Das Impfzentrum in Dülmen bei seinem ersten Testlauf im Dezember, noch bevor es mit dem Impfen losging. Warten will inzwischen längst nicht mehr jeder. © Thomas Aschwer (Archiv)
Mail an Impfzentrum

Nordkirchener macht sich für mehr Flexibilität bei Impfterminen stark

Bleiben im Impfzentrum des Kreises Coesfeld Termine ungenutzt, weil die Verantwortlichen zu unflexibel sind? Ja, meint Henry Tennhoff aus Nordkirchen. Er sieht vor allem ein großes Problem.

Das Thema scheint an Bedeutung zu gewinnen: Menschen mit einem festen zweiten Impftermin kommen nicht ins Impfzentrum. Genaue Zahlen gibt es für den Kreis Coesfeld aktuell zwar nicht, doch auch hier berichten Verantwortliche von solchen Situationen. Eine Ursache könnte sein, dass Menschen Probleme haben, den Termin wahrzunehmen. Der Kreis Coesfeld hat dazu eine klare Meinung.

„Nur in Ausnahmefällen in eine Verschiebung des zweiten Impftermins möglich“, sagt dazu ein Sprecher des Kreises am Dienstag (4.) und nennt beispielhaft eine Erkrankung „oder andere dramatische Dinge“. Er begründet das starke Festhalten an den Terminen weniger mit organisatorischen Herausforderungen, sondern vor allem damit, „dass der Abstand zwischen den Terminen möglichst eingehalten werden soll“. Sonst sei die Wirksamkeit des Impfstoffs gefährdet.

Keine Antwort auf die Mail bekommen

Henry Tennhoff aus Nordkirchen argumentiert anders. Aus seiner Sicht sind „die Organisatoren in einem Teil der Fälle selbst dafür verantwortlich, dass Termine ungenutzt verfallen“. Er habe „bereits unmittelbar nach der ersten Impfung versucht, den Termin für die zweite Impfung zu ändern“. Nachdem er es erst über die Kassenärztliche Vereinigung versucht habe, habe er eine Mail an das Impfzentrum geschrieben.

Aus Sicht des Kreises Coesfeld ist das auch richtige Weg. „Wer den zweiten Termin verlegen muss, meldet sich am besten per Mail an info@impfzentrum-coesfeld.de“, sagt ein Sprecher des Kreises. Tennhoff berichtet, dass er sich zudem telefonisch gemeldet habe, weil er auf die Mail keine Antwort bekommen habe.

Dieses Gespräch ist nach seiner Aussage nicht wie erhofft verlaufen. So sei ihm mitgeteilt worden, dass „eine Verlegung grundsätzlich nicht möglich ist“.

Mittlerweile hat der Nordkirchener herausgefunden, dass für ihn der letzte mögliche Termin gewählt wurde – nach sechs Wochen. „Die Empfehlung lautet für die zweite Impfung nach drei bis sechs Wochen“, sagt Tennhoff. Er hofft deshalb weiter, dass er doch etwas früher die zweite Impfung bekommen kann.

Geänderte Impfreihenfolge im Kreis Coesfeld

Zugleich möchte er auf das grundsätzliche Problem hinweisen, dass Termine manchmal extrem unglücklich liegen können. Er würde sich deshalb auch für andere Menschen in ähnlicher Situation wünschen, dass Termine verlegt werden können.

Unterdessen hat der Kreis Coesfeld die weitere Impfreihenfolge bekannt gegeben. Danach wird aktuell im Impfzentrum des Kreises Coesfeld oder alternativ in Hausarztpraxen die Priorisierungsgruppe 2 „Hohe Priorität“ geimpft. „Das betrifft vorrangig über 70-Jährige und bestimmte Berufsgruppen mit zusätzlicher Bescheinigung des Arbeitgebers. Zudem können nun unter speziellen Voraussetzungen auch enge Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen und Schwangeren einen Impftermin vereinbaren“, schreibt der Kreis.

Bis zu zwei enge Kontaktpersonen von pflegebedürftigen Personen mit Pflegegrad, die nicht in einer Einrichtung leben und zudem über 70 Jahre alt sind beziehungsweise ein ärztliches Attest über eine Behinderung oder Erkrankung nach § 3 Abs. 1 Nr. 2 der Corona-Impfverordnung (Corona ImpfVO) haben, können nun beim Impfzentrum des Kreises Coesfeld einen Impftermin buchen. Auch bis zu zwei enge Kontaktpersonen von Schwangeren können sich immunisieren lassen.

Der Impffahrplan ist unter www.impfzentrum-coesfeld.de einsehbar. Dort erfolgt auch die Registrierung zur Terminvergabe. Die weiteren bisher berechtigten Berufsgruppen nach § 2 und 3 der Corona ImpfVO können sich hier ebenfalls für einen Impftermin registrieren, schreibt der Kreis Coesfeld in einer Mitteilung. Die Priorisierungsstufe 3 „Erhöhte Priorität“ nach § 4 der Corona ImpfVO wurde vom Land NRW noch nicht freigegeben.

Über den Autor
Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer
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