Das Ordnungsamt kontrolliert auch im Schlosspark nicht mehr so intensiv, ob die Auflagen der Coronaschutzverordnung eingehalten werden. © Arndt Brede
Coronavirus

Neue Verordnung: Bürgermeister vertraut auf die Menschen in Nordkirchen

Die neue Corona-Schutzverordnung bringt eine Verschärfung des Kontaktverbotes. Das kann im Schlosspark oder auf Spielplätzen zu Problemen führen. Der Nordkirchener Bürgermeister ist aber optimistisch.

Ab Montag (11. Januar) sind nur noch Treffen mit maximal einer Person aus einem anderen Haushalt erlaubt. Das stellt vor allem Familien vor Probleme – nicht nur zuhause, sondern auch unterwegs. Denn gerade mit Kindern sind Ausflüge an der frischen Luft im Lockdown zwingend notwendig, der eigene Balkon oder Garten reichen schnell nicht mehr aus. Und damit stehen die beliebten Ziele wie der Schlosspark oder die Spielplätze im Gemeindegebiet besonders im Fokus.

Allerdings gibt sich Bürgermeister Dietmar Bergmann (SPD) gelassen, was Menschenaufläufe auf Spielplätzen angeht: „Ich wohne ja direkt gegenüber von so einem Platz, und was ich bisher dort beobachten konnte, war stets im Rahmen der Corona-Regeln.“ Auch sonst habe es in Nordkirchen bisher – „toi toi toi“ – kaum Probleme mit Verstößen gegen die Corona-Schutzverordnung gegeben. „Dass man mal beim Einkaufen aus dem Auto steigt und die Maske vergisst, kann wohl jedem passieren.“ In einem solchen Fall wären es meistens sogar andere Kunden, die die betreffende Person dann darauf hinweisen. „Und dann hat die Sache ja in der Regel auch schnell erledigt.“

Spannung bei einer Inzidenz ab 200

Weil das Ordnungsamt bisher kaum eingreifen musste, geht Bergmann davon aus, dass auch die strengeren Regeln keine negativen Konsequenzen in der Gemeinde haben werden. „Ich vertraue da auf die Bürgerinnen und Bürger“, so das Gemeindeoberhaupt im Gespräch mit unserer Redaktion. Spielplätze würden definitiv nicht gesperrt werden, auch der Schlosspark bliebt zugänglich: „Kinder sind von der Abstandsregel ohnehin befreit, für die Eltern gilt Masken- und Abstandspflicht, was wie gesagt bisher auch nie ein Problem gewesen ist.“

Trotz der neuen Verordnung wird sich bei den Ordnungskräften in Nordkirchen nichts ändern, es bleiben weiterhin der Bereitschaftsdienst sowie eine 450-Euro-Kraft im Einsatz. Letztere ist unter anderem bei den Einkaufszentren im Mühlenpark im Einsatz.

Spannend wird es laut Bergmann, wenn die Inzidenz (Infektionen pro 100.000 Einwohner) im Kreis Coesfeld über 200 steigt – denn dann müsste der Kreis reagieren und weitere Einschränkungen verordnen. Die „Bannmeile“ von 15 Kilometern um den eigenen Wohnort ist zwar ausdrücklich nicht Teil der neuen Verordnung, eine entsprechende Reaktion sei jedoch wahrscheinlich: „Das müsste dann im Kreis beschlossen und mit den Kommunen besprochen werden“, so der Bürgermeister.

Allerdings kann sich Dietmar Bergmann derzeit nicht vorstellen, wie man das kontrollieren wollte: „Aber ich hoffe sowieso, dass es nie so weit kommen wird.“ Die Hoffnung ist berechtigt: Am Freitag (8. Januar) lag die Inzidenz für den Kreis Coesfeld bei 54,9, Tendenz fallend.

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Redaktion Lünen
Journalist, Vater, Ehemann. Möglicherweise sogar in dieser Reihenfolge. Eigentlich Chefreporter für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen. Trotzdem behält er auch gerne das Geschehen hinter den jeweiligen Ortsausgangsschildern im Blick - falls der Wahnsinn doch mal um sich greifen sollte.
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Daniel Claeßen

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