Das Training im Pfotentreff Olfen erfolgt derzeit in Einzelstunden - ein Nachteil für die jungen Hunde und ihre Halter. © Felsch
Hundeschulen und Corona

Mit Video: Hundeschule darf nicht richtig öffnen – mit Folgen für die Vierbeiner

Der Pfotentreff Olfen darf aufgrund der Pandemie nur mit eingeschränktem Betrieb arbeiten - aufgrund einer veränderten Einstufung als Schulbetrieb. Das hat Konsequenzen für die jungen Hunde.

René Luczyk ist ernüchtert: Seine Hundeschule, der Pfotentreff Olfen, darf zwar geöffnet sein – aber Präsenzunterricht ist immer nur mit einer Person gleichzeitig möglich. Denn Hundeschulen gelten im Rahmen der Coronaschutzverordnung als sonstige Bildungseinrichtung. „Im Laufe der Pandemie waren wir erst eine Freizeitstätte, dann ein Dienstleister – und jetzt eben eine Bildungsstätte“, sagt Luczyk.

Nun scheint es zunächst positiv, dass Einzelunterricht überhaupt wieder möglich ist – das Nachsehen hat jedoch nicht zwingend die Schule selbst, sondern vielmehr die vierbeinigen Schüler. „Wir legen das Hauptaugenmerk auf das Training von Welpen und Junghunden. Die brauchen aber dringend soziale Kontakte durch andere Hunde und ihre Besitzer, die man im Einzelunterricht nicht gewährleisten kann.“

Nur Grundkommandos lernen reicht nicht aus

Heißt: Einzeltraining ist zwar durchaus effektiv, etwa um an der Leinenführung und an Grundkommandos zu arbeiten. Aber um dem Hund korrektes Verhalten beizubringen, sind Faktoren des Alltags notwendig. „Es fehlen Ablenkungsszenarien und auch Geräuschkulissentraining ist nicht möglich“, so Luczyk. Ist der Junghund andere Artgenossen nicht gewöhnt, kann das schnell seine Konzentration brechen – ganz zu schweigen von der Tatsache, dass der Hund nicht erlernt hat, wie er mit anderen Hunden umgehen soll. „Ein ungeschulter Hund kann dann in Stresssituationen unberechenbar reagieren“, sagt Luczyk.

Richtiges Training, das alle genannten Situationen erfüllt, sei daher auch wichtig zur Sicherheit des eigenen Tieres. Und auch für die Haltungsbedingungen spielt es eine Rolle. „Für Listenhunde müssen Nachweise erbracht werden und auch für Angsthunde, etwa aus dem Tierschutz, ist das Training unerlässlich.“

Unter der Regelung leidet auch der Umfang der Lektionen: In der Regel gibt Luczyk für eine Gruppe von vier bis sechs Personen samt ihrer Welpen eine Stunde Unterricht. In der Pandemiesituation ist das Ganze auf eine halbe Stunde für eine Person samt Hund reduziert. „Das ist nicht sehr wirtschaftlich. Ich habe viele Anfragen von Menschen, die sich in der Coronazeit einen Junghund angeschafft haben, aber das bekomme ich in einer Woche alles gar nicht unter.“

Online-Unterricht ist nur eine Notlösung

Die Ausweichlösung: Online-Unterricht. Luczyk hat bereits vor der Pandemie einen Kurs an der VHS durchgeführt, der das Ziel verfolgt, Menschen auf die Haltung eines Hundes vorzubereiten und einzuschätzen, ob ein Hund überhaupt zu ihnen passen würde. Einen Großteil des Unterrichts führt Luczyk nun auch online durch. „Eine gewisse Beschäftigung für den Hund online zu vermitteln ist möglich, wenn auch nicht optimal. Ich habe viele Kunden, die das schon kennen und mitmachen.“ Viele hätten jedoch kein Verständnis für die Situation. „Die machen die Kurse dann nicht mit. Das ist nachvollziehbar, aber nicht gut für den Hund.“

Für Luczyk selbst ist die Corona-Situation zwar nicht einfach, aber durch Online-Unterricht und Einzelkurse komme er über die Runden. „Ich habe einfach kein Verständnis für das mangelnde Management in der Pandemie. Warum waren Flüge nach Mallorca möglich, aber Unterricht für Hunde im Freien ist nicht erlaubt?“

Sein Wunsch: Zumindest draußen größere Gruppen wieder unterrichten zu können. Dafür hat Luczyk eine Freifläche von über 1000 Quadratmetern zur Verfügung, auf dem Abstand in kleinen Gruppen gut einhaltbar wäre.

Über die Autorin
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Obwohl nicht in Dortmund geboren, bin ich doch eng mit dieser Perle des Ruhrpotts verbunden. Eine Stadt durch die Augen eines Journalisten kennenzulernen, das fasziniert mich. Seit Oktober 2017 arbeite ich für die Ruhrnachrichten und bin seit April 2020 Volontärin.
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Denise Felsch

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