In der 5. Jahreszeit ist alles anders in der Karnevalshochburg Olfen - das soll auch eine neue Verordnung der Stadt berücksichtigen. © Thomas Aschwer (A)
Neue Verordnung

Lärm, Müll, Vandalismus – Stadt Olfen plant Einschnitte für Kneipen

Viele Beschränkungen hat die Gastronomie in Olfen in der Pandemie hinnehmen müssen. Seit wenigen Tagen ist wieder vieles möglich, doch gleichzeitig stehen neue Auflagen im Raum.

Party rund um die Uhr, einen „Zug durch die Gemeinde“ – vor allem in Großstädten und in verschiedenen Urlaubsgebieten können das Partygänger genießen. In Olfen ist das eher eingeschränkt möglich, außer natürlich zum Jahreswechsel und vor allem auch im Karneval. Mit neuen Regeln will die Stadt dafür sorgen, dass eine Missachtung von Regeln deutlich erschwert wird.

In einer Vorlage für die nächste Sitzung des Hauptausschusses schreibt dazu die Verwaltung: „Bereits seit längerer Zeit beschweren sich Anwohner vermehrt über Ruhestörungen, Vermüllung, Vandalismus etc. im Nahbereich von Schankwirtschaften. Es sind eine Vielzahl von nächtlichen Polizeieinsätzen zu verzeichnen, die öffentlich wahrgenommen und dadurch als störend, gefährlich oder bedrohlich empfunden werden.

Stadtverwaltung sieht „Beeinträchtigung des Straßenverkehrs“

Hierbei handelt es sich insbesondere um lautstarke Auseinandersetzungen, Körperverletzungen, Ruhestörungen u.ä., wobei die Alkoholisierung der meist jüngeren Personengruppen bedingt durch die durchgehende Verfügbarkeit des Alkohols bis in die Morgenstunden eine wesentliche Rolle einnimmt. Auch ist eine Beeinträchtigung des Straßenverkehrs durch Ziel- und Quellverkehr feststellbar.“

Die Stadtverwaltung führt diese Probleme auch darauf zurück, dass die Gaststätten derzeit erst um 5 Uhr schließen müssen und nur eine Stunde später (also um 6 Uhr) wieder öffnen können. „Es ist davon auszugehen, dass einzelne Gaststätten ihren Betrieb trotz Sperrzeit geöffnet lassen, um ihren Gästen die Möglichkeit zu geben, sich dort durchgehend bis zum Morgen aufzuhalten“, so die Einschätzung der Verwaltung.

Sie schlägt deshalb eine Verlängerung der Sperrzeit vor. Damit müssten unter der Woche die Betriebe mindestens zwischen 2 und 6 Uhr, am Wochenende zwischen 3 und 6 Uhr schließen. Diese Neuregelung ist, so die Stadtverwaltung, nach „erfolgter Interessenabwägung ein adäquates Mittel zum Schutz der Nachtruhe der Anwohner, da die Gewerbeausübung lediglich zeitlich eingegrenzt und nicht unverhältnismäßig faktisch unterbunden wird.“

Für die „5. Jahreszeit“ und den Jahreswechsel gibt es Ausnahmen

Was ist aber am Jahreswechsel oder in der nächsten Karnevalssession? Die Sperrzeit soll zu folgenden Zeiten aufgehoben werden:

  • In der Nacht zum 1. Januar (Silvester)
  • In der Nacht, die auf Weiberfastnacht folgt
  • In den Nächten, die auf Sonntag, Montag und Dienstag vor Aschermittwoch folgen
  • In der Nacht zum 1. Mai.

Für alle anderen Zeiten des Jahres sollen die neuen Regeln gelten. Dabei soll die Einhaltung der Sperrzeiten durch den Kommunalen Ordnungsdienst „kontrolliert und Verstöße zeitnah geahndet werden.“

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Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer

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