Die Geschäfte an der Schloßstraße müssen sich plötzlich einen negativen Test vorzeigen lassen - obwohl der Kreis Coesfeld eine Inzidenzzahl von unter 50 hat. © Günther Goldstein (A)
Unverständnis

Inzidenzwert sinkt, doch plötzlich benötigen Kunden negativen Test

Viele Kunden in Nordkirchen und anderen Orten des Kreises Coesfeld sind überrascht. Die Inzidenzzahl geht seit Tagen nach unten, doch gleichzeitig gibt es neue Hürden beim Einkauf.

Die Reaktion war zu erwarten: Kaum hatte das Land eine neue Coronaschutzverordnung erlassen, da liefen Geschäftsinhaber und Kunden Sturm. „Dank der Disziplin unserer Kunden und Mitarbeiten in den letzten Wochen sowie gut funktionierenden Hygienekonzepten und einer Nachverfolgbarkeit sind insbesondere in den Modell-Regionen des Münsterlandes die Inzidenzen stark gesunken“, heißt es in einem Post des Lüdinghauser Modehauses Adam & Eva.

Kein Verständnis bringt das Geschäft dafür auf, dass „die bisherige Öffnung für unsere Kunden zukünftig so nicht mehr möglich sein soll“. Eine Situation, die auch der Kreis Coesfeld am Dienstagnachmittag (18.) einräumt. „Nach der aktuellen Fassung der Coronaschutzverordnung des Landes NRW entfällt bei einem stabilen Inzidenzwert von unter 100 eine vorherige Terminvereinbarung für den Einkauf im Einzelhandel, wo bisher die Click & Meet-Regel galt. Jedoch ist zum Betreten des Geschäftes die Vorlage eines negativen Corona-Testergebnisses erforderlich, das nicht älter als 48 Stunden sein darf.“

Weiter weist der Kreis Coesfeld darauf hin, dass „diese Regelung für alle Kommunen in NRW einheitlich gilt.“ Und damit natürlich auch für den Kreis Coesfeld, der bereits seit Ende Dezember 2020 einen stabilen Inzidenzwert von unter 100 hat. Hier konnten Kunden in den vergangenen Wochen auch ohne Test einkaufen. Jetzt räumt auch der Kreis ein, dass diese Vorgabe der neuen Coronasschutzverordnung „zu einer Verschlechterung der Situation im Einzelhandel führt.“

Gesundheitsministerium NRW: Es bleibt zunächst bei der neuen Regelung

Direkt nach der Feststellung der Veränderung habe Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr über Regierungspräsidentin Dorothee Feller Kontakt zum Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW (MAGS) aufgenommen und auf diesen Umstand aufmerksam gemacht. „Eine ähnliche Initiative haben die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Mitgliedskommunen über den Städte- und Gemeindebund in Gang gesetzt“, teilt der Kreis Coesfeld schriftlich mit.

Das MAGS hat hierzu mitgeteilt, dass es zunächst bei der neuen Regelung mit den negativen Tests bleiben wird. „Es besteht die Hoffnung, dass bei einer weiter stabilen Inzidenz von unter 50 in wenigen Tagen eine automatische Gleichsetzung mit dem Lebensmitteleinzelhandel erfolgt und dadurch eine Testpflicht hier entfällt“, sagt Landrat Dr. Schulze Pellengahr.

Seit Samstag (15.) hat der Kreis Coesfeld einen Inzidenzwert unter von 50. Nach der Coronaschutzverordnung muss dieser Wert fünf Werktage infolge unter dieser Marke bleiben, um auf dem zweiten darauf folgenden Tag auch ohne Vorlage eines negativen Testergebnisses Einkaufen gehen zu können. Demnach könnten an Pfingstsamstag weitere Lockerungen möglich werden.

Über den Autor
Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
Zur Autorenseite
Thomas Aschwer

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.