Vor dem Schloss Nordkirchen soll in diesem Jahr das Sommerkonzert der Landesregierung stattfinden. © Kreis Coesfeld/Tanja Brandt (A)
Sommerkonzert

Laschets Konzert am Schloss: So unterschiedlich reagieren Nordkirchener

Am 21. August findet am Schloss Nordkirchen das Sommerkonzert der NRW-Landesregierung statt. Das sorgt für Interesse, aber auch für Kritik. Ein Stimmungsüberblick.

Franz Lauter und seine Mitarbeitenden befinden sich seit einigen Wochen in den Vorbereitung auf das Sommerkonzert der Landesregierung Nordrhein-Westfalens (NRW). Der Sternekoch ist Geschäftsführer des Schlossrestaurants und zuständig für das Catering der Gäste.

Kartoffelsalat und Frikadellen soll es geben, wenn Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) seine geladenen Gäste aus Politik, Verwaltung und Ehrenamt empfängt. Mit dabei werden auch einige Interessierte sein, die sich auf der Internetseite der Staatskanzlei für Freikarten bewerben können. „Wir in Nordkirchen sollten froh sein, wenn so etwas Positives zu uns kommt“, sagt Lauter.

An die Öffentlichkeit gedrungen war über das Sommerkonzert lange kaum etwas. Erst in den letzten Tagen – etwas mehr als eine Woche vor dem Konzerttermin – drangen erste Informationen nach außen. Die Gemeindeverwaltung wisse hingegen seit etwa vier bis sechs Wochen von dem Vorhaben der Landesregierung. Das teilt Nordkirchens Pressesprecher Karim Laouari auf Anfrage dieser Redaktion mit.

Gemeinde erarbeitet Sicherheitskonzept

„Dabei ging es darum, dafür das nötige Sicherheitskonzept abzustimmen“, heißt es weiter seitens der Verwaltung. Am Konzerttag sei beispielsweise die Freiwillige Feuerwehr im Einsatz. Denn als Ordnungsbehörde sei die Gemeinde für Veranstaltung dieser Art zuständig.

In der Vergangenheit war das Sommerkonzert kostenfrei und für alle Interessierten zugänglich. Um neben der Sicherheit ebenfalls den Infektionsschutz der Anwesenden zu gewährleisten, ist die Besucherzahl auf 1000 begrenzt. Zu den Eingeladenen zählt auch Nordkirchens Bürgermeister Dietmar Bergmann, genau wie Hubert Kersting, Vorsitzender des Heimatvereins.

Vor zwei bis drei Wochen habe Kersting die Einladung erhalten und sich bewusst bedeckt gehalten. Gemeinsam mit seiner Frau werde er das Konzert besuchen. „Ich freue mich auf den Austausch mit anderen Ehrenamtlichen aus NRW. Die Einladung sehe ich als eine kleine Anerkennung für meine Tätigkeiten an“, sagt Kersting. Welche anderen ehrenamtlich Engagierten eingeladen worden sind, wisse er nicht.

Obwohl das Sommerkonzert wenige Wochen vor der Bundestagswahl stattfindet und Armin Laschet bekanntlich Kanzlerkandidat ist, sieht Kersting keinen politischen Hintergrund. Er betrachtet das Sommerkonzert als Teil der Feierlichkeiten zum 75jährigen Bestehen des Bundeslandes.

Sprung sieht „kein großes Politikum“

Carsten Sprung, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins in Nordkirchen, sagt: „Ich sehe darin kein großes Politikum. Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob es richtig ist, das Konzert jetzt zu veranstalten“, sagt er mit Blick auf die steigenden Corona-Zahlen und die zurückliegende Flutkatastrophe.

Er sehe kein Problem im Sommerkonzert, sofern sich an die Corona-bedingten Rahmenmaßnahmen gehalten wird. „Es gibt wichtigere Themen, über die wir diskutieren sollten“, sagt Sprung, der keine Einladung erhalten habe. Er verstehe aber auch diejenigen, die die Ausrichtung des Konzertes nicht gut finden.

Kritik in den sozialen Medien

Kritik äußert sich beispielsweise in Form von Kommentaren, die auf der Facebook-Seite dieser Redaktion zu finden sind. So schreibt ein Nutzer: „Bei einem Schaden von rund 13 Milliarden Euro durch die Hochwasserkatastrophe allein in Nordrhein-Westfalen, wäre es mehr als wünschenswert, würde sich der Landesvater in Zurückhaltung üben, wenn es darum geht, Feierlichkeiten auszurichten und Geld aus dem Fenster zu werfen.“ Das Geld könne viel besser gespendet werden, heißt es in einem weiteren Kommentar. In der Schlossgemeinde herrschen also verschiedene Meinungen zu dem Sommerkonzert. Sie äußern Interesse, aber auch Kritik.

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