Die wegen der Geflügelpest angeordnete Stallpflicht wurde aufgehoben. Hühner, Gänse und Enten haben wieder freien Auslauf. © DPA
Tierseuche

Keine Stallpflicht mehr fürs Federvieh: Hühner mit Spielzeug abgelenkt

Für das Federvieh im Kreis Coesfeld besteht keine Stallpflicht mehr. Was als Schutz vor der Geflügelpest angeordnet war, konnte aufgehoben werden. Folgen hatte es für manche aber doch.

Landwirte und Hobby-Tierhalter waren alarmiert. Wochenlang mussten sie ihr Federvieh aus Schutz vor der Geflügelpest in den Stall verfrachten. Das Veterinäramt des Kreises Coesfeld hatte im gesamten Kreisgebiet die Geflügelhaltung im Freien untersagt. Das galt für Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten oder Gänse. Der Grund war eine durch Viren hervorgerufene anzeigepflichtige Tierseuche, die aviäre Influenza. Sie ist als Vogelgrippe oder Geflügelpest bekannt.

Ein Ausbruch in Drensteinfurt im Nachbarkreis Warendorf hatte außerdem dazu geführt, dass Teile des Kreises Coesfeld zum Sperr- und Beobachtungsgebiet erklärt werden mussten. „Die Schilder in der Bauernschaft sind immer noch da“, wundert sich Christoph Altfeld, der in Nordkirchen einen Biohof betreibt.

Die Stallpflicht ist seit dem 17. Mai wieder aufgehoben worden. Sie hatte Folgen: „Wenn Zuchtgänse in den Stall müssen, legen sie nachher weniger Eier“, sagt Horst Pennekamp vom Geflügelhof Olfen. Damit gäbe es künftig weniger Gänse. Das sei ohnehin der Fall, weil in einigen Gebieten aufgrund der Seuche viele Tiere geschlachtet werden mussten. Pennekamp jedenfalls ist froh, dass er seine Tiere wieder rauslassen darf.

Ablenkung im Stall

90 Gänse und 90 Junghennen seien auf dem Hof. Für die Hühner hat Pennekamp während der Stallpflicht Spielgeräte aufgehängt, „damit sie abgelenkt sind und sich nicht gegenseitig picken“, berichtet er. Spaß mache das alles nicht. Und auch jetzt gebe es noch Sicherheitsvorschriften. Beispielsweise, dass draußen nicht gefüttert werden dürfe, damit die Wildvögel nicht angelockt würden.

Auf dem Biohof Altfeld sind 9000 Hühner zuhause. Im Grünauslauf können sie scharren oder im Sand baden. Die Stallpflicht bedeutete für Christoph Altfeld kein großes Problem: „Wir haben einen überdachten Außenauslauf, eine Art Wintergarten, der großzügig ausgelegt ist.“ Dennoch hätten sich die Hühner gefreut, wieder raus zu können.

Eiverpackungen waren Mangelware

Altfeld hat in der Corona-Pandemie etwas anderes beobachtet: Die Leute waren zuhause, die Nachfrage nach Eiern war groß. Zeitweise war es schwierig, bestimmte Eierverpackungen zu bekommen. Dadurch dass weniger Eier in die Gastronomie und an Mensen geliefert wurden, stieg der Verbrauch in den Haushalten und damit auch der von Kleinverpackungen. Inzwischen habe sich das aber wieder reguliert.

Altfeld ist froh, dass die Geflügelpest seinen Hof nicht getroffen hat. Zwar können Landwirte bei der Tierseuchenkasse Verluste melden, doch die zahlen nur den Preis für konventionelle Haltung. In Bio-Hühner werde ja viel mehr investiert.

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Redaktion Lünen
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Magdalene Quiring-Lategahn

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