Die Impfkampagne ist auch im Kreis Coesfeld noch längst nicht abgeschlossen - auf den Kreis warten noch einige Herausforderungen. © dpa-tmn
Corona

Impfskepsis in den Sammelunterkünften – Kreis Coesfeld plant neue Initiative

Die Corona-Schutzimpfung in den Sammelunterkünften im Kreisgebiet ist eine besondere Herausforderung. Weil es „überall eine Impfskepsis gibt“, plant die Kreisverwaltung einen neuen Anlauf.

Rund 60 Prozent der Menschen in den Sammelunterkünften haben sich nach einer Einschätzung des Kreises Coesfeld gegen Corona impfen lassen. Diese Quote soll, so das Ziel des Kreises, weiter steigen. Voraussetzung dafür ist aber, dass „ausreichend Impfstoff auch wieder für die Erstimpfungen zur Verfügung steht“. Allerdings ist das nicht die einzige Hürde.

„Es steht allen Bürgerinnen und Bürgern frei, sich impfen zu lassen und es besteht keine Pflicht, sich gegenüber den kommunalen Behörden zur eigenen Impfhaltung zu äußern, auch nicht als Bewohnerin oder Bewohner einer städtischen Sammelunterkunft“, teilt der Kreis auf Anfrage mit. Voraussichtlich werde es deshalb auf eine weitere Aufklärungskampagne hinauslaufen, „in der die eindeutigen Vorteile der Impfung noch einmal besonders herausgestellt werden“.

Unterstützt wird der Kreis bei der Aktion von ehrenamtlichen Kräften etwa von Flüchtlingsinitiativen. Ihnen wird angeboten, sie – so wie allen Bewohnerinnen und Bewohnern der Unterkünfte – mit dem Impfstoff der Firma Biontech mit zu impfen. Die Aktion ist mittlerweile weitgehend abgeschlossen. In der kommenden Woche wird in der letzten noch ausstehenden Gemeinde/Sammelunterkunft mobil geimpft.

Mobile Teams haben Unterkünfte angefahren

Auch die eingewanderten Menschen, die mittlerweile in eigenen Mietwohnungen leben, werden in ihrer Herkunftssprache über die Impfung informiert. Dazu gehört auch der Hinweis auf die Aufhebung der Priorisierungen und die sich darauf ergebenden Folgen – wie die Notwendigkeit einer Terminabsprache beim Hausarzt, den aktuellen Impfstoffmangel und die noch ungeklärte Situation zur Impfung von Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahre.

Bewohnerinnen und Bewohner der Obdachlosenunterkünften sind nach Auskunft des Kreises Coesfeld durch mobile Teams aufgesucht und bei vorliegender Impfbereitschaft mit dem Impfstoff Johnson & Jonson geimpft worden. Mitte Mai hatte das Land 14 Städte und einen Kreis als „Sozialräume mit einem deutlich erhöhten Risiko der Infektion“ definiert und diesen ein Sonderkontingent an Impfstoff zugewiesen. Der Kreis Coesfeld fällt nicht darunter. Einen Antrag, mobile Impfteams für sozial benachteiligte Personen einzusetzen, hat die Politik im Kreis mehrheitlich abgelehnt.

5000 Impfungen hat es im Kreis Coesfeld nach einer Sonderaktion des Landes NRW zu Ostern (Astrazeneca für 60-Jährige und ältere) gegeben. Bei diesen Personen steht in den nächsten Tagen der zweite Impftermin an. Nach Einschätzung des Kreises haben aber bereits Personen aus dieser Gruppe bereits die zweite Impfung in ihrer Hausarztpraxis erhalten. Der Kreis bittet diese Impflinge eindringlich, die nicht mehr benötigten Termine über die Kassenärztliche Vereinigung oder per Mail beim Kreis abzusagen. „Der Impfstoff wird in entsprechend geringerer Menge bestellt.“

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Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer

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