2400 Euro Geldstrafe. Auch wurde die Einziehung der 4000 Euro angeordnet. Nach Zustellung hat sie zwei Wochen Zeit, um Einspruch gegen den Strafbefehl einzulegen.

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