Das Team der Hausarztpraxis Etzold hat in der Tagespflege in Südkirchen geimpft - hier Dr. Birgit Wigger-Backhaus. © Marie Rademacher
Corona-Impfung

Nach vielem Hin und Her: Tagespflege Südkirchen ist jetzt geimpft

Eigentlich hätten die Gäste der Tagespflege in Südkirchen schon vor über einen Monate gegen Corona geimpft werden sollen. Der Termin platzte sehr kurzfristig- aber jetzt gibt es gute Nachrichten.

Wenn Britta Wisse den Mittwoch in einem Wort zusammenfassen soll, dann fällt ihr als erstes dieses hier ein: „stressig“. Kurz nachdem sie es am Rande der Impfaktion in der Tagespflege in Südkirchen gesagt hat, lächelt sie aber schon wieder. Es ist nämlich eine Art positiver Stress. Was lange währt, wird endlich gut, könnte man auch sagen. Denn um die Impfung in der Einrichtung in Südkirchen hatte es viel Hin und Her gegeben.

Eigentlich hätten die Gäste der Tagespflege – alles Menschen, die zwischen 80 und 100 Jahre alt sind, – schon im Januar vor Ort an der Unterstraße geimpft werden sollen. Mehrmals wurde der Termin dann verschoben – und schließlich ganz kurzfristig komplett abgesagt. „Da brechen jetzt Welten zusammen“, hatte Leiterin Britta Wisse damals im Gespräch mit der Redaktion gesagt.

Auch jetzt erinnert sie die Situation noch als „sehr emotional“. Die Gäste hatten sich auf die Impfung in der Einrichtung verlassen. Das dann abzusagen, sei einfach nicht schön gewesen.

Umso glücklicher waren alle Beteiligten am Mittwoch (17. März): Da konnte die Impfung der Gäste endlich stattfinden. 30 Impfungen hat das Team der Südkirchener Hausarztpraxis Etzold mit Unterstützung von sechs Mitarbeiterinnen der Tagespflege vergeben.

Einbahnstraßen-Prinzip beim Impfen

Ein ganz schöner logistischer Aufwand sei das gewesen, sagt Britta Wisse. An die Gäste waren im Vorfeld Termine vergeben worden, auch die Unterlagen seien im Vorfeld schon eingesammelt worden. Über die Terrasse kamen die Gäste dann hinein – so konnte das Einbahnstraßen-Prinzip eingehalten werden. Im Eingangsbereich schauten Tagespflege-Mitarbeiterinnen die Unterlagen noch mal durch, nahmen die Temperatur der Gäste und machten eine Symptomkontrolle. Danach ging es dann zu den Ärzten Dr. Markus Etzold und Dr. Birgit Wigger-Backhaus, die unterstützt von Famulantin Sarah Geißler dann die Impfungen durchführten. „Wirklich toll“, so Britta Wisse, sie die Zusammenarbeit mit den Ärzten gewesen.

Auch im Altenwohnhaus in Nordkirchen hatte das Praxisteam schon geimpft, wie Markus Etzold erzählte. Auch für das Impfen in der Praxis sei er eigentlich bereit – durch den Stopp des Impfstoffs Astrazeneca „sind wir da aber gerade noch ein bisschen zurückhaltend“, so der Arzt. In der Tagespflege in Südkirchen wurde der Impfstoff von Moderna an die Senioren verspritzt.

Zweite Impfung im April

Nach dem eigentlichen Impf-Vorgang ging es am Mittwoch in der Tagespflege noch mal weiter in einen Ruhebereich, in dem die Gäste noch 15 Minuten betreut wurden, bevor sie dann durch den eigentlichen Eingang wieder gegangen und von Angehörigen nach Hause gebracht wurden.

Das zu organisieren sei keine Kleinigkeit gewesen, sagt Britta Wisse. „Aber es hat alles super geklappt“, sagte sie am Ende mit großer Freude. Geimpft wurden nur die Gäste der Tagespflege – das Personal hatte vorher im Impfzentrum in Dülmen schon die erste Impfung erhalten. Der zweite Impftermin in der Tagespflege ist am 14. April.

Die Gäste, so sagt es Britta Wisse, seien alle sehr dankbar gewesen, dass sie den Schutz vor dem Coronavirus in gewohnter Umgebung bekommen haben und dabei auch in gewohnte Gesichter schauen konnten. Die Impfquote macht den Südkirchener Gästen dabei so schnell keiner nach: Sie liegt jetzt bei 100 Prozent.

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Marie Rademacher

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