Auf dem Grundstücke des ehemaligen Hauses Westermann hat im August der Bau begonnen. Auch, wenn man noch nicht allzu viel davon sieht. © Marie Rademacher
Neubau

Haus Mühlenstraße in Nordkirchen: Termin für Grundsteinlegung steht

Das Haus Westermann im Zentrum von Nordkirchen ist längst abgerissen, lange hat sich dort nicht so viel getan. Jetzt gibt es aber ein Datum für die Grundsteinlegung, nach der dann auch der Hochbau beginnt.

Es knirscht unter den Schuhen von Thomas Schmerfeld, als er am Dienstagmorgen über die Baustelle geht. Zwischen den Resten des Schutts, die der Abriss des Hauses Westermann im Zentrum von Nordkirchen verursacht hat, wachsen zarte Wildblumen in die Höhe. Kleine Farbtupfen auf dem Baufeld – ein seltsamer Kontrast. Wenn er, so erzählt es der Bauunternehmer lachend, für fünf Euro Führungen über die Baustelle anbieten würde, dann hätte er seine Spritkosten wahrscheinlich schon refinanziert. Ein Spaß des Mannes aus Welver. Es ist aber etwas Wahres dran: Viele Nordkirchener interessiert nun mal, wie es denn nun weitergeht mit dem Gelände mitten im Ortskern.

Bauunternehmer Thomas Schmerfeld zum Neubau vom Haus Mühlenstraße:
Bauunternehmer Thomas Schmerfeld zum Neubau vom Haus Mühlenstraße: „Läuft.“ © Marie Rademacher © Marie Rademacher

Auf Anraten der Nordkirchener Politiker hatte Investor und Architekt Thomas Buhl im Sommer deshalb auch einen Instagram-Kanal eingerichtet, der die Menschen über den Fortschritt des Baus informieren soll. „BAUBEGINN. Wir sind glücklich, dass jetzt endlich unsere Planungen in die Realität umgesetzt werden“, hatte Thomas Buhl dort am 19. August zu einem Bild von dem Gelände geschrieben. Seitdem hat sich auch schon ein bisschen etwas getan – auch wenn das auf den ersten Blick nicht so gut sichtbar ist.

Die sogenannten Baugrubenböschungen müssen verfüllt werden, bevor es mit dem Hochbau losgehen kann.
Die sogenannten Baugrubenböschungen müssen verfüllt werden, bevor es mit dem Hochbau losgehen kann. © Marie Rademacher © Marie Rademacher

Der Keller vom Haus Westermann ist das einzige, was noch übrig geblieben ist von der alten Gaststätte. Er wird gerade instand gesetzt. Fenster sind zugemauert worden, wie Thomas Schmerfeld vor Ort zeigt. Er geht auch die Treppen hinunter zu dem Ort, an dem früher die Kegelbahn war: Die Decke ist mit Stützpfeilern abgestützt. Die Räume sollen erhalten bleiben – darauf wird dann der Neubau entstehen.

Grundsteinlegung im Oktober

Der Keller muss jetzt abgedichtet werden, damit die sogenannten Baugrubenböschungen verfüllt werden können. Dann entsteht die Fläche, auf der der Hochbau begonnen werden kann. Anschließend soll es mit dem Erdgeschoss losgehen. Wann genau? Im Gespräch mit der Redaktion kann Investor Thomas Buhl sich zwar noch nicht auf einen genauen Tag dafür festlegen. Aber: „Im Oktober wird es eine offizielle Grundsteinlegung geben“, sagt er. Danach wird nach und nach dann das Haus Mühlenstraße langsam in die Höhe wachsen.

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Da, wo mal die Kegelbahn des Hauses Westermann war, stehen gerade ganz viele Stützen. Der Keller wird bestehen bleiben.
Da, wo mal die Kegelbahn des Hauses Westermann war, stehen gerade ganz viele Stützen. Der Keller wird bestehen bleiben. © Marie Rademacher © Marie Rademacher

Wenn alles glatt läuft, so bestätigt es auch Karim Laouari, Sprecher der Gemeinde Nordkirchen, soll der Neubau im nächsten Jahr fertig werden. Schon im Januar hatte die Caritas als zukünftiger Ankermieter des Gebäudes bekannt gegeben, dass die Mietverträge unterschrieben seien. Im Haus Mühlenstraße will die Caritas eine Pflege-Wohngemeinschaft für elf Senioren einrichten. Das Pflegeberatungsbüro und Appartements für acht Menschen mit Behinderung sollen ebenfalls in dem Neubau entstehen. Außerdem wird das Nordkirchener Tourismusbüro dort einziehen.

Abriss im August 2019

Pläne für dieses Projekt gibt es seit 2015: Da hatte Thomas Buhl seine Pläne den Ratsmitgliedern zum ersten Mal vorgestellt. 2016 erhielt er den Zuschlag. Zuvor hatte die Gemeinde die Gaststätte Haus Westermann, die bis 2013 betrieben wurde, gekauft. 2019 wurde das Haus – bis auf den Keller – abgerissen. Den Schuttberg, der danach monatelang das Ortsbild prägte, nannten die Nordkirchener liebevoll „Mount Noki“. Immer wieder aber gab es Kritik: Weil sich nicht sichtbar etwas tat auf der Baustelle und der Zeitplan immer wieder weiter nach hinten korrigiert wurde.

Zuletzt im Juni hatte die UWG sogar auf die Rückabwicklung des Kaufertrages mit Thomas Buhl gedrängt. Einen entsprechenden Antrag hatte die Fraktion im Gemeinderat zwar zurückgezogen. Politik und Verwaltung hatten aber in einer nicht öffentlichen Ratssitzung im August deutlich den Druck auf den Architekten und Investor erhöht, dass das Projekt nun „zügig“ realisiert werde. Die unterschriebenen Mitverträge mit der Caritas bringen ebenfalls eine Verbindlichkeit in den jetzigen Zeitplan: Demnach muss bis Frühjahr 2022 alles fertig sein.

Architekt und Investor Thomas Buhl zeigt sich im Gespräch mit der Redaktion zuversichtlich, dass es jetzt schnell voran geht. Der von ihm beauftragte Bauunternehmer Thomas Schmerfeld sieht das ähnlich. Oder, um es mit seinen Worten zu sagen: „Läuft.“

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Ich mag Geschichten. Lieber als die historischen und fiktionalen sind mir dabei noch die aktuellen und echten. Deshalb bin ich seit 2009 im Lokaljournalismus zu Hause.
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Marie Rademacher

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