Die ersten Baukräne stehen bereits im Neubaugebiet Wohr in Capelle. © Marie Rademacher
Neubaugebiet Wohr

Neubaugebiet Wohr in Capelle: Jetzt kommt die Zeit der Häuslebauer

Es hatte lange öffentliche Diskussionen um das Neubaugebiet Wohr gegeben. Gegner wie Befürworter kamen zu Wort. Mittlerweile künden Baukräne davon, dass Fakten geschaffen wurden.

Das Neubaugebiet Wohr am östlichen Ortsrand in Capelle ist nicht unumstritten. Vor allem direkte Anwohner hatten die Pläne der Gemeinde kritisiert und aus ihrer Sicht unnötigen Flächenfraß sowie eine Schädigung der Natur angeprangert. Ihre Forderung: Statt neue Bauflächen auszuweisen und natürliche Flächen zu versiegeln, sollte die Gemeinde vorhandene Flächen nachverdichten.

Viele Bauträger tummeln sich im Neubaugebiet Wohr.
Viele Bauträger tummeln sich im Neubaugebiet Wohr. © Marie Rademacher © Marie Rademacher

Aus Sicht der Gemeinde wäre durch eine Nachverdichtung aber kein ausreichender Ersatz für das neue Baugebiet möglich gewesen. Die Gemeinde verwies in diesem Zuge auch auf die große Nachfrage nach Neubaugrundstücken gerade von Capeller Bürgern. Für die geplante Neuansiedlung eines Lebensmittelgeschäfts in Capelle sei das neue Baugebiet ein wichtiges Argument gewesen, hatte Wirtschaftsförderer Manuel Lachmann bei der Vorstellung der Pläne im Juni 2020 gesagt.

Längst haben vorbereitende Arbeiten, wie zum Beispiel die Verlegung einer Gasleitung, begonnen beziehungsweise sind abgeschlossen. Wie ist der aktuelle Sachstand der Arbeiten?

Die ersten Baukräne stehen schon

„Die Erschließungsarbeiten wurden vor circa sechs Wochen beendet“, sagt Baumatsleiter Josef Klaas auf Anfrage der Redaktion. „Die Baugrundstücke stehen jetzt für die private Bebauung zur Verfügung, die ersten vier oder fünf Kräne stehen auch inzwischen.“

Wie begehrt ist denn das Baugebiet Wohr in Capelle überhaupt? „Wir haben inzwischen auch alle 30 Grundstücke der Gemeinde verkauft und konnten bei weitem nicht alle Interessenten bedienen“, erklärt Nordkirchens Bauamtsleiter. „Es ist aber auch nicht so einfach möglich, ein nächstes Wohngebiet auszuweisen, da uns die Regionalplanung da bei der Flächenausweisung enge Grenzen setzt zur Verhinderung übermäßigen ,Flächenfraßes‘.“

Anwohner konnten Grundstücke vergrößern

Hatten sich auch Altbewohner gemeldet, die ja potenziell ihre Grundstücke vergrößern konnten? Josef Klaas dazu: „Mit drei Nachbarn aus der westlich angrenzenden Siedlung ,Zur Vogelrute‘ hatten wir vorab Grundstücksverträge geschlossen, sodass deren Grundstücke geringfügig vergrößert werden konnten.“

Offenbar ist die Nachfrage nach Grundstücken in Nordkirchen groß. Josef Klaas bestätigt diesen Eindruck: „In Südkirchen erschließen wir gerade das Wohngebiet ,Capeller Straße‘. Auch hier können wir nicht alle Nachfragen nach Ein- oder Mehrfamilienhausgrundstücken befriedigen.

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Redaktion Selm
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Arndt Brede
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