Wer eine Regentonne nutzt, um seine Gartenpflanzen zu bewässern, kann in Nordkirchen gleich mehrfach Geld sparen. © Karim Laouari
Regenwasser nutzen

Nordkirchener können mit Regentonne oder Zisterne gleich doppelt sparen

Wer Regenwasser zum Gießen nutzt, spart Wasserkosten. Die Gemeinde Nordkirchen belohnt eine nachhaltige Wassernutzung und ökologische Bauweise aber auch auf andere Arten. Und das lohnt sich.

Eigenheimbesitzer in Nordkirchen können durch einfache Tricks bares Geld bei den jährlichen Entwässerungsgebühren sparen. Im Ausschuss für Klima, Umwelt und gemeindliche Entwicklung hat die Verwaltung jetzt noch einmal auf diese Möglichkeit hingewiesen. Was man als Nordkirchener dafür tun muss und wie viel man sparen kann, erklären wir in Fragen und Antworten.

Geld sparen bei den Entwässerungsgebühren – klingt gut. Wie geht das?

Eigentlich ist es ganz einfach: Die Gemeinde belohnt Grundstücks- und Hauseigentümer, die Flächen nur teilversiegeln, oder Regenwasser sammeln, um es zum Beispiel für die Bewässerung von Gartenpflanzen zu nutzen. Wer einen Nachweis dafür vorlegen kann, kann bis zu 50 Prozent der jährlichen Niederschlagswassergebühren erlassen bekommen, wie Bürgermeister Dietmar Bergmann in der Ausschusssitzung am Dienstag (2.3.) erklärte. Die Gebühr beträgt für jeden Quadratmeter bebauter und/oder befestigter Fläche 0,69 Euro. Wer bis zum 31.12.2018 für den Anschluss seines Grundstücks an den öffentlichen Kanal einen Kanalanschlussbeitrag entrichtet hat, zahlt für Niederschlagswasser je Quadratmeter anrechenbarer Grundstücksfläche 0,64 Euro.

Was war der Anlass für die Diskussion im Ausschuss?

Die Fraktion der Grünen hatte wegen der auch hierzulande immer häufiger vorkommenden Dürreperioden vorgeschlagen, Fördermittel in Höhe von insgesamt 10.000 Euro für die Anschaffung von Zisternen und Regentonnen bereitzustellen. Bei Vorlage der Rechnung können 10 Euro pro 100 angefangene Liter Volumen, maximal aber 100 Euro erstattet werden. „Dies ist pro Haushalt für bis zu zwei Zisternen oder Tonnen möglich, pro Betrieb (z.B. Höfe mit Nebengebäuden) für bis zu drei“, heißt es in dem Antrag.

Hat der Antrag eine Mehrheit bekommen?

Nein. Zwar fanden die anderen Fraktionen, wie CDU und die UWG den Ansatz der Grünen richtig, allerdings verwies beispielsweise die CDU auf das noch in Arbeit befindliche neue Klimaschutzkonzept der Gemeinde. Wenn dieses vorliege, könne man besser über einzelne Vorschläge, wie den der Grünen diskutieren. Die Verwaltung sprach sich gegen eine Einzel-Förderung aus, eben mit Verweis auf die Möglichkeit für Nordkirchenerinnen und Nordkirchener, dauerhaft bei den Niederschlagswassergebühren sparen zu können.

Wie kann ich nachweisen, dass ich auf meinem Grundstück Regenwasser in Tonnen oder Zisternen auffange und für die Gartenbewässerung nutze?

Kämmerer Bernd Tönning erklärt auf Anfrage, was man tun muss. Als Nachweis benötigt die Gemeinde einen Kaufbeleg, beziehungsweise eine Rechnung für die Regentonne oder die Zisterne. Zwei Bedingungen sind dabei zu beachten: Das Fassungsvolumen der Anlage muss mindestens 30 Liter je Quadratmeter angeschlossener Fläche und als Untergrenze mindestens 3 Kubikmeter betragen. Wer das Wasser außerdem als Schmutzwasser, zum Beispiel als Wasch- oder Toilettenspülwasser benutzt, muss wiederum eine Schmutzwassergebühr zahlen.

Gibt es noch weitere Möglichkeiten, bei den Niederschlagswassergebühren zu sparen?

Ja, die gibt es. Wer auf seinem Grundstück Flächen nur teilversiegelt, kann ebenfalls Gebühren sparen. Und zwar auch hier bis zu 50 Prozent derNiederschlagswassergebühr. Gemeint sind dabei laut Satzung „Flächen, die eine überwiegende Wasserdurchlässigkeit oder eine nicht unerhebliche Rückhaltung von Niederschlagswasser zulassen, welches somit im Boden gespeichert und dem Grundwasser bzw. dem natürlichen Wasserkreislauf zugeführt werden kann.“Dazu gehören „lückenlos begrünte Dächer mit Notüberlauf an das öffentliche Kanalnetz und einer Aufbaustärke von mindestens 6 cm, Rasengitterstein sowie – soweit ein sickerfähiger Unterbau vorhanden ist – Porenbetonstein und Pflaster mit ablauffähigen Fugen (sog. Ökopflaster) und Schotterflächen (wassergebundene Decke)“.

Über den Autor
Redaktion Selm
Jahrgang 1985, fasziniert von digitalen, technischen und lokalen Themen.
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Karim Laouari

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