Die Nordkirchener Kaufleute haben Selbsttests für ihre Mitarbeiter bestellt. Sie wollen sich der Verantwortung in der Coronakrise stellen. © Carla Roß
Einzelhandel

Nordkirchener Geschäfte setzen besonderes Zeichen in der Coronakrise

Ob der Kreis Coesfeld unter den Modellregionen ist, in denen geprüft wird, inwieweit strikte Testkonzepte ein normaleres Leben ermöglichen könnten, ist unklar. Der Handel vor Ort kämpft trotzdem.

Mit der Bewerbung des Kreises Coesfeld als Modellregion hatte Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr die Hoffnung verbunden, dass die Öffnungen im Rahmen des Modellprojektes „eine wichtige Perspektive für zahlreiche Branchen wie beispielsweise den Einzelhandel, die Gastronomie und die Kultur“ bieten würden. Mehrere Medien berichteten am Freitagvormittag übereinstimmend, dass vier Kreise beziehungsweise Kommunen ausgewählt seien. Demnach wäre der Kreis Coesfeld nicht unter den Modellregionen, in denen nach Ostern einige Corona-Beschränkungen aufgehoben werden, um zu prüfen, inwieweit strikte Testkonzepte ein normaleres Leben ermöglichen könnten – trotz der laufenden dritten Welle. Die NRW-Landesregierung hat am Freitagnachmittag dementiert, dass eine Entscheidung gefallen sei.

Beim Kreis Coesfeld wartet man am Freitag, 26. März, noch auf Informationen über Zu- oder Absage der Bewerbung zur Modellregion, sagt Hartmut Levermann von der Pressestelle des Kreises Coesfeld: „Wir haben noch keine Antwort vorliegen. Sollte es nichts werden mit der Modellregion, wäre es vielleicht ein Perspektivplan, den man mit dem Land zusammen erarbeiten müsste für bestimmte Öffnungen. Indem man andere Wege sucht.“

Selbsttests für das Personal in den Geschäften

Ungeachtet der Tatsache, ob der Kreis Coesfeld Modellregion wird oder nicht, geht der Nordkirchener Einzelhandel weitere Schritte, um dazu beizutragen, dass Infektionsketten gebrochen und Infektionen minimiert werden. Die Kaufmannschaft Nordkirchen hält für ihr Personal, soweit erforderlich, Selbsttests ab sofort bereit. Das teilen die Kaufleute mit.

Über die Betriebe Elektro-Penzenstadler und Bomholt sei in Zusammenarbeit mit Nordkirchen Marketing e.V. ein erstes Kontingent an Tests besorgt worden. Auf kurzem Dienstweg seien sie für alle interessierten Geschäfte abrufbar. So können die Kunden sicher sein, dass sie in Geschäften einkaufen, in denen auch die Mitarbeiter verantwortungsvoll mit der Coronapandemie umgehen, sagt Michael Bomholt, Inhaber des Schuhhauses Bomholt und 2. Vorsitzender Nordkirchen Marketing e.V..

Besonderer Beitrag in widrigen Zeiten

Auch wenn der Kreis Coesfeld letztendlich nicht Modellregion würde: „Wir begrüßen ausdrücklich das Bemühen der regionalen Politik, insbesondere des Kreises, als Modellregion anerkannt zu werden, um gemeinsam mit allen Institutionen, allen Gruppen, Bürgern und Kunden hier einen besonderen Beitrag in diesen widrigen Zeiten leisten zu können“, erläutert Michael Bomholt am Freitag, 26. März.

Die Kaufmannschaft sehe es als ihre dringende Pflicht an, „jetzt nicht zu warten oder Verantwortung abzuschieben, sondern aktiv voranzuschreiten und auf den Punkt vorbereitet zu sein“. Grundsätzlich weisen die Kaufleute aber darauf hin, dass alle ergänzenden Maßnahmen die bestehende AHAL-Regeln – Abstand halten, Hygieneregeln beachten, Alltagsmasken tragen, Lüften – und die teilweise noch verstärkten Hygieneanforderungen nicht aufheben. „Im Gegenteil: Das wird weiterhin in den Betrieben und Geschäften wie bisher von allen, auch von den Kunden, eingefordert und gelebt. Wir wollen hier in Nordkirchen ganz bewusst Flagge zeigen, wie wir es in den letzten Wochen auch schon durch kleinere Aktionen getan haben. Wer sich über Monate konform und weitestgehend mustergültig verhält, dürfte unter diesen neu strukturierten Umständen am Ende doch belohnt werden dürfen“, erklärt Markus Pieper, Vorsitzender von Nordkirchen Marketing e.V..

Das schließe eine sensibilisierte, umsichtige und verständnisvolle Kundschaft mit ein. „Die im Vergleich zu anderen Regionen relativ niedrigen Inzidenzzahlen sollten Ansporn genug sein, auch die Brücke der Selbsttests bis zu den eigentlichen Impfungen zu gehen. Außerdem setzen sich immer mehr Unternehmen und Geschäfte für die Anwendung einer digitalen Nachverfolgung ein. Wir dürfen nicht nachlassen und müssen jede Chance nutzen und selber aktiv bleiben.“

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Redaktion Selm
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Arndt Brede
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