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Holocaust-Gedenktag in der Synagoge Bork: Nur virtuell und doch ergreifend

Es sind Töne, die unter die Haut gehen in der Alten Synagoge in Bork. Töne, aber auch Bilder. Anlässlich eines Tages, den die Welt niemals vergessen sollte.
Dr. Roman Salyutov führte durch die von Musik und Bildern bestimmte Gedenkveranstaltung in der Alten Synagoge Bork. © Screenshot Arndt Brede

Am 27. Januar 1945 ist das Konzentrationslager Auschwitz befreit worden. 76 Jahre später hat Dr. Roman Salyutov eine ganz besondere Gedenkveranstaltung in der Alten Synagoge in Bork organisiert. Salyutov hat dazu bei der Volkshochschule (VHS) Selm angefragt, die sich um die Synagoge kümmert. Wie Manon Pirags, stellvertretende VHS-Leiterin, gegenüber der Redaktion sagt, sei Dr. Roman Salyutov ein sehr engagierter Pianist, umtriebiger Ehrenamtler in Sachen Gedenken und einer der VHS-Referenten.

Salyutov hatte eine digitale Gedenkveranstaltung im Sinn, weil die Coronapandemie und die Coronaschutzverordnung öffentliche Veranstaltungen nicht zulassen. Eine Veranstaltung, die mit Bildern und Musik. Für alle erlebbar. Wenn nicht live, so doch als Video im Internet. Gefragt, getan: „Das ging alles sehr kurzfristig“, erzählt Manon Pirags. „Sonntag von 11 bis 17 Uhr wurde aufgebaut und gedreht.“ Am Montag sei das gefilmte Material geschnitten und abends über Wetransfer an sie gesendet worden. Geplant sei, das Video auf dem FoKus-Youtube-Kanal zur Verfügung zu stellen, zum Beispiel für Lehrer.

Anlässlich des 76. Jahrestages der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau, dem Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust, zeigt das Video Aufnahmen aus der Alten Synagoge Bork zu vier Zeichnungen des Künstlers Manfred Bockelmann aus der Ausstellung „Zeichnen gegen das Vergessen – die Kinder von Auschwitz“. Initiator dieser digitalen Ausstellung ist eben jener Dr. Roman Salyutov aus Bergisch-Gladbach, der zu den Bildern erzählt und wie er an sie kam.

Kinder, die in Auschwitz ermordet wurden

Bockelmann zeichnete anhand verschiedener Achivmaterialien, vor allem Lagerfotos, Kinder und Jugendliche, die ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert und dort größtenteils ermordet wurden. Er möchte, so der Künstler, zumindest einigen Namen und Nummern, Gesichter geben und sie aus der Anonymität herausheben.

Der Initiator der Austellung, der Pianist und Dirigent Roman Salyutov, wurde auf diese Zeichnungen durch eine Auschwitz-Überlebende, die er 2019 auf einer Konzertreise seines deutsch-israelischen Yachad Chamber Orchestra in Krakau kennenlernte, aufmerksam gemacht.

Jiddische Lieder gehörten zur Gedenkveranstaltung dazu.
Jiddische Lieder gehörten zur Gedenkveranstaltung dazu. © Screenshot Arndt Brede © Screenshot Arndt Brede

Die Musik, die im Video zu hören ist, sind jiddische Volkslieder sowie Auszüge aus Werken von Maurice Ravel und Dimitri Schostakowitsch. Es spielen: Alexander Morogowski, Klarinette, Michael Kibardin, Violine, Lev Gardin, Cello, und Roman Salyutov, Klavier. Das Video ist ein einstündiger Beitrag, direkt aus der Alten Synagoge Bork.

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